Metal-CD-Review: STRATOVARIUS – Stratovarius (2005)

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Alben-Titel: Stratovarius
Künstler / Band: Stratovarius (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Oktober 2003
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Sanctuary Records

Alben-Lineup:

Timo Kotipelto – Vocals
Timo Tolkki – Guitars
Jari Kainulainen – Bass
Jörg Michael – Drums
Jens Johansson – Keyboards

Track-Liste:

1. Maniac Dance (04:35)
2. Fight!!! (04:03)
3. Just Carry On (05:28)
4. Back to Madness (07:43)
5. Gypsy in Me (04:28)
6. Götterdämmerung (Zenith of Power) (07:13)
7. The Land of Ice and Snow (03:05)
8. Leave the Tribe (05:42)
9. United (07:02)

Von Kämpfern, Verrückten und Zigeunern.

Ob man es nun im Jahre 2005 und somit quasi live verköstigt hat, oder ob man es rückwirkend entdeckt – speziell ein einzelnes Album der somit nicht mehr ganz so zeitlosen STRATOVARIUS-Diskografie hatte die Gemüter gespalten wie nie zuvor. Und das wohl zu Recht – weshalb es umso unpassender erscheint, dass ausgerechnet dieses dezent aus der Reihe fallende Werk den Namen STRATOVARIUS trägt. Schließlich implizierte man damit durchaus, dass es sich bei der hier dargebotenen Musik um die eigentliche Herzensangelegenheit der Band handeln müsste. Doch was auch immer zu einer solch gravierenden Fehlentscheidung geführt haben mag – klar ist, dass das hier dargebotene Material zweifelsohne besser auf einer experimentellen Demo oder einer EP aufgehoben gewesen wäre.

Einer, die man im gegebenen Fall noch hätte übersehen können – was bei einem regulären Studioalbum schon nicht mehr ganz so einfach ist. Interessanterweise hatten sich die Finnen 2005 dezent von ihrer ursprünglich angepeilten Genre-Spielart des klassischen europäischen Power Metal entfernt – um plötzlich auf deutlich trivialeren, im weitesten Sinne unkompliziert-rockigen Pfaden zu wandeln. Das wäre vielleicht noch kein allzu großes Problem gewesen, hätte man dem Album nicht den bereits erwähnten Titel verliehen – und hätte sich vielleicht auch nicht ganz so weit aus dem Fenster gelehnt. Wobei eigentlich eher das Gegenteil der Fall ist, schließlich klingt das 2005’er Album als erste der STRATOVARIUS-Diskografie verdächtig glattgeschliffen, unspektakulär und einstweilen radio- respektive mainstreamtauglich. Bei einer vorgelegten Historie wie der von STRATOVARIUS war das schon weniger zu verzeihen. Und tatsächlich: Titel wie MANIAC DANCE oder FIGHT!!! gehören definitiv zu den tumbesten Nummern der Band.

Zum einen, da sie selbst als beschwingte AOR-Rocknummern nur mäßig wirken – und zum anderen, da sie einfach nicht zum Outfit einer bis dato wegweisenden Band passten. Selbst die theoretisch emotionaleren Nummern a’la JUST CARRY ON klingen ärgerlich vereinfacht und auf das nötigste heruntergebrochen, während das symphonisch angehauchte BACK TO MADNESS tatsächlich ein Gefühl des Wahnsinns aufkommen lässt – allerdings nicht im positiven Sinne. Immerhin: im weiteren Albenverlauf finden sich hie und da auch einige ansprechende Momente auf denen man hätte aufbauen können – aber bereits die höchst ominösen Titelbezeichnungen wie GYPSY IN ME oder GÖTTERDÄMMERUNG weisen auf dezente Probleme, oder eher noch weitere Peinlichkeiten hin. Der Auftakt des Albums könnte eventuell noch als bessere Kneipenmusik fungieren, erst gegen Ende wird es wieder etwas ansprechender – doch reicht das kaum, um das Album zu retten. Weder als Release von STRATOVARIUS, noch von einer anderen x-beliebigen Genre-Band.

Absolute Anspieltipps: BACK TO MADNESS, LEAVE THE TRIBE, UNITED


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„Ein hoffentlich einmaliger Ausrutscher. Wie man heute weiß, sieht es auch danach aus, zum Glück.“

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