Metal-CD-Review: CYRAX – Pictures (2015)

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Alben-Titel: Pictures
Künstler / Band: Cyrax (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 31. März 2015
Land: Italien
Stil / Genre: Progressive Metal
Label: Bakerteam Records

Alben-Lineup:

Paolo Musazzi – Guitars
Marco Cantoni – Vocals
Cesare Ferrari – Bass

Track-Liste:

1. Cyrax (05:05)
2. The 7th Seal (05:59)
3. Cockroach (03:43)
4. These Greenvalleys (04:11)
5. Oedipus Rex (04:06)
6. Shine Through Darkness pt. I (07:22)
7. Shine Through Darkness pt. II (03:36)
8. Shine Through Darkness pt. III (03:39)
9. Phunkrax (02:55)

Mal was anderes ? Kein Problem.

Die Italienischen Künstler von CYRAX bilden eine jener Genre-Combos, die man zweifelsohne als Geheimtipp einstufen könnte. So mag das 2013 veröffentlichte Debütalbum REFLECTIONS (Review) nicht unbedingt in aller Munde sein – doch war die angebotene Palette an musikalischen Eindrücken gleichermaßen vielfältig wie spannend. Auch das neueste CYRAX-Werk PICTURES lässt sich nicht vorschnell in ein einzelnes Genre einordnen, und kommt trotz seiner relativ geringen Spieldauer von knapp 40 Minuten vergleichsweise sperrig daher. Immerhin hat die Plattenfirma BAKERTEAM RECORDS das Potential der Band zwischenzeitlich erkannt und die Jungs unter Vertrag genommen – sodass PICTURES theoretisch ein weitaus größeres Publikum erreichen könnte. Ob das nun vor Begeisterung aufschreien oder doch eher die Hände über dem Kopf zusammenschlagen wird, ist eine andere Frage – die in diesem Fall mehr vom persönlichen Geschmack abhängt als jemals zuvor. Oder sollte man eher sagen, von der persönlichen Experimentierfreude ? Wie auch schon der Vorgänger macht PICTURES vor keiner bekannten Genre-Grenze halt, und probiert sich immer wieder in verschiedenen Richtungen aus. So machen sich vor allem elektronische Einflüsse und gar Elemente des Funk bemerkbar – während das eigentliche Grundgerüst am ehesten dem progressiven Metal zuzuordnen ist. Der erste Eindruck ist somit frisch, während die etablierte Wirkung aber  eher ernsthaft und düster daherkommt – dezente Power Metal-Anleihen, wie sie auf REFLECTIONS noch vorhanden waren; wurden zugunsten von deutlich getrageneren Elementen des Doom Metal fallengelassen.

Doch vermag dieser Eindruck zwischen den Nummern immer wieder stark zu schwanken – in eine nicht immer wünschenswerte Richtung. Der Opener und Band-Titeltrack CYRAX hat wie so viele Titel des Albums zwar eine höchst interessante Instrumentalkulisse, doch speziell in Bezug auf die letztendlich unpassend erscheinenden Lyrics sieht es eher mager aus. Das restliche Album lebt dann ebenfalls von einem ganz bestimmten Eindruck: die Experimentierfreude ist groß, das Spiel aller Beteiligten ausgelassen, die Vielfältigkeit schier unvergleichlich – und die Produktion gegenüber dem Vorgänger klar im Vorteil. Doch auch wenn viele Genres bedient werden, kann man sich nicht des Gefühls erwehren als wollten CYRAX dieses Mal wirklich alles anschneiden – selbst auf die Gefahr hin, dass so manches Experiment etwas unausgegoren klingt und man die verschiedenen Genres zumindest in der Einzelbetrachtung nicht gerade problemlos bedient. Stellvertretend dafür steht das klassisch aufgemachte Gesangsduett in THESE GREENVALLEYS, welches schlicht nicht sonderlich gut umgesetzt wurde und arg befremdlich klingt. Wie eventuell auch viele der anderen explizit klassischen Strömungen, die nun auch noch eine gewisse symphonische Komponente einstreuen. Einstweilen erinnert PICTURES so ein wenig an das Schaffen von HAGGARD – das Konzept ist an sich ungewöhnlich und entsprechend angenehm, doch die Ausführung ist weit davon entfernt perfekt zu sein. Und sicher auch nicht darauf ausgelegt, eine breite Hörerschaft zufriedenzustellen. Das kann man natürlich auch positiv sehen, schließlich ist PICTURES alles, nur kein alltäglicher Hörgenuss – aber eben auch einer, mit dem man erst warm werden muss. Mit der Gefahr, dass genau das womöglich niemals passiert; immer im Hintergrund…

Absolute Anspieltipps: THE 7TH SEAL, SHINE THROUGH DARKNESS PART 2


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„Nur für explizit experimentierfreudige Metaller – doch die könnten ihre wahre Freude an PICTURES haben.“

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