Metal-CD-Review: MATENROU OPERA – Avalon (2014)

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Alben-Titel: Avalon
Künstler / Band: Matenrou Opera (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 03. September 2014
Land: Japan
Stil / Genre: Symphonic / Progressive Power Metal
Label: King/Bellwood

Alben-Lineup:

Gesang: 苑 – Sono
Gitarren: Anzi
Keyboard: 彩雨 – Ayame
Bass: 燿 – You
Schlagzeug: 悠 – Yuu

Track-Liste:

1. Journey to AVALON
2. 天国の扉 (tengoku no tobira)
3. 隣に座る太陽 (tonari ni suwaru taiyou)
4. 輝きは閃光のように (kagayaki wa senkou no you ni)
5. 3時間 (3jikan)
6. Stained Glass
7. Jolly Rogerに杯を (Jolly Roger ni sakazuki wo)
8. クロスカウンターを狙え (cross counter wo nerae)
9. 蜘蛛の糸 (kumo no ito)
10. 友に捧ぐ鎮魂歌 (tomo ni sasagu requiem)
11. Orb
12. 天国の在る場所 (tengoku no aru basho)

天国の在る場所, oder: bereise den Ort des Himmels.

Mit vielen der sogenannten Visual Kei-Bands ist es immer so eine Sache. Schließlich beschreibt der Begriff nur eine eher oberflächliche Zuordnung, nicht aber die Art der letztendlich dargebotenen Musik. Dennoch ist verständlich, wieso eine Band wie MATENROU OPERA nicht in den METAL-ARCHIVES (Link) aufgenommen wurde – schließlich ist sie nicht wirklich eindeutig als Symphonic Power Metal-Combo zu erkennen. In jedem Fall legten die experimentierfreudigen Japaner nach dem doch sehr soliden KASSAI TO GEKIJOU NO GLORIA aus dem Jahre 2013 (Review) bereits 2014 nach – AVALON ist das mittlerweile sechste offizielle Album der international wenig bekannten Band. Eines der Markenzeichen von MATENROU OPERA ist sicherlich der markante Leadgesang von Sänger Sono – der sich oftmals der Technik des Vibrato bedient. Das konnte in der Vergangenheit auch mal dezent ausufern – doch ist das neueste Album glücklicherweise davor gefeit. Am ehesten wird man aber ohnehin etwas anderes problematisch ansehen – nämlich jene Nummern, die die Band deutlich vom Genre des Symphonic Power Metal abdriften lassen – und dabei auch mal dezent nervig klingen können. Sicher, gerade in Japan hat man es nicht immer mit festen Genre-Zuordnungen, sodass auch mal das ein oder andere überraschend bunte Album entstehen kann – doch begeistern MATENROU OPERA hauptsächlich, wenn sie sich einem gewissen Bombast hingeben und in jeder Hinsicht aus dem Vollem schöpfen.

Als Paradebeispiel dafür steht der letzte Titel des Albums, TONARI NI SUWARU TAIYOU (#12) – der auch als Videosingle ausgekoppelt wurde. Der Weg dahin fällt entsprechend abwechslungsreich, aber eben auch etwas durchwachsen aus. Während der Opener noch reichlich Laune macht und schon druckvoll durch die Boxen rauscht, wird es gerade im Mittelteil eher experimentell (#3, #4, #9) oder auch mal explizit langatmig (#5) – wobei die hier angebotenen Klänge nicht immer besonders angenehm ausfallen. Selbst bei einer grundsätzlich gelungenen Nummer wie JOLLY ROGER (#7) findet sich noch das ein oder andere Element in der (etwas überladenen) Gesamtkomposition, das man hätte anders inszenieren sollen. Kurios ist indes, dass die Soli stets als exzellent bezeichnet werden können; auch in den eher weniger Metal-lastigen Nummern. Schade ist, dass das Album letztendlich weniger Power Metal bietet als der Vorgänger und überhaupt viel weniger als angenommen – einen Großteil der Nummern wird der geneigte europäische Power Metal-Anhänger also gedanklich streichen wollen; auch wenn Titel wie ORB als sehr gelungene J-Rock-Nummern fungieren können. Sehr experimentierfreudige Hörer sollten also ruhig mal einen Blick riskieren.

Absolute Anspieltipps: #2, #6, #7, #12


60button

„Es gilt, sich das beste herauszupicken – AVALON bietet immerhin eine handvoll gelungener Power Metal-Nummern; auch wenn diese vergleichsweise gewöhnungsbedürftig sind. Und das nicht nur aufgrund der Sprachbarrieren.“

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