Filmkritik: „Unter Der Sonne Australiens“ (2006)

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Originaltitel: Romulus, My Father
Regie: Richard Roxburgh
Mit: Eric Bana, Franka Potente, Kodi Smit-McPhee u.a.
Land: Australien
Laufzeit: ca. 100 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Drama
Tags: Australien | Outback | Familie | Zusammenhalt | Probleme

Wenn die Australische Sonne nicht für jeden scheint.

Kurzinhalt: In den sechziger Jahren lebt der ursprünglich aus Jugoslawien stammende Aussteiger Romulus (Eric Bana) zusammen mit seinem Sohn Raimond (Kodi Smit-McPhee) auf einer Familienfarm im australischen Outback. Eigentlich sollte auch Raimonds Mutter Christina (Franka Potente) ein Teil der Familie sein – doch aufgrund von immer stärker werdenden Depressionen und dem Drang nach Freiheit sieht sie sich gezwungen, für eine Zeitlang nach Melbourne zu ziehen. Hier beginnt sie dann tatsächlich, ihre Heirat mit Romulus zu bereuen – und verliebt sich neu. Die Folge der neuen Liebschaft ist bald darauf auch eine Schwangerschaft – wobei es somit nur noch an der speziellen Charakterkonstellation liegt, das Chaos perfekt zu machen. Schließlich ist Christinas neuer Freund der charismatische Mitru (Russell Dykstra), dessen Bruder Hora (Marton Csokas) wiederum der beste Freund von Romulus ist…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Richard Roxburgh’s UNTER DER SONNE AUSTRALIENS inszeniert sich als eher ruhiges Drama mit Roadmovie-Flair, bei dem neben passigen Landschaftsaufnahmen vor allem die Charaktere sowie deren einstweilen abstrus erscheinende Interaktionen im Mittelpunkt stehen. Als Ausgangspunkt und Ruhepol der Figurenkonstellation fungiert dabei das intensiv porträtierte Verhältnis zwischen einem liebenden Vater und seinem Sohn – denn schließlich haben beide stark mit den Problemen und der darauf folgenden Abwesenheit der Mutter und Ehefrau zu kämpfen. Was den Film besonders macht ist dabei nicht unbedingt die grundsolide erzählte, letztendlich aber alles andere als neue Geschichte – sondern vielmehr das an Tag gelegte Handwerk, und das in allen Bereichen. Vor allem die beiden Hauptdarsteller Eric Bana und Kidi Smit-McPhee füllen ihre Rollen sehr gut, ja wenn nicht gar überragend aus – und sorgen erst dafür, dass man wirklich geneigt ist sich explizit in das Szenario hineinzuversetzen. Wäre da nicht die hier etwas überraschende Ausnahme in Form einer dezent deplatziert wirkenden Franka Potente – und noch dazu  in der vielleicht wichtigsten Rolle des Films – könnte man also durchaus von einer perfekten Besetzung sprechen.

Analog dazu sorgt auch die Kamera-Arbeit sowie die Farb- und Szenengestaltung dafür; dass man sowohl einen Hauch der Atmosphäre Australiens, als auch den Flair des anberaumten Handlungszeitraums in den Sechziger Jahren in sich aufsaugen kann. Das lässt der sich einstweilen etwas schleppend entwickelnden Geschichte doch noch den nötigen Raum, sich vollends zu entfalten – auch; oder gerade weil vor allem für den kindlichen, hin- und hergerissenen Hauptcharakter des Raimond Empathie entstehen wird. Und das im besten Fall nicht zu knapp – sodass man UNTER DER SONNE Australiens am ehesten als gelungenes Coming Of Age-Drama auffassen sollte. Einem solchen, bei dem die Geschichten der Eltern eher als Subplots fungieren – und bei der der Fokus weniger auf die Identitäts- und Beziehungsprobleme der Eltern, als vielmehr deren Auswirkungen auf den Sohn porträtiert werden.

Fazit: Auch wenn UNTER DER SONNE AUSTRALIENS kein Meisterwerk geworden ist; hat Richard Roxburgh hier ein mehr als nur solides Coming Of Age-Drama auf die Beine gestellt. Der Film ist erzählerisch dezent ausgeführt, enorm bildgewaltig – und wird von geradezu poetischen Untertönen begleitetet. Noch dazu hat er einen hohen Wiedererkennungswert, ist mit gewissen Alleinstellungsmerkmalen versehen und zeigt sich absolut unbeeindruckt vom Mainstream – was allemal angenehm ist. Aufgrund seiner ungekünstelten Emotionalität, dem starken Fokus auf die Charaktere und den hervorragenden schauspielerischen Leistungen kann der Film somit problemlos als vergleichsweise anspruchsvoller Genre-Geheimtipp eingestuft werden.

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„Ein angenehm atmosphärisches Drama unter der Sonne Australiens.“

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