Metal-CD-Review: MARIUS DANIELSEN’S LEGEND OF VALLEY DOOM Part 1 (2015)

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Alben-Titel: Marius Danielsen’s Legend Of Valley Doom Part 1
Künstler / Band: Marius Danielsen’s Legend Of… (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 13. November 2015
Land: Norwegen
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Crime Records

Alben-Lineup:

Nikki Pink – Bass, Vocals
Ludvig Pedersen – Drums
Esa Ahonen – Guitars
Peter Danielsen – Keyboards
Marius Danielsen – Vocals, Guitars

Track-Liste:

1. Intro (01:07)
2. The Battle of Bargor-Zun (07:33)
3. Prophecy of the Warrior King (05:09)
4. Chamber of Wisdom (06:01)
5. Mirror of Truth (05:22)
6. Haunting My Dreams (03:55)
7. The Legend of Valley Doom (14:18)
8. Lost in a Dream (04:57)
9. Raise Your Shields (05:35)
10. Free as the Wind (03:23)
11. Fallen Heroes (05:15)
12. Outro (02:37)

Die neue Definition des epischen ?

Nach einer langen Wartezeit ist es endlich soweit: LEGEND OF VALLEY DOOM, das Debütalbum von MARIUS DANIELSEN ist auf dem Markt. Wobei es vor allem dem Norwegischen Künstler selbst wie eine Ewigkeit vorgekommen sein muss – denn angeblich war das Album seit unglaublichen 10 Jahren in der Mache. Und das ist selbst innerhalb des im wahrsten Sinne des Wortes auch mal etwas epischer ausgelegten Power Metal-Genres eher eine Seltenheit. Für viele Interessenten ging es indes erst mit den neueren Informationen auf Facebook in die heiße Phase – in der MARIUS DANIELSEN mehr und mehr Details über das augenscheinliche Mammut-Album preisgab und so auch das hochkarätige Lineup aus mehr als 40 (!) Musikern vorstellte. Denn: auch wenn es ein festes internes Band-Lineup gibt (unter anderem mit dem Gitarristen von CRYONIC TEMPLE) handelt es sich bei LEGEND OF VALLEY DOOM in erster Linie um eine Art Compilation; oder noch eher eine Metal-Opera im Sinne der ersten AVANTASIA-Alben. Die zahlreichen Gastauftritte kommen also nicht von ungefähr – und lesen sich teils enorm überraschend; speziell in Bezug auf die Gastsänger und -Gitarristen.

So kommen neben zahlreichen markanten Genre-Größen wie Jonas Heidgert (DRAGONLAND), TIM OWENS (Ex-ICED EARTH, Ex-JUDAS PRIEST), MARK BOALS (REIGN OF FIRE) oder EDU FALSAHI (ALMAH) auch einige; man nenne sie einmal Altstars zu Wort. Vornehmlich solche, von denen man länger nichts ausführliches mehr gehört hat; die bei vielen aber dennoch hoch im Kurs stehen – wie etwa ALESSIO GARAVELLO (Ex-POWER QUEST), Elisa C. Martin (Ex-DARK MOOR) oder sogar MIKAEL HOLST (TIMELESS MIRACLE). An den Instrumenten sieht es dann ganz ähnlich hochkarätig aus: ob nun ALEX HOLZWARTH (RHAPSODY OF FIRE) an den Drums, MIKE LEPOND (SYMPHONY X) am Bass; ROSS THE BOSS (Ex-MANOWAR), TIMO TOLKKI (Ex-STRATOVARIUS) oder JIMMY HEDLUND (FALCONER) an den Gitarren… klar ist: das Album verspricht, ein Fest für alle Genre-Fans zu sein. Ob sie nun gerade erst hinzustoßen und eine möglichst große Bandbreite erleben; oder aber schon länger dabei sind und viele wichtige Musiker-Größen auf einer Scheibe vereint wissen wollen.

