Metal-CD-Review: LABYRINTH – Freeman (2005)

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Alben-Titel: Freeman
Künstler / Band: Labyrinth (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 04. März 2005
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Arise Records

Alben-Lineup:

Roberto Tiranti – Vocals
Andrea Cantarelli – Guitars
Pier Gonella – Guitars
Cristiano Bertocchi – Bass
Mat Stancioiu – Drums
Andrea De Paoli – Keyboards

Track-Liste:

1. L.Y.A.F.H. (04:26)
2. Deserter (05:03)
3. Dive in Open Waters (03:10)
4. Freeman (04:16)
5. M3 (04:10)
6. Face and Pay (05:27)
7. Malcolm Grey (06:02)
8. Nothing New (05:03)
9. Infidels (05:55)
10. Meanings (03:56)

Was ist denn da passiert ?

Die Zeit um den Jahrtausendwechsel war die wohl turbulenteste, und aufregenste und sicher auch entscheidendste Zeit für die italineischen Power Metaller von LABYRINTH. Den ersten handfesten Vorgeschmack auf das, was an Potential alles in der Band schlummerte wurde bereits 1998 abgeliefert – RETURN TO HEAVEN DENIED (Review) ist bis heute ein gern gehörter Klassiker. Und auch wenn der direkte Nachfolger SONS OF THUNDER (Review) nicht mehr ganz so stark war, hatte sich die Band spätestens mit  ihrem vierten, interessanterweise gleichnamigen Studioalbum LABYRINTH (Review) wieder vollständig rehabilitiert und zugleich mit neuartigen progressiven Ansätzen geglänzt. Wenngleich LABYRINTH diese Überraschung gelungen war, sollte die darauf folgende wahrlich nicht jedermann begeistern: das 2005’er Studioalbum FREEMAN ist schließlich ein Überraschungspaket der etwas anderen Sorte. Eines, das den bisherigen Sound der Band völlig auf den Kopf stellte – und wenn man so will gar das Gegenteil von dem repräsentierte, wofür die Band einst stand.

Der Grund dafür ist auch vergleichsweise schnell gefunden: FREEMAN klingt nicht nur anders als alle anderen LABYRINTH-Alben, sondern in erster Linie deutlich moderner – allerdings im negativsten aller vorstellbaren Sinne. So haben die einzelnen Elemente der Musik stark unter den offenbar für die Masse verinfachten und glattgeschliffenen Maßnahmen zu leiden – was sich auch auf den stark vereinfachten, enorm verzerrten Klang der Gitarren, das schwachbrüstig-plumpe Drumming und den überbordernden Einsatz des Keyboards auswirkt. Auch wenn die LABYRINTH-Kompostionen schon immer einen Hang zum melodiösen hatten und das Keyboard eine gewisse Rolle spielte, scheinen die auf FREEMAN dargebotenen Töne weitestgehend einem breiteren Geschmack angepasst. Das hätte vielleicht noch nichts schlechtes bedeuten müssen, doch wenn man ausgerechnet auf einem LABYRINTH-Album das Gefühl hat als könnte das ganze auch auf einer beliebigen Radiostation laufen – und das selbst hier als kaum konkurrenzfähiges Material – dann sieht es eher schlecht aus.

Der gesamte Alben-Auftakt mit dem anbiedernden Opener L.Y.A.F.H., dem Folgetitel DESERTER (der mit einigen nervigen Screams im Hintergrund aufwartet, sonst aber handzahm bleibt) und dem überdrehten DIVE IN OPEN WATERS zählt zweifelsohne zu den ärgerlichsten LABYRINTH-Momenten aller Zeiten, wobei sich auch Leadsänger Roberto Tiranti in einem negativen Sinne angepasst hat. Nur das experimentelle MALCOLM GREY oder das explizit nervige INFIDELS dürften dem Ganzen dann noch die Krone aufsetzen. Hie und da schimmern sie zwar noc hdurch, jene progressiven Ansätze die das Vorgängeralbum so interessant gemacht haben – doch sind sie hier weit davon entfernt, einen gekonnten geschweige denn akustisch angenehmen einruck zu hinterlassen. Im weiteren Albenverlauf wird es dann nicht viel besser – wobei LABYRINTH auch mit den hier anberaumten, für sie eigentlich ugnewöhnlichen Textinhalten wenig reißen können.

Absolute Anspieltipps: FACE AND PAY


35button

„Ein neues musikalisches Konzept gerät zur Katastrophe.“

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