Metal-CD-Review: STRATOVARIUS – Episode (1996)

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Alben-Titel: Episode
Künstler / Band: Stratovarius (mehr)
Veröffentlichungsdatum: Juli 1996
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: T&T Records

Alben-Lineup:

Timo Kotipelto – Vocals
Timo Tolkki – Guitars
Jari Kainulainen – Bass
Jens Johansson – Keyboards
Jörg Michael – Drums

Track-Liste:

1. Father Time (05:02)
2. Will the Sun Rise? (05:06)
3. Eternity (06:56)
4. Episode (02:01)
5. Speed of Light (03:03)
6. Uncertainty (05:59)
7. Season of Change (06:57)
8. Stratosphere (04:52)
9. Babylon (07:09)
10. Tomorrow (04:52)
11. Night Time Eclipse (07:58)
12. Forever (03:06)

Eine Episode, die man lieber nicht verpassen sollte ?

Die 90er Jahre können zweifelsohne als Blütezeit des europäischen Power Metal bezeichnet werden. Nach der ersten Grundsteinlegung in den 80ern festigten hier viele bis heute wichtige Genre-Vertreter ihre Position – wie auch die Finnen von STRATOVARIUS. Die hatten ihre unvergleichliche Karriere bereits 1989 und mit FRIGHT NIGHT (Review) begonnen – und lieferten daraufhin munter weiter ab. Nach dem sehr guten FOURTH DIMENSION (Review), dem ersten Album unter der neuen Führung von Leadsänger Timo Kotipelto; folgte alsbald eine weitere EPISODE aus dem STRATOVARIUS-Kosmos. Eine, die durch stattliche 12 Titel definiert wird – und die sich mit dem gänzlich makellosen Opener FATHER TIME schnell einen Weg in das geneigte Power Metal-Herz bahnt. Doch im Gegensatz zu FOURTH DIMENSION ist hier nicht alles Gold, was glänzt – denn EPISODE weist trotz des bis dato einzigartigen Status der Band dezente Knackpunkte auf. Was genau es ist, wird zumindest während des ersten Durchlaufs nicht gänzlich klar – doch das Gefühl, als hätten sich STRATOVARIUS hier eher zurückgehalten entsteht relativ schnell. Das Problem: nach FATHER TIME kann keiner der offerierten Titel wirklich hervorstechen, obwohl die schon zuvor hoch gehaltene Abwechslung durch rasante Uptempo-Nummern und auch mal etwas getrageneren Stimmungen nach wie vor gegeben ist. Wobei das Pendel in Bezug auf EPISODE schon weitaus deutlicher in Richtung der balladesken Seite von STRATOVARIUS schwingt. Doch ganz gleich, ob man sich nun die rasanteren Nummern wie SPEED OF LIGHT und TOMORROW, reine Balladen wie SEASONS OF CHANGE oder stampfende und ungewöhnlich Bass-lastige Brecher a’la ETERNITY oder UNCERTAINTY vornimmt – sie alle haben eines gemeinsam.

Und das ist leider ein eher schwaches oder zumindest wenig effektives Songwriting – was umso markanter auffällt, wenn man es mit den weitaus erfrischenden Vorgängern vergleicht. So geschieht etwas für STRATOVARIUS-Verhältnisse eher ungewöhnliches: ein Großteil der einzelnen musikalischen Elemente überzeugt, wenn man sie denn gedanklich auseinander pflückt. So lassen weder der Leadgesang von Timo Kotipelto noch die Leistungen der anderen Mitglieder nennenswerten Raum für Kritik zu – und auch die Produktion erscheint über weite Strecken gelungen. Dennoch: in Bezug auf das Unterfangen, das Ganze in möglichst stimmigen, und vor allem nachhaltig wirksamen Nummern zu kumulieren; sieht es für EPISODE eher düster aus. Stellvertretend dafür steht unter anderem auch das merkwürdige BABYLON – das keine klare Marschrichtung erkennen lässt und sich schlecht in den Alben-Kontext einfügt. Auch NIGHT TIME ECLIPSE hat als längster Titel des Albums nur wenig markantes und schon gar keinen Spannungsbogen anzubieten – und spätestens das abschließende FOREVER ist dann doch eine dezent kitschige Ballade zu viel.

Absolute Anspieltipps: FATHER TIME, TOMORROW


55button

„Zu wenig originell, zu langatmig – die erste Enttäuschung in der STRATOVARIUS-Diskografie.“

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