Metal-CD-Review: SONATA ARCTICA – Unia (2007)

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Alben-Titel: Unia
Künstler / Band: Sonata Arctica (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 25. Mai 2007
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records

Alben-Lineup:

Tony Kakko – Vocals, Keyboards
Jani Liimatainen – Guitars
Marko Paasikoski – Bass
Tommy Portimo – Drums
Henrik Klingenberg – Keyboards

Track-Liste:

1. In Black and White (05:04)
2. Paid in Full (04:24)
3. For the Sake of Revenge (03:23)
4. It Won’t Fade (05:59)
5. Under Your Tree (05:14)
6. Caleb (06:17)
7. The Vice (04:09)
8. My Dream’s But a Drop of Fuel for a Nightmare (06:13)
9. The Harvest (04:19)
10. The Worlds Forgotten, the Words Forbidden (02:57)
11. Fly with the Black Swan (05:08)
12. Good Enough Is Good Enough (05:32)

Alles ist vereint – mit Ausnahme der Fans.

Nachdem sich die Finnen von SONATA ARCTICA mit ihrem vorherigen Album RECKONING NIGHT (Review) bereits dezent vom ursprünglich angepeilten Genre eines gradlinigen europäischen Power Metals wegbewegten, sollte das 2007’er Werk UNIA diesen Schritt weiter festigen. Wohl auch, da RECKONG NIGHT über weite Strecken relativ unentschlossen klang und man schlicht klarstellen musste, wohin die Reise a’la SONATA ARCTICA letztendlich gehen würde. UNIA ist demnach das erste Album aus der SONATA ARCTICA-Diskografie welches die neue Seite der Band intensiv zur Schau stellt – und den Fans endlich klare Antworten in Bezug auf die neue Ausrichtung der Band liefert. Neben der angenehmen Klarheit hatte sich zwischenzeitlich aber auch etwas anderes abgezeichnet: eine nicht zu verschweigende Spaltung der Fangemeinde. Die eine Hälfte der Fans begrüßte die offensichtlichen Veränderungen, während die andere den glorreichen Anfangszeiten der Band hinterher trauerte. Aber ganz egal zu welcher Fraktion man sich selbst am ehesten zählen würde, letztendlich geht es um die durchaus diskutablen Veränderungen im Soundgewand der Band. Vor allem eines ist dabei markant: durch die neue Stilausrichtung klingt das Album über weite Strecken sehr getragen, schwermütig und im schlimmsten Fall gar langatmig. Schließlich kann man sich kaum des Gefühls erwehren, als hätten die balladesken Elemente deutlich zugenommen. Analog zu den noch immer omnipräsenten Keyboards und einer weiteren gewöhnungsbedürftigen Phase von Leadsänger Toni Kakko führt das nicht selten zu einem dezent weichgespülten Eindruck. Dabei zeigte sich gerade jener Toni Kakko noch recht variabel, wenn es um die nicht immer gelungen Nummern auf RECKONG NIGHT ging – und auch wenn das Experiment nicht wirklich glückte, so konnte zumindest er gekonnt mit verschiedenen Stimmungen spielen.

Auf UNIA hingegen wirken beinahe alle Gesangselemente wie aus einem eher zähen Guss. Doch auch die instrumentelle Seite schneidet nicht unbedingt gut ab: neben den bereits erwähnten, vieles zukleisternden Keyboards fallen vor allem die merkwürdig repetitiven Riffs auf. Da diese das mitunter einzige handfeste Soundelement bilden welches noch ansatzweise an die früheren Zeiten der Band erinnert, wäre hier mehr drin gewesen – wie auch in Bezug auf die nunmehr kaum noch vorhandenen Soli-Parts. Fest steht: UNIA ist schon ein merkwürdiges Stück Musik. Eines, dass im besten Fall wie eine schwächere Version früherer SONATA-Alben klingt – und im schlimmsten Fall wie ein Verbrechen an der eigenen Diskografie. Stellvertretend dafür könnten gänzlich fehlgeleitete Nummern wie MY DREAMS BUT A  FUEL DROP FOR A NIGHTMARE oder FLY WITH THE BLACK SWAN stehen. Die vermeintliche Symbiose aus progressiven und symphonischen Elementen geht hier kaum auf, mit der anberaumten Musical-Stimmung kann man sich kaum anfreunden. Andererseits gibt es auch nicht wenige Momente, die man so auch in einer beliebigen Radio-Sendung wiederfinden könnte – wie das fast schon peinliche THE WORLD FORGOTTEN THE WORDS FORBIDDEN oder das sehr seichte GOOD ENOUGH IS GOOD ENOUGH. Am besten schneiden diesbezüglich noch PAID IN FULL oder das halbwegs emotionale FOR THE SAKE OF REVENGE ab, trotz der relativen Radio-Tauglichkeit – sowie eventuell noch der Opener IN BLACK AND WHITE als mit Abstand härteste Nummer des Albums. Alles andere kann man getrost vergessen.

Absolute Anspieltipps: IN BLACK AND WHITE, PAID IN FULL, FOR THE SAKE OF REVENGE


35button

„Ein kaum nennenswertes Album mit einer unterirdischen zweiten Hälfte – leider.“

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