Filmkritik: „Pixels“ (2015)

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Originaltitel: Pixels
Regie: Chris Columbus
Mit: Adam Sandler, Michelle Monaghan, Kevin James u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 106 Minuten
FSK: ab 6 freigegeben
Genre: Komödie, Action
Tags: Retro | Computerspiele | Nerds | Außerirdische | Invasion

So pixelig waren Spezialeffekte noch nie.

Kurzinhalt: Eigentlich könnte es kaum schlimmer laufen für US-Präsident Will Cooper (Kevin James). Schließlich ist seine Beliebtheit nicht gerade auf ihrem Höhepunkt, als ihm eine weitere Bewährungsprobe bevorsteht. Eine, mit der so sicher niemand gerechnet hätte. Die schlimmsten Befürchtungen scheinen sich jedoch zu bestätigen: die Erde wird von außerirdischen Invasoren angegriffen. Der Präsident und die gesamte Belegschaft des Weißen Hauses staunen allerdings nicht schlecht, als die Außerirdischen eine ganz besondere Waffe einsetzen – riesige, real gewordene Versionen diverser Figuren aus kultigen Videospielen der 80er Jahre. In Anbetracht einer solch ungewöhnlichen Bedrohung kommt Präsident Cooper auf die einzig richtige Idee: wer, wenn nicht sein alter Schulfreund Sam Brenner (Adam Sandler) könnte der Menschheit jetzt noch helfen ? Schließlich war der seinerzeit ein echter Profi, wenn es darum ging alle möglichen Highscores in Pacman und anderen Spielen aufzustellen. Mit zwei weiteren hinzugezogenen Kennern der Videospiel-Szene versucht man, das von den Außerirdischen als großes Spiel aufgezogene Debakel zugunsten der Menschheit zu entscheiden…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Auf eine Prämisse wie die, dass Außerirdische eine Aufzeichnung alter Videospiele a’la PACMAN für eine Kriegserklärung halten und daraufhin eigene Truppen im gleichen Look entsenden; trifft man wahrlich nicht allzu häufig. Doch genau so verhält es sich in PIXELS, dem neuesten Comedy-Streich von Hollywood-Regisseur Chris Columbus (KEVIN ALLEIN ZUHAUS) sowie der langjährigen Filmpartner Adam Sandler und Kevin James (CHUCK & LARRY, KINDSKÖPFE 1 & 2). Wobei, etwas gänzlich neues präsentiert man nicht – schließlich basiert PIXELS auf einer vielversprechenden Kurzfilmvorlage von Patrick Jean, die eine Laufzeit von gerade einmal knappen 2 Minuten hat. Dass zahlreiche neue Ideen hinzugekommen sind und Hollywood vor allem hinsichtlich des Star-Aufgebots und der Effekte zugeschlagen hat, kann man aber wohl kaum abstreiten. PIXELS ist so vor allem eines geworden: ein turbulenter Filmspaß für Freunde der hauptsächlich beteiligten Darsteller, für Nostalgiker respektive Kinder der 80er Jahre – und im besten Fall sogar für die ganze Familie.

Überraschend ist, dass PIXELS diese angesprochenen Zielgruppen tatsächlich gleichberechtigt bedient – und dabei erst gar keinen umständlichen Spagat hinlegen muss. Im Gegenteil: die lockere Gangart des Films und das ausgelassene Spiel aller Beteiligten sorgen analog zu den nur auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftigen Effekten schnell dafür, dass man sich wohl fühlt in der kunterbunten PIXEL-Welt. Man sollte lediglich bedenken, dass es sich hier weniger um einen Meilenstein der Filmgeschichte handelt – als vielmehr um ein großzügig finanziertes Spaßprojekt, in das einige sehr gute – und sicher auch einige durchwachsene – Ideen geflossen sind.

