Metal-CD-Review: GAMMA RAY – Sigh No More (1991)

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Alben-Titel: Sigh No More
Künstler / Band: Gamma Ray (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 23. September 1991
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Kai Hansen – Guitars
Ralf Scheepers – Vocals
Uwe Wessel – Bass
Dirk Schlächter – Guitars
Uli Kusch – Drums

Track-Liste:

1. Changes (05:42)
2. Rich & Famous (04:39)
3. As Time Goes By (04:43)
4. (We Won’t) Stop the War (03:48)
5. Father and Son (04:26)
6. One with the World (04:47)
7. Start Running (03:58)
8. Countdown (04:20)
9. Dream Healer (06:21)
10. The Spirit (04:18)

Das Durchatmen nach der ersten Aufregung.

SIGH NO MORE ist das zweite offizielle Studioalbum einer damals noch sehr jungen Metal-Combo aus dem Hamburger Raum. Die Rede ist natürlich von GAMMA RAY, die neben den Kollegen von HELLOWEEN als eine der vielleicht wichtigsten deutschen Pionier-Bands bezeichnet werden können. Denn wo würde der europäische Power Metal heute stehen, hätte es niemals ein HEADING FOR TOMORROW (Review) oder zwei ganz bestimmte KEEPER-Alben (Review hier und hier) gegeben ? Doch bei aller Liebe zur Nostalgie und etwaigen Bestrebungen, geschichtsträchtige Ursprünge zu erforschen – es scheint, als hätten sich GAMMA RAY nach ihrem fulminant-frechen Debütalbum dezent zurückgelehnt. Denn anders ist der vergleichsweise lockere, oberflächlich-rockige und fast schon harmlose Sound des schon nicht mehr ganz so spektakulären Zweitwerks wohl nicht zu erklären. Sicher spielen hier auch andere Faktoren hinein, wie etwa die Tatsache dass GAMMA RAY unter Ralf Scheepers bei weitem nicht so angesehen waren wie zu ihrer Blütezeit ab 1995, in der Kai Hansen neben seiner Arbeit an den Leadgitarren auch den wichtigen Leadgesangsposten übernahm. Doch kann es nicht wirklich allein daran liegen – denn auch bezüglich des allgemeinen Konzeptes respektive der lockeren Präsentation steht SIGH NO MORE eher auf einem verlorenen Posten. So wurde der noch kurz zuvor dem deutschen Publikum schmackhaft gemachte Speed- und Power Metal gegen eine Reihe anderer Genre-Anleihen ausgetauscht – vornehmlich aus dem Bereich des Hardrocks. Doch nicht nur die instrumentell eher gemäßigte Aufmachung und die spürbare Zurückhaltung in Bezug auf die zuvor präsentierte Energie eines HEADING FOR TOMORROW schneidet hier schlecht ab, insbesondere scheint es das Songwriting erwischt zu haben.

Wo die Band zuvor mit Nummern wie HEAVEN CAN WAIT einen echten Klassiker abgeliefert hatte, stellte sich nun eine breite Ernüchterung; wenn nicht gar eine enorme Langeweile ein. Bereits der Opener CHANGES und dessen Nachfolger RICH AND FAMOUS dudeln relativ belanglos vor sich her, bis AS TIME GOES BY plötzlich an Fahrt aufnimmt und aufzeigt, zu was GAMMA RAY hier eigentlich imstande gewesen wären – nur um dann mit WE WONT STOP THE WAR und FATHER AND SON zwei weitere absolut zu vernachlässigende Nummern ohne das gewisse Etwas zu präsentieren. Richtig übel wird es dann aber erst in Anbetracht einer potentiellen Hymne wie ONE WITH THE WORLD, die gute Ansätze hat – aber dank des abgedroschenen Drumming-Parts ebenfalls schnell in der Versenkung verschwindet. STAR RUNNING ist dann eine der wenigen Nummern, die man als rundum gelungen bezeichnen könnte – und COUNTDOWN sowie das bemerkenswert schlecht abgemischte DREAM HEALER schon wieder das absolute Gegenteil. Sicher werden die Meinungen auch hier dezent auseinander gehen, doch zumindest eines scheint festzustehen: SIGH NO MORE ist weit davon entfernt, eines der besseren GAMMA RAY-Alben zu sein.

Absolute Anspieltipps: AS TIME GOES BY, STAR RUNNING, THE SPIRIT


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„Noch akzeptabel, aber gerade nach dem sehr guten Debüt eine herbe Enttäuschung.“

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