Metal-CD-Review: ALMAH – Unfold (2013)

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Alben-Titel: Unfold
Künstler / Band: Almah (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 25. November 2013
Land: Brasilien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Edu Falaschi – Vocals, Guitars, Keyboards
Marcelo Barbosa – Guitars
Marcelo Moreira – Drums
Raphael Dafras – Bass
Gustavo Di Pádua – Guitars

Track-Liste:

1. In My Sleep (04:17)
2. Beware the Stroke (05:32)
3. The Hostage (04:02)
4. Warm Wind (04:58)
5. Raise the Sun (05:06)
6. Cannibals in Suits (04:59)
7. Wings of Revolution (04:47)
8. Believer (05:39)
9. I Do (05:06)
10. You Gotta Stand (05:04)
11. Treasure of the Gods (09:47)
12. Farewell (03:40)

Wenn der Platz zur Entfaltung knapp ist.

Manchmal muss man sich doch fragen, was im Laufe der Jahre selbst mit eigentlich hochkarätigen Bands und deren Mitgliedern passiert. Die Brasilianer von ALMAH sind diesbezüglich wohl ein perfektes Beispiel: ursprünglich wurde die Band von Edu Falaschi ins Leben gerufen, der mit dem extremen Schwung seiner Darbietungen als Leadsänger von ANGRA und damit auch grandiosen Power Metal-Veröffentlichungen wie TEMPLE OF SHADOWS (Review) im Gepäck zu großem bestimmt war. Tatsächlich schienen seine Solo-Ambitionen auch aufzugehen – nach einem eher mäßigen Einstand (Review) lieferte er mit FRAGILE EQUALITY (Review) ein kleines Genre-Meisterwerk ab, während auch noch im Rahmen von ANGRA weiter werkelte und auf AURORA CONSURGENS (Review) und AQUA (Review) überzeugte. Dann aber schien der Wendepunkt erreicht: das Ende seiner Mitgliedschaft bei ANGRA zeichnete sich ab, und das dritte Album seiner Band ALMAH (MOTION – Review) konnte sogar als Totalausfall bezeichnet werden. Und so ist es kaum weiter verwunderlich, dass auch das vierte Studioalbum UNFOLD das Ruder nicht mehr herumreißt. Zumindest nicht wirklich.

Immerhin bleibt einem der markant-enttäuschende Eindruck des direkten Vorgängers erspart; der leidlich gezwungen wirkte und schlicht so klang, als hätten sich ALMAH verstellt. Nun aber scheinen die Fronten geklärt, wenn auch in Richtung einer nicht unbedingt begrüßenswerten Entscheidung: ALMAH kehren dem Power Metal den Rücken, und präsentieren fortan eine Mischung aus Alternative-, Heavy- und Progressive Metal; sowie einer Prise Hardrock. Wirklich Radio-tauglich mag UNFOLD so zwar nicht klingen, doch der Eindruck dass hier eine weitaus größere Masse bedient wird als zuvor lässt nicht kaum verhehlen. Das ärgerliche dabei ist doch, dass ALMAH es sicherlich verdient haben, dass man ihnen Gehör schenkt – doch nicht indem sie sich verbiegen. Auch wenn der Sound dieses Mal nicht mehr ganz so falsch wirkt wie beim Vorgänger MOTION werden ALMAH diesen Eindruck wohl auch nicht mehr los – die Vergangenheit von Edu Falaschi bei ANGRA sowie das sehr gute Power Metal-Album FRAGILE EQUALITY existieren weiterhin und erinnern einen schmerzlich daran, was aus der Band hätte werden können.

Und so werden ALMAH weiterhin Musik machen, die vielen gefallen wird – vermutlich aber nicht den Fans von ANGRA oder den früheren ALMAH; und wenn dann nur sehr eingeschränkt. Einstweilen kommen Erinnerungen an die Finnen von TWILIGHTNING auf – die ebenfalls einen hervorragenden Einstand im Genre des Power Metal zelebrierten (DELIRIUM VEIL, Review), dann aber ihren Stil änderten und bald darauf komplett in der Versenkung verschwanden. Man darf gespannt sein, ob es auch ALMAH so ergehen wird – in Anbetracht des eigentlichen Potentials von Edu Falaschi wäre ähnliches aber zumindest unwahrscheinlich und nicht zuletzt sehr, sehr schade. Andererseits: ein Album wie UNFOLD hätte er sich auch schenken können. Es mag nicht abgrundtief schlecht sein innerhalb der zwei oder drei Genres, in dem es sich bewegt – doch insgesamt eignen sich ein Großteil der Nummern schlicht zum Vergessen. Trotz der Tatsache, dass das Album eigentlich relativ spannend ist – schließlich weiß man dank der progressiven Strukturen nie so genau, was einen als nächstes erwartet. Das ist dann aber auch der einzige Vorteil des Albums (immer mit der Gefahr, dass es als ganzes nicht wirklich zusammenhängend wirkt) – was im Zusammenspiel mit den guten handwerklichen Leistungen der Mitglieder, der soliden Produktion und dem Ausbleiben von allzu peinlichen Nummern wie noch auf MOTION zu einer entsprechend mittelmäßigen Wertung führt.

Absolute Anspieltipps: BELIEVER, TREASURE OF THE GODS


40button

„Die neue Marschrichtung der Band scheint klar – und nicht wenige steigen (berechtigterweise) aus.“

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