So sollte man auch nicht erwarten, über den Sinn oder Unsinn des Geschehens reflektieren zu können. Im Vordergrund steht der reine, einstweilen durchtriebene Spaßfaktor aus temporeichen Szenenabfolgen, stark Charakter-bezogenen Comedy-Einlagen und in gewisser Weise einzigartigen visuellen Effekten. Die größeren Actionszenen präsentieren schließlich – und ausnahmsweise einmal völlig beabsichtigt – ausschließlich fremdartig wirkende Objekte in einer sonst wenig veränderten Umgebung. Selbst die Interaktion mit der Welt; beispielsweise im Sinne der anberaumten Zerstörung vollzieht sich in einem ganz ähnlichen, im wahrsten Sinne des Wortes verpixelten Stil – was auch dazu geführt hat, dass die Produktionskosten nicht unnötig in die Höhe geschossen sind. Sicher, mit guten 110 Millionen Dollar handelt es sich noch immer um ein vergleichsweise teures Projekt. Doch denkt man dabei an andere, zumeist auf möglichst authentisch getrimmte Filme mit Spezialeffekten – muss man gerade in Hollywood eher von Peanuts sprechen.

PIXELS präsentiert aber nicht nur die ausführlichen, bunt inszenierten Hauptkämpfe die auf der Erde stattfinden – sondern  weiß in einer der beeindruckenderen Szenen auch mit einer erschreckend realen Version des Spiele-Klassikers DONKEY KONG aufzuwarten. Natürlich gilt auch hierbei: man sollte gar nicht erst versuchen in die teils hanebüchenen Zusammenhänge des Films einzusteigen, geschweige denn die doch recht gelassene Atmosphäre selbst in Anbetracht der bevorstehenden Vernichtung der Erde zu hinterfragen. Anders gesagt: PIXELS ist eine Hollywood-Komödie durch und durch. Eine einstweilen etwas platte, harmlose – doch immerhin eine, die visuell begeistert und zudem reichlich Stoff für Nostalgiker bereithält ohne sich allzu ärgerlichen Blödeleien hinzugeben.

Das war in Anbetracht der beteiligten Darsteller nicht unbedingt zu erwarten, oder anders gesagt: es hätte beileibe wesentlich schlimmer kommen können. Richtig und in alle Richtungen austoben darf sich ohnehin nur Josh Gad als Ludlow Lamonsoff, der seinen Partnern Adam Sandler und Kevin James somit des öfteren die Show stiehlt – wenn auch nicht immer im positiven Sinne. Schade ist weiterhin, dass man nicht alle verpflichteten Darsteller gleichermaßen sinnig einsetzte. Speziell die zuletzt mit GAME OF THRONES ins Gespräch gekommenen Schauspieler Peter Dinklage und Sean Bean können in Bezug auf PIXELS zweifelsohne als waschechte Fehlbesetzungen betrachtet werden.

Fazit: PIXELS weiß als abgedrehte Hollywood-Komödie mit einer ungewöhnlichen Prämisse, einem lebhaften Cast und den so noch nicht gesehenen Spezialeffekten zu begeistern – zumindest im Sinne eines lockeren, unkomplizierten und unterhaltsamen Filmabends unter Freunden. Wer erwartet, dass die Geschichte eine nennenswerte Wendung bereithält oder überhaupt ein nachvollziehbarer Grund für das doch recht merkwürdige Verhalten der Außerirdischen präsentiert wird; wird dagegen enttäuscht – aber das war auch genau so zu erwarten. Als Ausgleich werden dem Zuschauer immerhin eine großzügige Portion Retro-Charme, sowie einige nicht ganz so blödelnde Witzeleien von Sandler & Co kredenzt. Schließlich hat sich der, sowie sicher auch seine Produktionsfirma Happy Madison eher zurückgehalten; so zumindest scheint es – im Vordergrund steht die wahnwitzige Pixel-Invasion und die durchaus annehmbare Regie-Arbeit von Chris Columbus. Flach bleibt das Ganze natürlich immer noch – analog zur hier ebenfalls präsentierten, vielleicht oberflächlichsten Liebesgeschichte des Jahres. Aber der Spaßfaktor ist eben auch nicht zu verachten… man sollte sich selbst ein Bild machen.

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„Nicht mehr und nicht weniger als bloßes Popcorn-Kino – aber ein vergleichsweise unterhaltsames und spaßiges.“

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: „Pixels“ (2015)

  1. Für meinen Geschmack immer noch zu viel Adam Sandler. ^^ Ich mag King of Queens, aber Kevin James als US-Präsi…komm schon? ^^ (gut George W. hatte wohl auch keinen höheren IQ) Konnte man sich anschauen, aber schon der Trailer im Kino hat mich nichts gutes erahnen lassen. 5/10

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