Metal-CD-Review: ANGRA – Secret Garden (2014)

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Alben-Titel: Secret Garden
Künstler / Band: Angra (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 16. Januar 2014
Land: Brasilien
Stil / Genre: Power Metal
Label: earMusic

Alben-Lineup:

Rafael Bittencourt – Guitars
Kiko Loureiro – Guitars
Felipe Andreoli – Bass, Keyboards
Fabio Lione – Vocals
Bruno Valverde – Drums

Track-Liste:

1. Newborn Me (06:13)
2. Black Hearted Soul (04:48)
3. Final Light (04:24)
4. Storm of Emotions (04:56)
5. Violet Sky (04:48)
6. Secret Garden (04:03)
7. Upper Levels (06:28)
8. Crushing Room (05:07)
9. Perfect Symmetry (04:22)
10. Silent Call (03:48)

Entdecke den geheimen Garten.

Die Diskografie der brasilianischen Power Metaller von ANGRA war schon bis zum Jahre 2014 alles andere als vorhersehbar, und dabei immer für eine Überraschung gut. Eine der besseren Entscheidungen war es vermutlich, den ehemaligen Leadsänger Andre Matos nach FIREWORKS (Review) seines Weges ziehen zu lassen – und stattdessen den bis dato noch eher unbekannten Edu Falaschi zu verpflichten. Schließlich gelang ANGRA erst mit jenem gesangsstarken Brasilianer der eigentliche qualitative Durchbruch – Alben wie REBIRTH (Review) oder speziell TEMPLE OF SHADOWS (Review) können problemlos als Meilensteine bezeichnet werden. Nicht nur für ANGRA selbst – sondern auch für das übergeordnete Genre. Unter anderem deshalb, und weil Edu Falaschi sein Potential zweifelsohne erkannte; war er bereits ab 2006 innerhalb einer weiteren aufstrebenden Combo tatkräftig unterwegs – ALMAH. Das ist ihm nur zu gönnen, zumal er hier offenbar noch größere Freiheiten genoss – nur für ANGRA wurde sein neuerlich voller Terminplan zu einem waschechten Problem. Und so wurde es 2012 besiegelt: nach Bruno Angra würde nun auch Edu Falaschi seinen Posten als Leadsänger von ANGRA räumen und Platz machen für ein neues Talent.

Doch auf wen sollte die Wahl fallen ? Vielleicht ja wieder auf einen jungen Brasilianer, der selbst noch nicht allzu bekannt ist und sich innerhalb von ANGRA derart entfalten würde wie sein Vorgänger Edu Falaschi ? Die mit zweifelsohne gemischten Gefühlen zu betrachtende Überraschung folgte jedoch sogleich: von nun an sollte niemand geringeres als Fabio Lione (RHAPSODY) seinen Platz einnehmen. Und der ist bekanntlich alles andere als ein unbeschriebenes Blatt, stammt aus Italien – und dürfte zum Zeitpunkt der Aufnahmen für SECRET GARDEN selbst in allerlei Projekte involviert gewesen sein. Somit handelte es sich in jedem Fall um eine Entscheidung, die nicht auf Anhieb nachzuvollziehen ist – und die dazu führt, dass ANGRA abermals eine neue musikalische Facette von sich zeigen. Denn wie so oft galt und gilt: verpflichtet man einen neuen Leadsänger, müssen sich auch die anderen Mitglieder anpassen. Andererseits gerade das gar nicht mal allzu ungewöhnlich für ANGRA, schließlich verstehen es die Brasilianer wie kaum eine zweite Genre-Combo, ihre Veröffentlichungen stets spannend zu machen. Und; das gilt zumindest für einen Großteil der bisherigen Releases – ohne ihre Fans dabei jemals zu enttäuschen.

Bleibt die Frage, wie sich der neue Leadgesang tatsächlich auf das Soundgewand von ANGRA auswirkt. Wobei man diesbezüglich zumindest zwei Titel ausklammern muss, schließlich haben sowohl Doro Pesch (CRUSHING ROOM), Simone Simons (SECRET GARDEN), Tony Lindgren und Patrick Johansson überraschende Gastauftritte. Auftritte, die sich verständlicherweise nicht derart positiv auf das Album auswirken wie einst die gewaltige Zusammenarbeit von zahlreichen hochkarätigen Genre-Sängern auf TEMPLE OF SHADOWS – aber immerhin für eine nette Abwechslung sorgen. Das, was Fabio Lione dann aber als neue Galionsfigur der Band kredenzt; scheint in jeder Hinsicht zur Philosphie von ANGRA zu passen. Analog zur sehr emotionalen, in den richtigen Momenten aber auch extrem kräftigen Stimme des neuen Leadsängers geben sich ANGRA wieder etwas düsterer als zuvor – und gleichzeitig auch härter und druckvoller.

Und so präsentiert sich SECRET GARDEN zumindest nach dem rhytmisch etwas merkwrüdigen Opener NEWBORN ME von seiner besten Seite: das flott-melodische BLACK HEARTED SOUL, das emotionale und von dezenten Trommel-Klängen begleitete FINAL LIGHT, aber auch die Ballade STORM OF EMOTIONS sind gut – sogar verdammt gut. Was folgt, ist eine Mischung aus typisch starken ANGRA-Momenten und interessanten Gastaufritten – wobei speziell das kräftige PERFECT SYMMETRY und die sehr weiche, aber eben auch sehr glaubwürdige Ballade SILENT CALL positiv hervorstechen. Es ist also ganz egal, was man von der neuen Besetzung mit Fabio Lione hält – zumal es schade ist ein Talent wie Edu Falaschi gehen zu sehen – geschadet hat es ANGRA aber nicht.

Absolute Anspieltipps: BLACK HEARTED SOUL, FINAL LIGHT, PERFECT SYMMETRY, SILENT CALL


90button

„Obwohl jedes Album teils deutlich anders klingt und eine ganz spezielle Note hat, bleiben sich ANGRA selbst treu – das muss man erst einmal schaffen.“

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