Metal-CD-Review: KAMELOT – Epica (2003)

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Alben-Titel: Epica
Künstler / Band: Kamelot (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 13. Januar 2003
Land: USA
Stil / Genre: Prog Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Khan – Vocals
Thomas Youngblood – Guitars
Glenn Barry – Bass
Casey Grillo – Drums

Track-Liste:

1. Prologue (01:07)
2. Center of the Universe (05:27)
3. Farewell (03:41)
4. Interlude I (Opiate Soul) (01:10)
5. The Edge of Paradise (04:09)
6. Wander (04:24)
7. Interlude II (Omen) (00:40)
8. Descent of the Archangel (04:35)
9. Interlude III (At the Banquet) (00:30)
10. A Feast for the Vain (03:57)
11. On the Coldest Winter Night (04:03)
12. Lost & Damned (04:55)
13. Helena’s Theme (01:51)
14. Interlude IV (Dawn) (00:27)
15. The Mourning After (Carry On) (04:59)
16. III Ways to Epica (06:14)

EPICA, oder: die Definition des Power Metal ?

Die US-Amerikanischen Power Metaller der bereits 1991 gegründeten Genre-Combo KAMELOT haben durchaus etwas Zeit gebraucht, um ihre Position zu festigen – für sich selbst und ihre eigene Identität, aber auch im Hinblick auf die niemals schlafende internationale Konkurrenz. Spätestens ab 2001 und mit den beiden hervorragenden Alben THE FOURTH LEGACY (Review) sowie dessen Nachfolger KARMA (Review) schien es dann aber endgültig besiegelt: KAMELOT waren zu einer wichtigen Genre-Größe aufgestiegen, und zu Recht in aller Munde. Aus dieser markanten Blütezeit der Band stammt auch das sechste Studioalbum EPICA – ein Werk, welches mit satten 16 Titeln bestückt ist und den wuchtigen musikalischen Eindruck des direkten Vorgängers KARMA kontinuierlich fortgesetzt hat. Offenbar in einer derart aussagekräftigen Art und Weise, dass sich eine bis dato als SAHARA DUST bekannte Band kurzerhand umbenannt hat – in die heute ebenfalls sehr bekannte Symphonic Power Metal-Combo EPICA aus den Niederlanden. Noch schöner und bemerkenswerter ist indes, dass sich daraufhin eine gewisse Freundschaft zwischen den beiden Bands entwickelte und sie in Zukunft des öfteren zusammenarbeiten sollten.

EPICA als sechstes KAMELOT-Album in seine Einzelteile zu zerlegen, fällt indes nicht ganz leicht. Aber vielleicht ist das auch die falsche Herangehensweise, will man in den durchaus speziellen Kosmos des Albums einsteigen. Ein Kosmos, der sich nicht nur durch die markante Qualität des enthaltenen Materials definiert – sondern auch durch die spezielle, eng mit der Philosophie der Band vernetzten Art der Präsentation. Der hier vorgelegte Spagat zwischen auch mal deutlich düstereren, getragenen Stimmungen und typisch-antreibenden Power Metal-Elementen war zwar auch schon auf den Vorgängern auszumachen; sucht in Bezug auf die Qualität von EPICA aber vergebens seinesgleichen. Die somit generierte, bemerkenswert poetische Gesamtwirkung kann somit auch im breit gefächerten internationalen Vergleich als einzigartig bezeichnet werden – und gilt seit jeher als eines der herausragendsten Alleinstellungsmerkmale der Band. Davon abgesehen schienen auch alle einzelnen Mitglieder für EPICA noch einmal zu ihrer Höchstform aufgelaufen zu sein. Das Riffing klang beispielsweise noch nie so knackig und variabel, der Gesang von Roy Khan noch nie so emotional und treffsicher. Dieser handfeste Eindruck bestätigt, dass KAMELOT den direkten Vorgänger KARMA sogar noch einmal großzügigen toppen konnten.

Verantwortlich dafür ist zu großen Teilen auch die spannende Aufgliederung des Albums, und wenn man so will auch das Timing: KAMELOT streuen hier immer wieder sehr gute oder gar herausragende (OPIATE SOUL) Interludien ein, die für Stimmung sorgen und den ein oder anderen Titel perfekt einleiten. Dementsprechend sollte man auch weitestgehend davon absehen, sich einzelne Nummern herauzupicken – am besten funktioniert EPICA noch als Gesamtwerk, oder auch Gesamtkunstwerk. Dabei ist beileibe nicht zu verhehlen, dass auch Einzelbetrachtungen kaum negatives hervorbringen würden. CENTER OF THE UNIVERSE beispielsweise bietet eine so noch nie dagewesene Symbiose aus balladesken, metallischen und hymnischen Elementen; FAREWELL überzeugt als wuchtiger Stampfer mit einem starken Instrumental, ON THE EDGE OF PARADISE als dezent mystisch angehauchtes Opus mit starken Hintergrundgesängen. Im weiteren Verlauf kann das Album auch mal deutlich progressivere oder balladeskere (WANDER, ON THE COLDEST WINTER NIGHT) Stimmungen anberaumen; schneidet aber auch dabei stets höchst zufriedenstellend ab. Schlussendlich kann man nur folgendes festhalten: EPICA ist eines der vielleicht besten KAMELOT-Alben überhaupt, in jedem Fall aber das beste bis zum Jahre 2003 – schlicht, da es in so gut wie jedem Moment überzeugt und es die gefühlte Quintessenz der Band repräsentiert.

Absolute Anspieltipps: CENTER OF THE UNIVERSE, FAREWELL, A FEAST FOR THE VAIN, LOST AND DAMNED


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„KAMELOT auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.“

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