Metal-CD-Review: RHAPSODY OF FIRE – Into The Legend (2016)

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Alben-Titel: Into The Legend
Künstler / Band: Rhapsody Of Fire (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. Januar 2016
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Alex Staropoli – Keyboards, Harpsichord, Piano
Fabio Lione – Vocals
Alex Holzwarth – Drums, Percussion
Roberto De Micheli – Guitars

Track-Liste:

1. In Principio (02:45)
2. Distant Sky (04:32)
3. Into the Legend (05:01)
4. Winter’s Rain (07:44)
5. A Voice in the Cold Wind (06:18)
6. Valley of Shadows (06:55)
7. Shining Star (04:39)
8. Realms of Light (06:01)
9. Rage of Darkness (06:02)
10. The Kiss of Life (16:45)

Das Spiel mit dem eigenen Status.

Der 15. Januar dürfte ein Freudentag gewesen sein – zumindest für all jene, die der seit 1995 bestehenden Kult-Formation RHAPSODY OF FIRE (Ex-RHAPSODY, Ex-THUNDERCROSS) seit jeher die Treue schwören. Schließlich galt der Stichtag der Veröffentlichung von INTO THE LEGEND, dem mittlerweile elften Studioalbum der Italienischen Symphonic Power Metaller. Und damit einer Band, der ein gewisser Kultstatus nicht von ungefähr anhaftet. Denn auch wenn die schon seit Jahren kontinuierlich von der Band gehegte und gepflegte, Fantasy-lastige Spielart inklusive reichlich Pomp und Bombast nicht jedermann gefallen wird; so sind sich die meisten doch darüber einig, dass RHAPSODY OF FIRE in den späten 90ern eine wichtige Funktion als Genre-Wegbereiter übernommen haben. Vermutlich würde es heute tatsächlich etwas anders aussehen in der Landschaft des Symphonic Power Metal, hätte es niemals ein LEGENDARY TALES (Review) oder ein SYMPHONY OF ENCHANTED LANDS (Review) gegeben. Und noch etwas muss man der Band in jedem Fall hoch anrechnen: Fabio Lione & Co. haben sich niemals auf ihren bisherigen Lorbeeren ausgeruht, sondern immer munter weitergemacht mit dem was sie lieben und vermutlich auch leben.

Warum nun gerade INTO THE LEGEND eine weitere spannende Angelegenheit in der gut bestückten Diskografie der Band ist, versteht sich eigentlich von selbst. Denn wie man weiß war 2011 ein relatives Schicksalsjahr für die Band, die kurz nach der Veröffentlichung von FROM CHAOS TO ETERNITY (Review), dem wohl letzten klassischen RHAPSODY-Album; eine markante Aufsplittung erfuhr. Seit diesem Tag werkelt LUCA TURILLI allein respektive mit einer neuen Band in LUCA TURILLIS RHAPSODY, und die eigentlichen RHAPSODY OF FIRE waren auf sich allein gestellt – wobei man in Anbetracht der Größe von Fabio Lione und sicher auch Alex Staropoli niemals davon sprechen konnte, dass nicht nur wichtige Mitglieder sondern auch ein Großteil des Talents die Band verlassen hatte. Dennoch machte sich das einschneidende Erlebnis sowie die teilweise Neubesetzung bemerkbar: das 2013’er Album DARK WINGS OF STEEL (Review) fühlte sich nicht wirklich rund an, und war für viele eine relative Enttäuschung. Umso brennender dürfte daher die Frage sein, was sich in Bezug auf INTO THE LEGEND getan hat.

Eines fällt dann aber recht schnell auf: RHAPSODY OF FIRE orientieren sich mit ihrem elften Album wieder deutlicher an ihren Ursprüngen. Analog dazu ist auch die an den Tag gelegte Spielfreude und unmissverständliche Ausdruckskraft von dereinst zurück – womit INTO THE LEGEND schon wieder wesentlich deutlicher nach RHAPSODY klingt als das etwas halbgare DARK WINGS OF STEEL. Gleichzeitig könnte, oder müsste man auch einräumen, dass es sich somit um ein relativ typisches Album der Italiener handelt – was viele Fans freuen, anderen (speziell solche die nach neuen Eindrücken suchen) dagegen eher sauer aufstoßen sollte. Doch wie man es auch dreht und wendet – es fühlt sich einfach gut an, RHAPSODY wieder in ihrer eigentlichen musikalischen Welt angekommen zu wissen. Die befasst sich auch in diesem Fall mit der gekonnten Inszenierung der gesamten Bandbreite, die das Genre des Symphonic Power Metal zu bieten hat – wobei bereits das Intro auf den besonderen, unverkennbaren Bombast und den dezent apokalyptischen Grundton von RHAPSODY OF FIRE hinweist. Bei den folgenden Nummern DISTANT SKY und dem Titeltrack INTO THE LEGEND sah man sogleich von allzu ausschweifenden Experimenten ab – sodass sich schon zum Auftakt zwei sofort zündende, typisch starke RHAPSODY-Hymnen mit Spitzenrefrains finden.

Somit bleibt vieles beim alten, respektive kehrt zum alten zurück – was auch für die wuchtige Produktionsqualität und das Spiel der Instrumente im allgemeinen gilt. Von Fabio Lione gar nicht erst zu sprechen – der zieht sein Ding seit Jahren unbeirrt durch, und macht dabei eine außergewöhnlich gute Figur. Während das Vorgängeralbum noch etwas zu sehr von seichten Keyboard-Klängen geführt worden war, springt auf INTO THE LEGEND wieder ein echtes Orchester ein – was in Anbetracht der durchaus epischen Aufmachung des Albums passig erscheint und dem Album eine zusätzlich organische Note verpasst. Sehr gut ist auch, dass das Album nach dem eher gradlinigen Auftakt an Variabilität gewinnt. Will heißen: einzelne Nummern wie WINTERS RAIN oder A VOICE IN THE COLD WIND (welches auch die guten alten Flöten-Töne zurückbringt) bleiben nicht gleich, sondern entwickeln sich hörbar. Der einzige Nachteil des Albums ist wohl, dass RHAPSODY OF FIRE einstweilen zu dick auftragen, vor allem was den Einsatz des Orchesters und das Versehen der Titel mit einer explizit düsteren Note betrifft. Gerade im späteren Albenverlauf finden sich einige doch dezent aufgeblasen klingende Nummern mit einem gewissen Hang zur Übertreibung – wie etwa VALLEY OF SHADOWS oder REALMS OF LIGHT. Hier hätte man ruhig noch häufiger vom neuen, ernsten Pfad abweichen und für ein wenig Auflockerung sorgen können. Doch insgesamt kann man dem Album nur wenig vorwerfen.

Absolute Anspieltipps: DISTANT SKY, A VOICE IN THE COLD WIND, RAGE OF DARKNESS


80button

„Eine Vorliebe für Orchester, sowie reichlich Bombast und Pathos wird empfohlen.“

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