Metal-CD-Review: MATENROU OPERA – ChiKyu (2016)

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Alben-Titel: ChiKju
Künstler / Band: Matenrou Opera (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 20. Januar 2016
Land: Japan
Stil / Genre: Symphonic / Prog Power Metal, J-Rock
Label: King/Bellwood

Alben-Lineup:

Gesang: 苑 – Sono
Gitarren: Anzi
Keyboard: 彩雨 – Ayame
Bass: 燿 – You
Schlagzeug: 悠 – Yuu

Track-Liste:

1. Pandora
2. Burning Soul
3. 致命傷
4. You & I
5. 君と見る風の行方
6. Good Bye My World
7.青く透明なこの神秘の海へ
8. Fantasia
9. Silent Scream
10. Ether
11. 讃えよう 母なる地で
12. 地球
Bonus Track ※初回限定盤のみ
13. 嘘のない私で

Wenn Experimente gerne gesehen sind.

Alle Freunde einer eher experimentellen Seite des Heavy- und Power Metal wird freuen, dass sich die hierzulande weitestgehend unbekannten Japaner von MATENROU OPERA mit einem neuen Album zurückgemeldet haben. Dabei liegt das letztaktuelle Werk AVALON (Review) noch gar nicht allzu lange zurück – doch wenn es der Band an einem nie gemangelt hat, dann an Energie und interessanten Song-Ideen. Vom Bestreben, eine höchst ungewöhnliche Symbiose aus Elementen zahlreicher Genres anzustreben einmal ganz abgesehen: MATENROU OPERA in nur eine vorgefertigte Schublade zu stecken, ist schlicht nicht möglich. Man müsste eher die Einzelteile entsprechend verwerten, und dabei beileibe nicht nur das Fach der Visual-Kei-Bands und des standardisierten J-Rocks aufmachen. Im Falle von SHIKYU ist MATENROU OPERA dabei sogar ein besonderer Spagat gelungen: das Album klingt einerseits frisch und aufregend, was auf so gut wie alle Releases der Band zutrifft – andererseits aber auch nicht zu experimentell und fremdartig, was es angenehm vom eher durchtriebenen Vorgänger AVALON abhebt. Bereits der Opener PANDORA und BURNING SOUL präsentieren sich als eher düstere, von einem energischen Drumming und schroffen Riffs getriebene Haudrauf-Nummern – die zudem über grandiose, leicht an JUPITER erinnernde Soli-Parts verfügen. Erst mit CHIMEISHOU und YOU & I klingt man so gesehen typisch japanisch – das heißt vor allem modern und mit einem gewissen Hang zur Chart-Tauglichkeit.

Das mag auch auf KIMI TO MIRU KAZE NO YUKUE zutreffen, doch hier und auch im quirligen Nachfolger GOOD BYE MY WORLD gesellen sich einige selbst für MATENROU OPERA neue, gut in die Soundkulisse einfügende Sound-Elemente hinzu. So entsteht gerade im Mittelteil ein reichlich bunter Eindruck – der allerdings nur noch wenig mit dem Auftakt des Albums am Hut hat, und sämtliche noch zu hörende Variationen des Heavy Metal eher hintergründig einstreut. Die Änderung, respektive der Auftakt eines neuen Alben-Abschnitts macht sich dann erst mit dem Instrumental FANTASIA bemerkbar, das mit einigen angenehmen symphonischen Arrangements und netten Gitarren-Spielereien aufwartet. Und auch das unterhaltsame SILENT SCREAM kann überzeugen, erst Recht wenn man die Nummer als deutlich geschicktere und zielstrebigere Abwandlung des Sounds von einer Band wie DRAGON GUARDIAN betrachtet. Schlussendlich gilt es wohl, leicht gemischte Gefühle festzuhalten: während der gesamte Mittelteil selbst für explizit experimentierfreudige Metaller im weitesten Sinne zu vernachlässigen ist, hält CHIKYU zumindest zum Auftakt und gegen Ende hin einige höchst interessante Nummern irgendwo zwischen einem typisch-japanischen J-Rock und einem gleichermaßen symphonisch wie progressiv angehauchten Heavy- und Power Metal parat. Fans von vergleichbaren Fernost-Combos wie GALNERYUS oder JUPITER sollten definitiv mal einen Blick riskieren. Nur zwei Dinge gilt es noch festzuhalten: die Produktionsqualität ist über alle Zweifel erhaben, und dsa Album damit seinen Vorgängern klar voraus – und mit der Leadstimme von Sänger Sono samt seines einmaligen Vibrato wird man sich entweder anfreunden, oder eben nicht.

Absolute Anspieltipps: PANDORA, BURNING SOUL, FANTASIA, SILENT SCREAM


80button

„Ein aufregend anderes, musikalisch zutiefst buntes japanisches Potpourri für alle, die keine Genre-Grenzen kennen.“

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