Metal-CD-Review: TWILIGHTNING – Plague House Puppet Show (2004)

twilightning-plague-house-puppet-show_500

Alben-Titel: Plague House Puppet Show
Künstler / Band: Twilightning (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 29. September 2004
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Spinefarm Records

Alben-Lineup:

Jussi Kainulainen – Bass
Juha Leskinen – Drums
Ville Wallenius – Guitars
Tommi Sartanen – Guitars
Heikki Pöyhiä – Vocals
Mikko Naukkarinen – Keyboards

Track-Liste:

1. Plague-House Puppet Show (04:20)
2. Into Treason (05:07)
3. The Fiend (04:24)
4. Victim of Deceit (04:11)
5. Painting the Blue Eyes (04:31)
6. In the Fervor’s Frontier (04:57)
7. Fever Pitch (03:50)
8. Diamonds of Mankind (04:57)
9. Riot Race (05:27)
10. Lubricious Thoughts (05:14)

Was ist nur geschehen ?

Man nehme den noch immer vorhandenen Überraschungseffekt, die überragende Produktion und Präsentation des grandiosen Debütalbums DELIRIUM VEIL (Review) – und starte nach gerade einmal einem Jahr erneut den Versuch, den Genre-Thron zu erklimmen. So oder so ähnlich müssen die Gedankengänge der Finnischen Power Metaller von TWILIGHTNING ausgesehen haben, als sie das erste Material zu ihrem Zweitwerk PLAGUE HOUSE PUPPET SHOW in der Mache hatten. Doch irgendetwas ist auf diesem Album anders, sogar auffällig anders – wofür man nicht erst den vergleichsweise kruden Alben-Titel oder das nicht gerade hübsche Artwork betrachten muss. Denn auch wenn die Grundzutaten vom Vorgänger übernommen wurden (gut, die Produktion ist nicht mehr ganz so satt) bekam das Album einen etwas… anderen musikalischen Anstrich verpasst. Sicher ist es immer interessant, wenn sich Bands weiterentwickeln oder auch mal etwas neues ausprobieren – doch im Falle von TWILIGHTNING schienen derlei Spurwechsel eigentlich unnötig; erst recht nach nur einem Album. PLAGUE HOUSE PUPPET SHOW hat in der Folge deutlich weniger ernsthafte Power Metal-Bezüge – sondern verirrt sich irgendwo zwischen einer merkwürdigen Mischung aus einem Retro-orientierten 80’s Hair Metal und einem eher gemäßigten Hardrock. Das wäre vielleicht noch kein allzu großes Problem, hätte die Band nicht zuvor ein sehr gutes Power Metal-Album, ja wenn nicht gar einen kleinen Genre-Meilenstein abgeliefert. Wenn man so will könnte man sogar sagen, dass PLAGUE HOUSE PUPPET SHOW wie eine Parodie des vorherigen Bestrebens wirkt und klingt.

Denn: wo zuvor Schnelligkeit, Geschick, Kraft und Ausdrucksstärke regierten schleicht sich auf diesem Album eine bemerkenswerte Gleichförmigkeit ein – analog zu einem absolut unspektakulären Gesamteindruck; der sogar mit dezenten negativen Spitzen garniert wird. Die bestehen vornehmlich aus der Darbietung des Leadsängers Heikki Pöyhiä, der auf DELIRIUM VEIL perfekt mit den Instrumentalkulissen harmonierte – hier aber merkwürdig angestrengt klingt. Doch nicht nur das: analog dazu hat sich auch das Aufkommen eher seichter Einflüsse vervielfacht. Nicht nur, dass es einem Großteil der Nummern schlicht an Biss und einem markanten Wiedererkennungswert fehlt – es gibt auch wesentlich mehr balladeske, einstweilen fast schon poppig anmutende Momente (gleich hintereinander: PAINTING THE BLUE EYES, IN THE FERVORS FRONTIER, FEVER PITCH, DIAMONDS OF MANKIND) – in denen der Leadsänger trotz allem mit voller Kraft (und Krächzigkeit) singt und so für allerlei Disharmonien sorgt. Selbst die Nummern, die vom Stil her am ehesten mit dem des Debütalbums vergleichbar sind; funktionieren plötzlich kaum noch – wie etwa das gleichermaßen künstlich aufgeblasene wie langatmige VICTIM OF DECEIT. Es ist erschreckend, aber: grundsätzlich findet sich kein einziger Titel auf dem Album, den man als herausragend bezeichnen könnte. Vor allem nicht in Bezug auf den zuvor noch zelebrierten Power Metal – aber auch sonst sieht es eher düster aus, vor allem gesanglich. Einzig und allein die Gitarrenarbeit erscheint in diesem Fall gelungen, kann das Album aber verständlicherweise nicht mehr vor dem Fall retten.

Absolute Anspieltipps: /


40button

„Kein Vergleich mit dem starken Debütalbum. Wie sagt man doch so schön: plötzliche Genre-Wechsel sind gefährlich.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.