Metal-CD-Review: ALMAH – Almah (2006)

almah-almah_500

Alben-Titel: Almah (Edu Falaschi)
Künstler / Band: Almah (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. Juni 2006
Land: Brasilien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Rock Brigade Records

Alben-Lineup:

Edu Falaschi – Vocals, Guitars (acoustic), Keyboards
Emppu Vuorinen – Guitars
Lauri Porra – Bass
Casey Grillo – Drums

Track-Liste:

1. King (04:10)
2. Take Back Your Spell (03:15)
3. Forgotten Land (04:08)
4. Scary Zone (04:23)
5. Children of Lies (04:36)
6. Break All the Welds (02:14)
7. Golden Empire (03:52)
8. Primitive Chaos (03:15)
9. Breathe (03:07)
10. Box of Illusion (03:32)
11. Almah (05:33)

Vom Mut zur Lücke.

Es war einmal im Jahre 2006, als eine weitere hochkarätige Power Metal-Band aus Brasilien das Licht der Welt erblickte. Diese sollte auf den Namen ALMAH horchen, und entstand im Gegensatz zu vielen anderen Genre-Combos eher nicht zufällig – da sie eng mit dem Werdegang von ANGRA verbunden ist. Schließlich lieferte jene Band nicht nur einige hervorragende Genre-Beiträge ab – sondern diente auch als markantes Karriere-Sprungbrett für einen bis dato noch nicht allzu bekannten Sänger namens Edu Falaschi. Wann genau er den Entschluss fasste, sich neben seiner eigentlichen Tätigkeit als ANGRA-Leadsänger auch noch in einer anderen, vielleicht ja sogar eigenen Band zu engagieren weiß wohl nur der Brasilianer selbst. Seine Beliebtheit, und nicht zuletzt seine bis dato an den Tag gelegten Leistungen aber gaben ihm Recht – sodass das 2006’er ALMAH-Debütalbum generell auf soliden Grundpfeilern ruhte. Zweifelsohne genoss Edu Falaschi hier auch weitaus größere Freiheiten als im Rahmen von ANGRA, sodass es nicht weiter verwunderlich ist dass er hier nicht nur singt – sondern auch mal eine Akustik-Gitarre zur Hand nimmt, das Keyboard bedient, die Texte geschrieben und das Album sogar selbst produziert hat.

Somit könnte man nicht nur von der bloßen Theorie her von einem musikalischen Multi-Talent sprechen, welches hinter ALMAH steht und dem Projekt eine Seele einverleibt. Einem Multi-Talent, welches aber dennoch nicht größenwahnsinnig ist oder einen gänzlichen Alleingang wagt – schließlich lebt das Debütalbum auch von den zahlreichen Gastauftritten befreundeter oder gar verwandter Musiker (Tito Falaschi) sowie der wichtigen Unterstützung von drei Fachleuten an Gitarre, Bass und Schlagzeug. Letztendlich, und trotz Edu Falaschi’s Dasein als Galionsfigur der Band entstand so doch noch ein recht ansehnliches Lineup – und dazu noch ein außerordentlich familiäres. Der eigentliche Diskussionsansatz findet sich dann aber ohnehin nicht in Bezug auf die Hintergründe der Band, sondern vielmehr innerhalb der Musik selbst. Die erste Überraschung ist schließlich, dass ALMAH überhaupt nicht so klingen wie ANGRA – was gut ist und die Band von seinem großen Bruder abhebt; andererseits aber auch einen leicht faden Beigeschmack hinterlässt. Das wiederum liegt nicht an der zumeist äußerst variablen und stilsicheren Gesangsdarbietung von Edu Falaschi – sondern eher an den Instrumental-Strukturen und der Gesamtwirkung des Albums.

Denn auch wenn dieses unter dem Oberbegriff des Power Metal rangiert, wird das Genre beileibe nicht in der Form bedient in der man es vielleicht erwartet hätte. Zwar gibt es Ausnahmen – oder eher eine, in Form der flott-knackigen Hymne TAKE BACK YOUR SPELL – doch im Großen und Ganzen fahren ALMAH hier eine eher gemäßigte, wenn man so will melodisch-rockige Schiene. Oder auch mal eine merkwürdig moderne, wie man es bereits dem Opener KING entnehmen kann. Der Großteil der Nummern aber wird von explizit balladesken (FORGOTTEN LAND, PRIMITIVE CHAOS, BREATHE, BOX OF ILLUSION, ALMAH – was dann doch etwas zu viel des guten ist) und dem AOR nahestehenden Elementen definiert. Und das so sehr, dass man dem Album eine gewisse Radio-Tauglichkeit unterstellen könnte. Wenn, ja wenn da nicht doch noch der etwas andere, markant-kräftige Leaadgesang sowie vereinzelte Instrumentalpassagen mit etwas mehr Wumms wären. Doch ob das reicht ? Sicher, das dargebotene Material ist nicht unbedingt unterirdisch – nur ist es kaum noch mit dem eigentlich erwarteten Power Metal zu verbinden, und hinterlässt überdies einen extrem harmlos-glattgeschliffenen Eindruck. Einen, der irgendwie nicht so recht mit dem eigentlichen Potential von Edu Falaschi harmonieren will, dessen Stimme zudem etwas laut im Mix erscheint und die ohnehin laschen Instrumental-Elemente vollständig verblassen lässt. Wer hier eine volle Ladung (Power) Metal erwartet, und das auch noch in einer ähnlichen Schiene wie der von ANGRA – der wird höchst wahrscheinlich enttäuscht werden. Die Alternative a’la ALMAH ist zwar nicht zwingend schlecht – aber eben auch etwas zu langatmig und gewöhnlich um nachhaltig zu begeistern.

Absolute Anspieltipps: TAKE BACK YOUR SPELL, CHILDREN OF LIES


55button

„Das Potential ist da – aber die Begeisterung hält sich (noch) in Grenzen.“

Advertisements

Zögert bitte nicht, einen Kommentar zu hinterlassen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s