Metal-CD-Review: KAMELOT – Siege Perilous (1998)

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Alben-Titel: Siege Perilous
Künstler / Band: Kamelot (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. Juli 2008
Land: USA
Stil / Genre: Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Roy S. Khan – Vocals
Thomas Youngblood – Guitars
Glenn Barry – Bass
David Pavlicko – Keyboards
Casey Grillo – Drums

Track-Liste:

1. Providence (05:35)
2. Millennium (05:15)
3. King’s Eyes (06:14)
4. Expedition (05:41)
5. Where I Reign (05:58)
6. Rhydin (05:03)
7. Parting Visions (03:34)
8. Once a Dream (04:24)
9. Irea (04:32)
10. Siege (04:19)

Wenn Veränderungen Großes verheißen.

SIEGE PERILOUS ist nicht nur das dritte Album aus der zweifelsohne spannenden Diskografie der US-Power Metaller von KAMELOT – sondern auch ein wichtiger Meilenstein in der hiesigen Bandhistorie. Schließlich trat hier im Gegensatz zu den beiden zeitnahen Vorgängern ETERNITY (Review) und DOMINION (Review) erstmals ein gewisser Roy S. Khan als Leadsänger auf. Wie man heute weiß, führte wohl erst diese Neubesetzung zu jenem Erfolg; den KAMELOT später für sich verbuchen sollten. Dabei ist später auch eines der wichtigen allgemeinen Stichwörter für die frühe Phase der Band –  denn auch SIEGE PERILOUS konnte und kann trotz der wichtigen Neubesetzung nicht vollständig überzeugen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: zwar bewegten sich KAMELOT langsam aber sich weg vom unspektakulären Mittelmaß, hin zu einer immer ambitionierteren Genre-Band – doch ein waschechter Power Metal-Klassiker klingt noch immer deutlich anders als das, was KAMELOT hier im Rahmen von 10 Titeln präsentierten. Mit ein Grund für die eher zurückhaltende Gesamtwirkung ist die alles anderes als glanzvolle Produktion. Denn allein vom akustischen Ersteindruck her klingt SIEGE PERILOUS eher wie die Demo einer beliebigen Independent-Band – und nicht wie von einer Band, die zu diesem Zeitpunkt schon 7 Jahre existierte, bei einem namhaften Label unter Vertrag war und schon zwei Vorgängeralben präsentierte. Dieser – wenn man es einmal böse ausdrücken wollte – leicht schludrige Eindruck zieht sich auch bis in die Darbietungen der einzelnen Mitglieder. Vor allem Roy Kahn war hier als Leadsänger noch weit davon entfernt, seine eigentliche Klasse zu erreichen. Immerhin: der Grundstein war gelegt, und er passte schon wesentlich besser zum allgemeinen Soundoutfit der Band als sein Vorgänger Mark Vanderbilt.

Doch auch wenn einige der hier präsentierten Titel durchaus Potential haben, kann man sich kaum des Gefühls erwehren als wirke das Ganze noch recht unausgegoren. SIEGE PERILOUS fehlt es schlicht an einem Spannungsbogen, einem markanten Aufhänger oder einem besonderen Konzept – ein Großteil des Albums plätschert eher lieblos vor sich her und lässt dabei weder nennenswerte Emotionen noch ein gewisses Wow-Gefühl entstehen. Beispielhaft dafür stehen Nummern wie PARTING VISIONS – das nach viel mehr hätte klingen können, durch den eher dumpfen Soundeindruck, das mechanisch klingende Drumming und einen unvorteilhaften Refrain aber geradezu verpuffen. Überhaupt hat sich die Band keinen Gefallen mit dem auf dem gesamten Album oft arg künstlich klingenden Keyboard getan – welches Nummern wie den Titeltrack SIEGE PERILOUS sogar dezent lächerlich dastehen lässt. Am ehesten und insgesamt greift hier wohl das STRATOVARIUS-Prinzip: Bands wie KAMELOT hatten schon früh ein außerordentliches Potential, konnten dieses aber noch nicht wirklich zufriedenstellend umsetzen. Später aber dafür umso mehr – sodass Alben wie SIEGE PERILOUS nur beinharten Fans, die wirklich jedes Release ihr eigen nennen wollen; empfohlen werden kann.

Absolute Anspieltipps: IREA


50button

„Man hatte sich den richtigen Weg gemacht – aber das Ziel noch großzügig verfehlt.“

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