LEGEND OF VALLEY DOOM beinhaltet dabei 10 vollwertige Titel sowie ein Intro und Outro; und kommt mit einer Spielzeit von etwa 65 Minuten daher – was überraschend kompakt wirkt und dem 10 Jahre langen Schöpfungsprozess leicht entgegensteht. Immerhin nähert sich zumindest der Titeltrack epischen Ausmaßen: hier wurden über 14 Minuten veranschlagt. Los geht es jedoch mit dem deutlich kürzeren Intro – das am ehesten so klingt wie man es von einer typischen Symphonic Power Metal-Combo gewöhnt wäre, mit seiner Laufzeit von gerade einmal einer Minute aber etwas zu gehetzt wirkt. Der eigentliche Opener THE BATTLE OF BARGOR-ZUN hat da schon deutlich bessere Karten: innerhalb der hier veranschlagten 7 Minuten gibt es endlich die volle Breitseite MARIUS DANIELSEN, respektive MARIUS DANIELSEN und FREUNDE auf die Lauscher. Das Genre-Herz schlägt schnell entsprechend hoch: die flotte Grund-Instrumentierung, allerlei symphonische Komponente und der satt-melodische Refrain lassen das Ganze angenehm rund erscheinen – während die markant-kräftigen Gesangsdarbietungen vielleicht sogar das eigentliche Highlight sind. Schön ist auch, dass man bereits im Opener beginnt eine Geschichte zu erzählen, schließlich steht hinter dem Album ein eigens erdachtes Konzept. So sorgen kurze Erzählpassagen oder instrumentale Zwischenspiele für die nötige Atmosphäre – und auch einiges an Abwechslung.

Ganz ähnlich verhält es sich auch mit PROPHECY OF THE WARRIOR KING, welches mit einer längeren Einführungspassage beginnt. Spätestens jetzt hat man das Gefühl, inmitten einer vergleichsweise dichten Erzählung zu stecken. Gesanglich vielleicht nicht ganz so stark wie der Opener, zieht man nun auch mit den Gitarren nach – und auch die eher dezenten Hintergrundchöre lassen sich hören. Im CHAMBER OF WISDOM legt man sogar noch eine Scheibe drauf – und präsentiert eine der Hymnen des Albums. Wohl auch, da die Darbietungen von Edu Falashi und Jonas Heidgert (die hier ein verdammt starkes Team bilden) über jeden Zweifel erhaben sind. Und auch das Gitarrensolo rockt – und das nicht nur, da es angenehm ausführlich ist. MIRROR OF TRUTH beginnt da schon etwas gemächlicher, doch auch dieser Titel mausert sich noch zu einem kräftigen Brecher – bei dem lediglich der Refrain etwas schwächelt. Dieses Problem hat HAUNTING MY DREAMS nicht, auch wenn der Titel nicht unbedingt zu den wuchtigsten gehört und der Refrain abermals etwas Luft nach oben lässt. Doch die starke Gast-Performance von Mikael Holst (TIMELESS MIRACLE) macht hier so gut wie alles wett.

Dann folgt, was zu erwarten war: ein Titel, der stellvertretend für das gesamte Album steht und die volle Bandbreite und Schlagkraft des Projekts offenbart. Der Titeltrack THE LEGEND OF VALLEY DOOM ist mit seinen 14 Minuten Laufzeit nicht nur außerordentlich lang ausgefallen – er offeriert auch die größte Abwechslung und den markantesten Spannungsbogen. Irgendwo zwischen einem melodisch-hymnischen Gesamtpaket a’la GAMMA RAY und der symphonisch-atmosphärischen Schwere von DRAGONLAND wird ein Power Metal-Feuerwerk der Extraklasse abgefackelt. Und auch wenn man vermuten könnte dass das Album gegen Ende hin schwächer wird, so ist das zumindest in diesem Fall ein Irrtum: das hohe Qualitäts-Niveau wird gehalten, und Gastauftritte wie die von Elisa C. Martin machen Laune.

Die Arbeit hat sich also zweifelsohne gelohnt. LEGEND OF VALLEY DOOM begeistert sowohl als zutiefst gelungenes Genre-Album als auch als hervorragende Power Metal-Compilation mit einer riesigen Bandbreite an Gastauftritten. Eine Compilation, die Dank der eigens erdachten Hintergrundgeschichte, der vergebenen Erzählparts und des nötigen Feingefühls dennoch wie aus einem Guss klingt und damit angenehm zusammenhängend wirkt. Doch nicht nur die Abwechslung ist enorm, auch die Qualität des zur Schau gestellten Materials lässt sich hören. So finden sich in einem jeden Titel entweder äußerst gelungene Gesangsparts, hymnische Refrains oder atemberaubende Soli – oder im besten Fall sogar alles auf einmal. Dezente Abzüge gibt es nur für den ein oder anderen Moment, bei dem man das Gefühl hat das noch mehr drin gewesen wäre. Schlussendlich: das Album ist ein Muss und Genuss für alle Genre-Fans und Frickel-Liebhaber; insbesondere natürlich dann wenn man die ein oder andere hier in Teilen vertretene Band ohnehin auf dem Schirm hat.

Absolute Anspieltipps: THE BATTLE OF BARGOR-ZUN, CHAMBER OF WISDOM, THE LEGEND OF VALLEY DOOM


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„LEGEND OF VALLEY DOOM, oder: A METAL OPERA Part 3. Hier findet sich alles, was das Genre-Herz begehrt.“

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