Metal-CD-Review: DERDIAN – New Era Part I (2005)

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Alben-Titel: New Era (Part One)
Künstler / Band: Derdian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 09. März 2005
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Steelheart Records

Alben-Lineup:

Salvatore Giordano – Drums
Enrico Pistolese – Guitars (rhythm)
Dario Radaelli – Guitars (lead)
Marco Garau – Keyboards
Joe – Vocals
Fulvio Manganini – Bass

Track-Liste:

1. Incipit (01:01)
2. Beyond the Gate (05:38)
3. Eternal Light (05:12)
4. Nocturnal Fires (06:54)
5. Anuby’s Call (05:10)
6. Incitement (06:19)
7. Screams of Agony (05:11)
8. Where I Can Fly (05:29)
9. Crystal Lake (05:25)
10. Entering the Cage (01:04)
11. Cage of Light (08:08)

Ein Album, das noch viel mehr sein könnte.

Wer oder was ist DERDIAN ? In der Tat handelt es sich hier um eine bereits 1998 gegründete Power Metal-Combo aus dem Herzen Italiens, die ihr Debütalbum erst im Jahre 2005 veröffentlichte – mit einem Artwork von Dario Radaelli, dass sicher auch gut als Gemälde taugen würde. Das gute Stück horcht auf den Namen NEW ERA PART I, beinhaltet 11 Titel – und ist so gesehen die Vollendung des bereits auf den beiden früheren Demos REVENGE und INCITEMENT begonnenen Konzepts. Ein Konzept, das durchaus eine kleine Besonderheit offenbart, denn nur auf den ersten Blick präsentieren DERDIAN einen eher gradlinigen Power Metal, der sich stilistisch nah an der Spielart von anderen und bereits etablierten italienischen Combos bewegt. Steigt man dann aber tiefer in die Welt von NEW ERA PART I ein, so muss man feststellen dass die Band doch über gewisse Alleinstellungsmerkmale verfügt. Von einer bloßen RHAPSODY-Kopie zu sprechen, trifft es also nicht ganz. Selbst andere, vielleicht schon eher treffende Vergleiche a’la LABYRINTH, KALEDON oder THY MAJESTIE gehen nicht wirklich auf – sie könnten bestenfalls als Anhaltspunkt dienen. Geht man richtig tief ins Detail, würde sich eigentlich nur eine ganz andere, nicht aus Italien stammende Combo als Vergleich anbieten: AETHRA.

Dass die auf NEW ERA PART I enthaltene Musik aber dennoch vergleichsweise simpel ist, und auch genauso unmittelbar funktioniert spielt nicht wirklich eine Rolle – man spürt, dass DERDIAN mit Herzblut bei der Sache sind und ihren Kompositionen mit einem hohen Wiedererkennungswert versehen. Einen, der ähnlich wie bei RHAPSODY oder THY MAJESTIE über einen enorm hymnischen Faktor verfügt – aber weniger aus symphonischen Bombast generiert wird und so vergleichsweise bodenständig wirkt. Ein mitunter gravierendes Problem offenbart NEW ERA PART I dennoch: es ist schlicht ein verhältnismäßig schlecht produziertes und präsentiertes Album, dass eher den Charme einer Demo-Produktion denn den eines stimmigen Mammutwerkes entfaltet. Hier handelt es sich um ein Problem, welches nicht selten vorkommt – erst Recht, wenn die entsprechenden Bands noch nicht etabliert sind. In wie weit derlei Aspekte also in die Wertung einfließen, ist schwierig zu bestimmen. Fakt ist aber, dass es sich auf den Gesamteindruck auswirkt.

Schließlich verhindert der einstweilen verwaschene und schlecht abgemischte Eindruck, dass NEW ERA PART I seine volle Wirkungskraft entfalten kann. So bleibt ein nicht unerheblicher Teil der Fantasie des Hörers überlassen, der in eben dieser die grundsätzlich absolut stimmigen Nummern wie BEYOND THE GATE oder ETERNAL LIGHT akustisch perfektioniert. Dass das so gut funktioniert, liegt sicher auch daran dass NEW ERA PART I ansonsten sehr gut abschneidet – vom Songwriting über die teils markanten Gitarreneffekte bis hin zur treffenden Leistung des Leadsängers stimmt hier alles. Gerade die Gitarren sollten noch einmal gesondert erwähnt werden – denn gerade hier versteckt sich eines der wohl auffälligsten Alleinstellungsmerkmale der Band; die sich folglich etwas verspielter und experimentierfreudiger gibt als viele Kollegen. Auch Abwechslung ist gegeben:mal geben sich DERDIAN absolut hymnisch und klassisch (NOCTURNAL FIRES, INCITEMENT), mal düster und leicht progressiv (ANUBYS CALL), mal balladesk (WHERE I CAN FLY) – wobei der Eindruck stets zufriedenstellend ausfällt.

Fest steht: DERDIAN scheinen vor Potential fast zu bersten. Wenn es gut läuft, sollten die Italiener also eine große Zukunft vor sich haben. Mit einer zünftigen Produktion wäre NEW ERA PART I ein Meilenstein geworden – so reicht es noch für eine eingeschränkte Empfehlung für alle, die über etwaige Produktions-relevante, klangliche Defizite hinwegsehen können. Das Angebot ist jedenfalls da.

Absolute Anspieltipps: ETERNAL LIGHT, NOCTURNAL FIRES, ANUBYS CALL, INCITEMENT


70button

„Die Produktion ist stark verbesserungswürdig – das Album im Kern aber überaus gelungen.“

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