Metal-CD-Review: STRATOVARIUS – Dreamspace (1994)

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Alben-Titel: Dreamspace
Künstler / Band: Stratovarius (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1994
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: T&T Records

Alben-Lineup:

Timo Tolkki – Vocals, Guitars
Jari Kainulainen – Bass
Tuomo Lassila – Drums
Antti Ikonen – Keyboards

Track-Liste:

1. Chasing Shadows (04:38)
2. 4th Reich (05:49)
3. Eyes of the World (05:57)
4. Hold On to Your Dream (03:34)
5. Magic Carpet Ride (04:49)
6. We Are the Future (05:20)
7. Tears of Ice (05:15)
8. Dreamspace (05:58)
9. Reign of Terror (03:29)
10. Thin Ice (04:23)
11. Atlantis (01:08)
12. Abyss (04:59)
13. Shattered (03:30)
14. Wings of Tomorrow (05:08)

Auf, auf zum ersten Höhepunkt.

Im besten Fall schafft es irgendwann jede ambitionierte Band, über ihren eigenen Schatten zu springen. Vorausgesetzt natürlich, die entsprechenden Vorläufer (in diesem Fall FRIGHT NIGHT und TWILIGHT TIME) ließen überhaupt Luft nach oben; und konnten sich als solide Basis für noch folgendes erweisen. So oder so ähnlich verhielt es sich wohl auch bei den Finnen von STRATOVARIUS – die zunächst zwei grundsolide Genre-Alben auf den Markt brachten, aber erst mit dem dritten Werk DREAMSPACE so richtig absahnen konnten. Der Grund dafür wird insbesondere dann ersichtlich, wenn man sich die ersten drei Alben der Band in einer zusammenhängenden Session anhört – und daraufhin Vergleiche zieht. Tatsächlich machte die Band speziell von TWILIGHT TIME hin zum gerade einmal 2 Jahre später erschienen DREAMSPACE einen Riesensprung – und das in so gut wie allen Belangen.

Zunächst wäre da Leadsänger und Gitarrist Timo Tolkki zu nennen – der im Verlauf von drei Alben wahrlich gemausert hat und sich auf DREAMSPACE wesentlich variabler, stilsicherer und wenn man so will auch erhabener inszeniert. Das gilt in erster Linie für den Gesang, der nun auch in den hohen Lagen begeistert – in Bezug auf sein Gitarrenspiel gab es auch schon vorher nichts zu mäkeln. Aber auch diesbezüglich zeigt DREAMSPACE unglaublicherweise noch Steigerungen. Mindestens ebenso wichtig wie diese schon einmal klar erkennbaren Verbesserungen sind dann zweierlei Dinge: die gefühlte Effektivität und Brillanz der einzelnen Nummern, sowie der Faktor der Abwechslung in Bezug auf das gesamte Werk. Gerade in diesen Angelegenheiten hat sich auf DREAMSPACE einiges getan: das Album wirkt keinesfalls mehr wie aus einem (dezent langatmigen) Guss, sondern offeriert dem Hörer viele Höhen und Tiefen. Musikalische versteht sich, nicht qualitative. Auch wenn es einstweilen ähnlich düster daherkommt wie der Vorgänger TWILIGHT TIME, lassen sich immer wieder Auflockerungen und vermehrt auch Highlights entdecken.

Sicher auch, da für so gut wie jeden etwas dabei ist: das Verhältnis von eher getragenen Titeln (EYES OF THE WORLD, TEARS OF ICE, ABYSS) und absolut Hymnen-tauglichen Brechern (CHASING SHADOWS, HOLD ON TO YOUR DREAM, WE ARE THE FUTURE) erscheint ausgewogen und sinnig. Dann und wann präsentieren STRATOVARIUS auch die ein oder andere Nummer, die nicht von dieser Welt zu stammen scheint und an die man sich erst gewöhnen muss – wie etwa das mystische, im Endeffekt zutiefst atmosphärische MAGIC CARPET RIDE oder das gewichtige, eine ganz eigene Geschichte erzählende 4TH REICH. Ebenfalls eher experimentell geht es in THIN ICE zu – wobei endlich die erhofften (Kraft-)Ausbrüche in Bezug auf den Leadgesang oder einzelne Instrumente stattfinden. Ja, selbst das knappe Instrumental ATLANTIS ist eine Perle für sich, und klingt schlicht deutlich anders als vieles, was man aus dieser vergleichsweise frühen Ära des Power Metal kennt. Und mit dem flott-knackigen, herrlich unkomplizierten SHATTERED hätte gegen Ende des Albums wohl auch niemand mehr gerechnet.

Somit hebt sich das Album auch locker von denen der Konkurrenz (wie zu dieser Zeit etwa HELLOWEEN, zu denen es z.B. in REIGN OF TERROR dezente Parallelen gibt) ab. Was bleibt, ist eine minimale Anzahl von Titeln auf die man hätte verzichten können – und der Eindruck, dass zumindest die Produktion nicht ganz ausgefeilt ist. Denn zumindest der Leadgesang scheint nicht optimal abgemischt und klingt einstweilen etwas zu hintergründig und dezent Echo-lastig. Davon absehen kann das Album zweifelsfrei als Meilenstein angesehen, und trotz des späteren Erscheinungstermins auf eine Stufe mit den beiden wegweisenden KEEPER-Alben von HELLOWEEN gestellt werden.

Absolute Anspieltipps: CHASING SHADOWS, 4TH REICH, HOLD ON TO YOUR DREAM, WE ARE THE FUTURE


90button

„Düster und heiter, getragen und flott, gefühlvoll und kräftig, handwerklich hervorragend – STRATOVARIUS schöpften erstmals aus dem Vollen.“

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