Metal-CD-Review: CELESTY – Reign Of Elements (2002)

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Alben-Titel: Reign Of Elements
Künstler / Band: Celesty (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2. Dezember 2002
Land: Finnland
Stil / Genre: Epic Power Metal
Label: Arise Records

Alben-Lineup:

Kimmo Perämäki – Vocals
J.-P. Alanen – Guitars
Tapani Kangas – Guitars
Juha Mäenpää – Keyboard
Ari Katajamäki – Bass
Jere Luokkamäki – Drums

Track-Liste:

1. Intro (00:36)
2. The Charge (05:06)
3. Revenge (04:51)
4. Sword of Salvation (05:25)
5. Reign of Elements (04:38)
6. Lost in Deliverance (06:03)
7. The Sword and the Shield (05:46)
8. Battle of Oblivion (04:46)
9. Kingdom (05:19)

Stelle dich nicht gegen die Herrschaft der Elemente.

Man weiß es längst: aus Finnland kommen nicht wenige nennenswerte Power Metal-Acts. Doch neben den ganz großen und stets aktiven Genre-Vorreitern a’la SONATA ACRTICA gibt es leider Gottes auch solche, die sich mittlerweile aufgelöst haben oder deren Status undefinierbar ist – und das trotz eines schon früh sichtbar gewordenen, gewaltigen Potentials. Neben TWILIGHTNING oder OLYMPOS MONS sind so auch CELESTY von der Bildfläche verschwunden – offiziell seit 2012, aber eigentlich schon seit ihrem letztaktuellen Album VENDETTA aus dem Jahre 2009 (Review). Dabei hatten die Finnen einiges in Petto; was sich bereits auf den ersten Demos der Jahre 1999, 2001 und 2002 zeigte. Richtig spannend wurde es allerdings erst, als man mit Arise Records ein Label fand – und schon im Dezember 2002 das Debütalbum REIGN OF ELEMENTS vorlegte.

In der Tat handelt es sich hierbei um ein vergleichsweise aussagekräftiges Werk der Power Metal-Geschichte. Und gleichzeitig um eines, das man musikalisch am ehesten im so nicht wirklich existierenden Genre des Cosmic Metal verorten möchte. Im Gegensatz zu KELDIAN aber, den späteren Pionieren dieses Subgenres; haben sich CELESTY stärker am ursprünglichen europäischen Power Metal oder auch Speed Metal orientiert – und so in erster Linie eine gleichermaßen flotte wie kraftvolle Spielart ohne größere atmosphärische Schnörkel an den Tag gelegt. Dennoch hatte bereits REIGN OF ELEMENTS etwas mitunter besonderes, magisches an sich – das CELESTY doch noch markant von der Masse abhob. So ist der hier vertretene Sound am ehesten mit dem Schaffen der Landes-Kollegen von DREAMTALE zu vergleichen – allerdings auch nur in Bezug auf dezente Parallelen beim Leadgesang, den Keyboard-Elementen und den Hintergrundchören.

Schlussendlich fährt man aber am besten, wenn man REIGN OF ELEMENTS als absolut unabhängiges und originelles Werk betrachtet – was es glücklicherweise auch ist. So sorgt bereits die anberaumte inhaltliche Ebene, bei der eher typische Genre-Elemente mit solchen der Science Fiction vermengt werden; für ein Aufhorchen – während das Album vor allem handwerklich über so gut wie jeden Zweifel erhaben ist. Speziell die äußerst griffigen, angenehm voranpreschenden Instrumentierungen machen Laune – und dass obwohl oder gerade weil sich die Gitarristen J-P Alanen und Tapani Kangas sowie Keyboarder Juha Mäenpää stets die Klinke in die Hand geben. Sie machen schlicht eine verdammt gute Figur – sei es in den Grundinstrumentierungen der einzelnen Titel oder aber den furiosen Soli. Hinzu kommt das gelungene Schlagzeugspiel von Jere Luokkamäki und der merkliche Faktor der Abwechslung. Denn eines ist klar: auch wenn die 9 enthaltenen Titel auf den ersten Blick relativ gradlinig erscheinen, bieten sie dem geneigten Hörer doch immer wieder die Möglichkeit markante Details und Variationen zu entdecken.

So kann man auch getrost Abstand nehmen von der Vermutung, es würde auch REIGN OF ELEMENTS allzu kitschig zugehen. Trotz des teils großzügigen Einsatz des Keyboards sind die Sound-Elemente perfekt aufeinander abgestimmt und ergeben ein harmonisches, kräftiges Ganzes. Garniert wird das Ganze von Leadsänger Kimmo Perämäki, der nach REIGN OF ELEMENTS wieder bei der Band ausstieg – warum, wird zumindest für den Konsumenten dieser durchweg grandiosen Darbietung nicht ersichtlich. Sicher auch, da er über eine ansprechende Bandbreite verfügt (man lausche nur einmal dem mächtigen SWORD OF SALVATION) – und somit nicht nur in jeder Stimmlage überzeugt, sondern sich auch als einer jener Genre-Kandidaten herausstellt denen man einfach gerne zuhört. Ganz unabhängig vom Konzept versprüht REIGN OF ELEMENTS so vor allem eine Wirkung: eine enorm spielfreudige, antreibende, energetische. Hier reiht sich schlicht Hymne an Hymne, ohne dass man größere Abstriche machen oder gar Lückenfüller entdecken könnte. Selbst die Ballade KINGDOM stört hier nicht den Fluss – zumal sie passenderweise an das Ende der Scheibe verfrachtet wurde und so als beruhigender Ausklang fungieren kann. Und das ist bei einem derart furiosen Album vielleicht auch ganz gut so.

REIGN OF ELEMENTS vermag es damit nicht nur als mittlerweile legendäres Debüt-Album einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen; sondern auch als einer der Wegbereiter für das Genre des Cosmic Metal. Momente der Langeweile gibt es nicht, dafür umso mehr wahnwitzige – die vornehmlich aus der hymnischen Gesamtwirkung generiert werden und dem geneigten Hörer so allerlei passende Bilder vor das geistige Auge projizieren können. Aber auch sonst stimmt alles, vor allem in handwerklicher Hinsicht. Die Leistungen der einzelnen Mitglieder war und ist beeindruckend; das passige Zusammenspiel von Keyboard und Gitarre vorbildlich. Selbst die Produktionsqualität lässt keine Wünsche offen – was das Album zu einem Must-Have für alle Genre-Liebhaber macht.

Absolute Anspieltipps: CHARGE, SWORD OF SALVATION, REIGN OF ELEMENTS


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„Ein wahrhaft furioser Auftakt für CELESTY.“

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