Metal-CD-Review: FALCONER – Grime Vs. Grandeur (2005)

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Alben-Titel: Grime Vs. Grandeur
Künstler / Band: Falconer (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 02. Mai 2005
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal w/ Folk
Label: Metal Blade Records

Alben-Lineup:

Stefan Weinerhall – Guitars
Kristoffer Göbel – Vocals
Karsten Larsson – Drums
Jimmy Hedlund – Guitars
Magnus Linhardt – Bass

Track-Liste:

1. Emotional Skies (05:11)
2. Purgatory Time (04:44)
3. I Refuse (04:35)
4. Humanity Overdose (06:16)
5. The Assailant (03:43)
6. Power (06:05)
7. No Tears for Strangers (05:48)
8. The Return (05:09)
9. Jack the Knife (04:23)
10. Child of the Wild (06:55)

FALCONER mal dezent anders.

GRIME VS. GRANDEUR (zu deutsch etwa: das minderwertige gegen das erhabene) ist das vierte Studioalbum aus der außergewöhnlichen schwedischen Folk- und Power Metal-Schmiede FALCONER. Wenn man so frei und frech ist, könnte man es allerdings auch als das zweite Album einer neuen Band-Ära bezeichnen – die 2003 dadurch begründet wurde, dass Leadsänger Mathiad Blad plötzlich seinen Posten räumte. Nachdem er auf dem direkten Vorgänger THE SCEPTRE OF DECEPTICON (Review) immerhin noch teilweise zu hören war, liegt es in Bezug auf GRIME VS. GRANDEUR allein an Neuzugang Kristoffer Göbel, die FALCONER-Botschaft zu verbreiten. Wobei das nicht ganz stimmt – schließlich erfährt auch GRIME VS. GRANDEUR die Unterstützung zahlreicher Background-Sänger. Doch auch wenn die ersten beiden sehr guten FALCONER-Alben (Wertungen: 100 und 95 Prozentpunkte) noch gänzlich ohne derartige Unterstützungen funktionierten, ist das neue gesangliche Konzept der Band nicht das eigentliche Problem. Sicher, über die Vor- und Nachteile des Neuzugangs Kristoffer Göbel könnte man gerade im Vergleich mit seinem ehrwürdigen Vorgänger Mathias Blad nicht zu knapp streiten – doch wenn Lineup-Wechsel unvermeidlich sind, muss man sich eben mit ihnen arrangieren um im besten Fall irgendwann an sie gewöhnen.

GRIME VS. GRANDEUR hat aber ohnehin eher mit seiner instrumentalen Auslegung und seinem vermittelten Gesamteindruck zu kämpfen. Einem Eindruck, der nun vollständig mit dem alten FALCONER-Sound bricht und nicht nur die schon knappen Folk-Elemente des Vorgängers komplett streicht – sondern teilweise auch am eigentlichen Power Metal-Grundgerüst zerrt und als Ausgleich immer wieder Elemente des AOR einsetzt. Das führt einstweilen dazu, dass einige der auf GRIME VS. GRANDEUR enthaltenen Nummern eine eher lockere und spaßig-rockige Atmosphäre heraufbeschwören – an die man sich erst gewöhnen muss. Das funktioniert nach einigen Durchläufen auch ganz gut, beispielsweise in I REFUSE oder THE ASSAILANT – aber eben auch nur, wenn die Vergangenheit der Band weitestgehend ausblendet und sich nicht darin erinnert, wie gut FALCONER einst in ihrem ehemaligen Genre waren. Was man GRIME VS. GRANDEUR allemal zugute halten kann, ist eigentlich nur die für FALCONER-Verhältnisse traditionelle, angenehm schroffe Gitarrenarbeit – während sich der Schlagzeuger fitter als jemals zuvor bombastischen Blastbeats und Double-Bass-Einlagen hingibt, analog zu einer nicht immer sicher klingenden Produktion und den manchmal störenden Chor-Einlagen. So steht bereits der Opener EMOTIONAL SKIES relativ schlecht da – und auch rasante, von der Warte des Riffings aus gesehen höchst solide Nummern wie PURGATORY TIME oder POWER schneiden aufgrund des mäßigen Gesangs und einer überraschend plumpen Gesamtwirkung alles andere als herausragend ab.

Zumal es gerade in diesen und anderen Nummern auch immer wieder die Refrains erwischt – das, was man beispielsweise in HUMANITY OVERDOSE auf die Lauscher bekommt, geht schlicht auf keine Kuhhaut. Im späteren Verlauf stellt sich dann auch noch ein gewisses Wiederholungs-Gefühl ein – viele der enthaltenen Nummern sind recht ähnlich gestrickt, vor allem in Bezug auf das Riffing. Erst der Rausschmeißer CHILD OF THE WILD sorgt dann doch noch für eine angenehme Überraschung: hier klingen FALCONER plötzlich wieder stark wie dereinst, und fügen auch ihren neuen Leadsänger perfekt ein. Ein wenig runder als der unentschlossene und unausgegorene Vorgänger klingt GRIME VS. GRANDEUR somit allemal – sodass man eine eingeschränkte Empfehlung aussprechen sollte. Eines steht aber fest: es wäre unglaublich viel mehr drin gewesen.

Absolute Anspieltipps: I REFUSE, THE ASSAILANT, CHILD OF THE WILD


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„Weniger anspruchsvoller Folk- und Power Metal, mehr unkompliziertes aus allen anderen Genre-Bereichen.“

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