Metal-CD-Review: SONATA ARCTICA – The Days Of Grays (2009)

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Alben-Titel: The Days Of Grays
Künstler / Band: Sonata Arctica (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 18. September 2009
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records

Alben-Lineup:

Tony Kakko – Vocals
Elias Viljanen – Guitars
Marko Paasikoski – Bass
Tommy Portimo – Drums
Henrik Klingenberg – Keyboards

Track-Liste:

1. Everything Fades to Gray (03:07)
2. Deathaura (07:59)
3. The Last Amazing Grays (05:40)
4. Flag in the Ground (04:09)
5. Breathing (03:55)
6. Zeroes (04:24)
7. The Dead Skin (06:15)
8. Juliet (05:59)
9. No Dream Can Heal a Broken Heart (04:33)
10. As If the World Wasn’t Ending (03:49)
11. The Truth Is Out There (05:04)
12. Everything Fades to Gray (full version) (04:30)

Ich glaub ich seh grau.

SONATA ARCTICA gehören zweifelsohne zu jenen Genre-Bands, die eine markante Entwicklung durchgemacht haben und nach wie vor in aller Munde sind. Leider Gottes fiel die Evolution vom relativen Power Metal-Meilenstein ECLIPTICA (Review) bis hin zum merkwürdig weichgespülten und gleichzeitig unangenehm experimentellen UNIA (Review) aber nicht unbedingt begrüßenswert aus – auch wenn die Meinungen hier teilweise markant auseinander gehen. Anders gesagt: was einst auf dem 2001’er Album SILENCE (Review) seinen vermutlichen Höhepunkt fand, wandelte sich im Laufe der Zeit zu einem weitaus massentauglicheren Produkt.

Einem, das man nur noch schwerlich unter dem Oberbegriff des europäischen Power Metals einordnen konnte – auch wenn einzelne Momente noch sperrig genug waren, um die Alben nicht gleich komplett in eine beliebige Radio-Schleife einlaufen zu lassen. Dennoch, auch diese sperrigen oder experimentellen Momente (beispielsweise in Form von Musical-Anleihen) fühlten sich eher merkwürdig an als dass sie begeisterten – analog zum nicht immer stilsicheren Leadsänger Toni Kakko. Auf THE DAYS OF GRAYS scheint er sich immerhin wieder teilweise gefangen zu haben, was gut mit der nun wieder deutlich klareren Marschrichtung des Albums harmoniert. Tatsächlich ist THE DAYS OF GRAYS nicht nur das  vielleicht düsterste SONATA ARCTICA-Album überhaupt geworden, was nach den vielleicht etwas zu melodiösen Eskapaden der beiden Vorgängern eine willkommene Abwechslung ist – sondern auch das erste, was explizit von einer bis dato unbekannten symphonischen Seite der Band lebt. Analog dazu wurden die zuvor deutlich zu vordergründigen Keyboard-Elemente etwas zurückgefahren und auch die allgemeine Bissigkeit des Albums erhöht – hauptsächlich durch das schroffere Riffing und den Wegfall allzu kitschig-balladesker Momente. Zwar gibt es auch hier einige Titel, die in diese Richtung driften (wie BREATHING oder AS IF THE WORLD WASN’T ENDING) – doch klingen diese nun nicht mehr ganz so weichgespült und wenn man so will gar angenehm majestätisch.

Der Opener DEATHAURA klingt gar wie eine verkappte NIGHTWISH-Nummer, bei der positiv auffällt dass es man es endlich geschafft hat symphonische Klangelemente vernünftig in die Komposition zu verweben. FLAG IN THE GROUND wirkt ein wenig wie PAID IN FULL 2.0 – und vor allem im Mittelteil wird es mit ZEROES, THE DEAD SKIN und JULIET auch mal dezent langatmig; im schlimmsten Fall gar nichtssagend. Die meisten der auf diesem Album dargebotenen Nummern scheint sich aber jenseits von gut und böse respektive schlecht zu bewegen. Sie sind anders als alles, was man bisher von der SONATA ARCTICA-Diskografie gewöhnt war – und erfordern eine entsprechende Eingewöhnungszeit. Ob sie wirklich das ganze Potential der Band ausschöpfen sei einmal dahingestellt – doch angenehmer, gelungener und glaubwürdiger als das auf den beiden Vorgängern präsentierte Material erscheint THE DAYS OF GRAYS allemal.

Absolute Anspieltipps: THE LAST AMAZING GRAYS, FLAG IN THE GROUND


60button

„SONATA ARCTICA goes Symphonic. Anders und allemal besser als die beiden Vorgänger – aber dennoch weit vom Genre-Olmyp entfernt.“

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