Metal-CD-Review: ANGELSEED – Crimson Dyed Abyss (2015)

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Alben-Titel: Crimson Dyed Abyss
Künstler / Band: AngelSeed (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 29. November 2015
Land: Kroatien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Sliptrick Records

Alben-Lineup:

Siniša Antunović – Bass
Jure – Drums
Juraj Birin – Guitars
Maras – Guitars
Jurica Bažant – Keyboards
Ivana Anić – Vocals

Track-Liste:

1. Bloodfield (04:58)
2. Dancing with the Ghosts (05:13)
3. Man with Black Roses (05:43)
4. Forever Blind (05:33)
5. Leaving All Behind (05:06)
6. Fallen Angel (06:04)
7. Schizo-head (05:04)
8. Dreamer / Breaking Dawn (06:23)
9. Soulcollector (05:48)
10. The Healer (05:40)
11. Now (05:25)

Ein höchst seltener Fund.

Auch wenn guter Power Metal überall auf der Welt produziert und geliebt wird, gibt es nach wie vor Länder die man eher nicht mit den wichtigsten Ursprungsorten besonders markanter Genre-Bands assoziieren würde. Das trifft wohl auch auf Kroatien zu – ein Land, in dem die Anzahl der aktiven Bands grob gesagt gegen Null tendiert. Nimmt man nun auch noch das Präfix des symphonischen hinzu, bleiben ganze zwei Bands übrig – für die das Jahr 2015 jeweils eine ganz besondere Rolle spielt. Denn neben LUX PURUS haben nun auch ANGELSEED ihr erstes offizielles Studioalbum mit dem fantasievollen Namen CRIMSON DYED ABYSS veröffentlicht. Dabei kann man der Band eines schon einmal nicht vorwerfen – dass sie sich nicht vorbereitet hätten. Offenbar hat man das erstmals auf der bereits 2014 erschienen EP präsentierte Konzept perfektioniert, kräftig am Sound gefeilt; und so ein Album kreiert, das nach vielem klingt – nur nicht nach einem unentschlossenen Debütwerk. Denn schon die Aufmachung des Albums, die Produktionsqualität und die an den Tag gelegte musikalische Vielfalt und Tiefe lassen keinen zweifel daran, dass es ANGELSEED durchaus mit der internationalen Konkurrenz aufnehmen könnten.

Besonders gut veranschaulicht das bereits der Opener BLOODFIELD als einer der vielleicht stärksten und aussagekräftigsten Titel des Albums. Sicher auch, da er nicht wie eine typische Nummer aus dem Bereich des Symphonic Power Metal klingt, sondern markante Alleinstellungsmerkmale vor allem im Bereich des Rhythmus und des Gesangs präsentiert werden. Im weiteren Albenverlauf kann man eine offensichtliche, vielleicht aber gar nicht mal beabsichtigte Parallele nicht verneinen: ANGELSEED klingen einstweilen stark nach der deutschen Combo DAWN OF DESTINY. Und das auf vielen Ebenen – auch der inhaltlichen. Das Ergebnis ist, dass auch ANGELSEED mit dem Spiel verschiedener Stimmungen und Emotionen aufwarten, und immer wieder zwischen eher düster-getragenen und aufmunternden Momenten alternieren. Wobei der Fokus klar auf einer gewissen Schwermütigkeit liegt, die durch die wuchtig-schroffen Kompositionen mit viel Gitarrenarbeit und vergleichsweise minimalistischen symphonischen Elementen unterstützt wird. Sehr gut gelungen sind der Band dabei vor allem die Hintergrund-Chöre – und auch die Entscheidung, hie und da Gast-Sänger auftreten zu lassen passt perfekt zum ohnehin vielschichtigen Eindruck des Albums.

Letztendlich, und nach insgesamt einer guten Stunde überraschend ausgefeilter ANGELSEED-Kost gilt es speziell eines festzuhalten: CRIMSON DYED ABYSS wirkt als Genre-Album seltsam anziehend und vermag es den Zuschauer schnell in seinen Bann zu ziehen. Wohl auch, da man schlussendlich nie so genau weiß, was nun als nächstes folgen würde. Das ist in diesem Fall aber keine Form der Unsicherheit – sondern vielmehr das Einlassen auf ein vergleichsweise tiefgreifendes musikalisches Abenteuer. Abgesehen von kleineren Schwächen im weiblichen Leadgesang von Ivana Anić und der Tatsache, dass ANGELSEED speziell im Mittel- und Endteil eher auf Nummer sicher gehen und so weitere, wahre Ausnahme-Titel ausbleiben; hat die noch junge Band alles richtig gemacht – und sollte eine glorreiche Zukunft vor sich haben.

Absolute Anspieltipps: BLOODFIELD, DANCING WITH THE GHOSTS, SCHIZOHEAD


80button

„Ein gleichermaßen anspruchsvoller wie bittersüßer Genre-Einstand.“

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