Metal-CD-Review: ANGRA – Fireworks (1998)

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Alben-Titel: Fireworks
Künstler / Band: Angra (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. Juli 1998
Land: Brasilien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Steamhammer

Alben-Lineup:

Ricardo Confessori – Drums
Andre Matos – Vocals, Keyboards
Kiko Loureiro – Guitars
Rafael Bittencourt – Guitars
Luís Mariutti – Bass

Track-Liste:

1. Wings of Reality (05:55)
2. Petrified Eyes (06:05)
3. Lisbon (05:13)
4. Metal Icarus (06:24)
5. Paradise (07:38)
6. Mystery Machine (04:12)
7. Fireworks (06:21)
8. Extreme Dream (04:17)
9. Gentle Change (05:36)
10. Speed (05:57)

ANGRA, oder: eine Band zwischen Genie und Wahnsinn.

Schon kurze Zeit nach ihrem zweiten Studioalbum HOLY LAND (Review) legten die berühmt-berüchtigten brasilianischen Power Metaller von ANGRA nach – und präsentierten ihrer Hörerschaft das 10 Titel starke FIREWORKS. Interessant dabei ist, dass es sich musikalisch und stilistisch nur noch ansatzweise in jenen Sphären bewegt wie die beiden Vorgänger – das Exotische, das Besondere wurde eindeutig zugunsten einer; man nenne sie einmal internationalen Gleichförmigkeit zurückgestellt. Zwar sind die besonderen Elemente in Form von speziellen symphonischen Raffinessen, Landes-spezifischen Klang-Einflüssen und zahlreichen Änderungen der Marschrichtung auch innerhalb einzelner Titel noch immer vorhanden – aber eben in einem deutlich geringeren, fast schon enttäuschenden Ausmaß.

Dafür scheint man sich aber in einer anderen Hinsicht gesteigert zu haben, und das ausgerechnet in Bezug auf zwei Schwächen der früheren Veröffentlichungen: zum einen lässt die Produktion auch dieses Mal noch reichlich Luft nach oben, und kann das musikalische Intermezzo aus vielen verschiedenen Eindrücken nicht immer angemessen transportieren – und zum anderen ist der Leadgesang von Andre Matos eine zweifelsohne besondere Angelegenheit. Zumindest, wenn man es versöhnlich ausdrücken wollte – doch gerade im Vergleich zu den oftmals starken Instrumental-Kulissen muss er hier deutlich in Sachen Kraft, Variation und Ausdrucksstärke hintenan stehen. Und das gilt speziell für das vorliegende dritte ANGRA-Album – bei dem er sich so schwach zeigt wie nie zuvor.

Und noch etwas könnte je nach persönlicher Facón eher negativ auffallen – erst Recht, wenn man analog zum Titel ein tatsächliches musikalisches Feuerwerk erwartet. Schließlich scheint es, als würde es FIREWORKS hie und da doch an etwas fehlen: selbst da, wo ANGRA immer wieder Ansätze hinsichtlich einer gewissen Imposanz durchblicken lassen (wie etwa in LISBON), scheint man sich eher in progressiven Strukturen festzufahren als schlicht und ergreifend voll durchzustarten. So ergeht es nicht wenigen anderen Nummern des Albums – die allein von ihren Grundzutaten her eigentlich hätten aufgehen müssen. Mal ist es der erschreckend kraftlos-weinerliche Leadgesang (wie ausgerechnet in METAL ICARUS), mal ein eher langatmiger Gesamteindruck (wie in PARADISE), mal eine hörbare Anbiederung an internationale Genre-Standards. Da kann selbst ein später Kracher wie SPEED nicht mehr viel reißen – zumal er genauso gut von HELLOWEEN oder GAMMA RAY stammen könnte.

Was auch immer geschehen ist – ANGRA hatten sich verändert, und das nicht zum Guten. FIREWORKS ist somit ein absolut zu vernachlässigendes Genre-Album geworden, und eines dass man zumindest gedanklich aus der ANGRA-Diskografie streichen sollte – leider.

Absolute Anspieltipps: PETRIFIED EYES


40button

„Nach den beiden höchst soliden Vorgängern eine mehr als bittere Pille.“

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