Metal-CD-Review: MÖRNINGSTAR – Aventure Vers La Divine Force (2016)

moerningstar-aventure_500

Alben-Titel: Aventure Vers La Divine Force
Künstler / Band: Mörningstar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 03. Januar 2016
Land: Kanada
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Marc Brisson – Everything

Track-Liste:

1. La Vallée d’Eïsmus (11:52)
2. En route (01:14)
3. Aventure vers la divine force (10:08)
4. Marche dans la vallée (02:55)
5. La Sorcière-Gobelin (05:22)
6. Les Démons du vice (04:28)
7. Repos (01:20)
8. Au village du coeur sacré (01:08)
9. Gobelins et trolls (04:28)
10. Bataille contre le dragon d’or (10:31)
11. Outro (03:49)

Man sollte den Tag (nicht) vor dem Morgen loben.

Heutzutage gibt es sie immer häufiger, auch im Bereich des Power Metal – ambitionierte Ein-Mann-Projekte, die ohne die Hilfe anderer auskommen, oder im schlimmsten Fall auskommen müssen. Dabei gilt es indes immer zu unterscheiden, ob tatsächlich ein halbwegs ernsthaftes Bestreben dahinter steckt – oder ob die entsprechenden musikalischen Ergüsse nur als halbgares Produkt eines in die Öffentlichkeit gezerrten Hobbys fungieren. Im Falle von MÖRNINGSTAR, einem aus Kanada stammenden und allein von Multi-Talent Marc Brisson vertretenen Symphonic Power Metal-Soloprojekt; dürfte das diesbezügliche Urteil wohl recht schnell fallen. Denn: während das herrlich laienhafte Cover-Artwork noch als Ausrutscher oder als eine Art augenzwinkernde Maßnahme in Bezug auf eine Parodie angesehen werden könnte, verhält es sich musikalisch schon nicht mehr ganz so ambivalent. Das Album AVENTURE VERS LA DIVINE FORCE (welches man auch auf der hiesigen Bandcamp-Seite des Künstlers anhören kann) wirkt vielmehr wie ein kläglicher Versuch, potentielle Genre-Vorbilder nachzuahmen – was sich teilweise auch auf die Musik respektive die typische Struktur des Albums niederschlägt.

Doch abgesehen von möglicherweise entstehenden Parallelen gilt es eher, erschreckendes festzuhalten. Schließlich sind ein Großteil der Titel schlicht derart plump aufgemacht, dass einem selbst als Die-Hard-Fan des Genres kein Licht aufgehen wird. Umso überraschender ist, dass zumindest die Produktionsqualität recht ordentlich klingt und nur einzelne Elemente im Mix entweder zu laut oder zu leise ausfallen. Das ist für ein komplett in Eigenregie produziertes Album schon einmal nicht schlecht, was im übrigen auch für die Instrumente gilt. Schließlich könnte man meinen, es spielte hier tatsächlich eine komplette Band – wenn auch keine besonders gute. Doch spätestens der schrecklich-schiefe und leidlich bemühte Leadgesang samt der französischen Texte und den eingespielten Sprachpassagen werden einem den Rest geben – und das an RHAPSODY OF FIRE und Konsorten angelehnte Album wohl auf ewig in der Versenkung verschwinden lassen. Das einzig gute an diesem Release sind wohl die hie und da inszenierten instrumentalen Stimmungen, wie in MARCHE DANS LA VALLEE. Schlussendlich gilt: nur wenn Marc Brisson es schaffen sollte, sich einen passenden Leadsänger ins Boot zu holen und im gleichen Atemzug auch sein Konzept ändert (Stichwort: weg von Tolkien, weg vom Kitsch); dann könnte es sich lohnen MÖRNINGSTAR weiter zu beobachten.

Absolute Anspieltipps: MARCHE DANS LA VALLEE


10button

„Leider ein kläglich gescheitertes Hobby-Projekt.“

Advertisements

Zögert bitte nicht, einen Kommentar zu hinterlassen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s