Metal-CD-Review: ANGRA – Aqua (2010)

angra-aqua_500

Alben-Titel: Aqua
Künstler / Band: Angra (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. August 2010
Land: Brasilien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Voice Music

Alben-Lineup:

Edu Falaschi – Vocals
Kiko Loureiro – Guitars
Rafael Bittencourt – Guitars
Felipe Andreoli – Bass
Ricardo Confessori – Drums

Track-Liste:

1. Viderunt Te Aquæ (01:01)
2. Arising Thunder (04:52)
3. Awake from Darkness (05:54)
4. Lease of Life (04:30)
5. The Rage of the Waters (05:34)
6. Spirit of the Air (05:23)
7. Hollow (05:30)
8. Monster in Her Eyes (05:15)
9. Weakness of a Man (06:12)
10. Ashes (05:11)

Im Fluss der Elemente.

ANGRA sind hauptsächlich für zwei Aspekte bekannt: zum einen fungieren sie als eine der wichtigsten brasilianischen Vertreter und Botschafter des Power Metal; und zum anderen verfügen sie trotz der noch relativ geringen Anzahl an Studioalben über ein musikalisches ansehnliches Repertoire. Tatsächlich könnten die bisherigen 6 Studioalben unterschiedlicher nicht sein, woran nicht nur etwaige einschneidende Besetzungswechsel verantwortlich sind – sondern auch bestimmte Stilfragen. Während sich ANGRA also beispielsweise zu Beginn noch stärker an tradionellen Einflüssen der Latein-amerikansichen Kultur orientierten, näherten sie sich im späteren Verlauf immer mehr der klassischen europäischen Spielart an – und lieferten in diesem Zusammenhang auch ihr bisherigen Meisterstück TEMPLE OF SHADOWS (Review) ab. Mit dem letztaktuellen AURORA CONSURGENS (Review) wiederum inszenierte man sich deutlich düsterer als gewönlich, und probierte sich abermals ganz unabhängig von imaginären Genre-Grenzen aus – sodass auch das darauf folgende, mittlerweile siebte Studioalbum AQUA mit Spannung zu erwarten war. Erst Recht, da die Band zwischenzeitlich kurz vor dem Aus zu stehen schien.

Wirklich überraschend ist der tatsächliche Inhalt des Albums aber nicht ausgefallen: auch das siebte Album der Brasilianer serviert dem interessierten Hörer eine mehr als nur solide Genre-Kost. Allerdings; und das macht sich speziell im Vergleich mit den Vorgängern bemerkbar, geht es musikalisch wieder etwas simpler und wenn man so will gewöhnlicher zu. Nicht unbedingt für Genre-Verhältnisse, wohl aber für die von ANGRA – die eigentlich immer darauf bedacht waren, für europäische Ohren eher abenteuerliche Elemente in ihren Kompositionen zu verbauen. Ob weniger auch in diesem Fall wirklich mehr ist, sollte ein jeder für sich selbst entscheiden – speziell, da ANGRA hier in einigen Momenten doch eher wie ihre italienischen Kollegen von LABYRINTH klingen. Zumindest beinahe, wären da nicht doch noch die nach wie vor speziellen Instrumental- und Soliparts, die die sonst etwas verhalten wirkenden Uptempo-Nummern a’la ARISING THUNDER oder THE RAGE OF THE WATERS von der Masse abheben.

Das eigentlich verwunderliche an AQUA ist aber ohnehin Edu Falalaschi – der ohne Zweifel einer der variabelsten Leadsänger des Genres ist und einem jeden ANGRA-Album einen etwas anderen Gesangs-Anstrich verpasst. Einen, der interessanterweise immer perfekt zum Konzept und der Gesamtwirkung des jeweiligen Albums zu passen scheint; was zweifelsohne als seltene Stärke zu werten ist. Und so könnte man auch dieses mal geneigt sein zu glauben, dass es einen weiteren Wechsel des Leadgesangsposten gab – speziell, wenn man seine Darbietung auf AQUA mit der gerade einmal 5 Jahre älteren auf REBIRTH vergleicht. Somit ist AQUA vor allem aus der Sicht der Band-Historie heraus interessant: es macht einfach Spaß, eine Band wie ANGRA über Jahre zu begleiten; und dabei immer wieder auf neues zu stoßen.

Neues, das aber niemals gravierend mit dem bisher etablierten Qualitätsniveau bricht – sondern bestenfalls leichte Ausschläge nach oben oder unten aufweist. AQUA wäre mit seiner Mischung aus druckvollen Stampfer-Hymnen und recht interessanten Balladen (LEASE OF LIFE, SPIRIT OF THE AIR) eigentlich ein Mittelding, hätten sich nicht doch zwei eher störende Aspekte eingeschlichen. Zum einen scheint die gesamte Produktion etwas leblos und steril, und zum anderen schaffen es ANGRA einfach nicht, den Hörer auch nach dem noch halbwegs interessanten HOLLOW bei der Stange zu halten. A MONSTER IN HER EYES, WEAKNESS OF A MAN und ASHES haben schließlich eines gemeinsam: sie sind alle eher langatmig, und werden gesanglich nicht optimal vorgetragen. Schlussendlich bleibt es also bei einer weder-noch Entscheidung. AQUA ist kein Highlight der ANGRA-Diskografie – aber auch kein Album, was man überhören könnte oder sollte.

Absolute Anspieltipps: ARISING THUNDER, AWAKE FROM DARKNESS, HOLLOW


80button

„Etwas anders als die Vorgänger – und gerade deshalb spannend.“

Zögert bitte nicht, einen Kommentar zu hinterlassen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s