Filmkritik: „Zombieworld – Das Ende Ist Da“ (2015)

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Originaltitel: Zombieworld
Regie: Jesse Baget u.a.
Mit: Bill Oberst Jr., José M. Angorrilla, Marc Velasco u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 96 Minuten
FSK: ab 18 freigegeben
Genre: Horror
Tags: Zombies | Episoden | Kurzfilme | Zusammenstellung

Zombies gehen immer… oder ?

Kurzinhalt: Die weltweite Zombie-Apokalypse ist ausgebrochen ! Nachrichtensprecher Marvin Gloatt (Bill Oberst Jr.) hat sichtlich Mühe, den wenigen verbleibenden Zuschauern mitzuteilen was sich in diesen verzweifelten Stunden rund um den Globus abspielt. Dennoch gebührt ihm seine Reporter-Ehre, weiterzumachen – komme was wolle. Und so präsentiert er diverse Live-Schaltungen und Berichterstattungen aus verschiedenen Teilen der Erde, die eines gemeinsam haben: die hungrige Zombies haben bereits überall die Vorherrschaft übernommen. Gut also, dass er auch einige Überlebenstipps für den gefährlichen Zombie-Alltag parat hat. Wenn es dafür nicht schon zu spät ist…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Filme, die in einem mehr oder weniger direkten Zusammenhang mit einem Verleiher namens GREAT MOVIES GMBH auftauchen können doch eigentlich nur… richtig; verdammt gut sein. So zumindest lautet die Annahme. Doch Vorsicht ist geboten – schließlich lauert hinter eben jenem Firmennamen ein Unternehmen, dessen Repertoire in etwa mit dem der noch bekannteren Trash-Schmiede THE ASYLUM zu vergleichen ist. Das gilt vornehmlich in Bezug auf die Tatsache, dass man es mit dem allgemein wichtigen Originalitätsfaktor nicht ganz so ernst nimmt – und das ein oder andere Werk auch mal dreist kopiert. Davon kann ZOMBIEWORLD zwar nicht wirklich ein Lied singen – doch ist das zunächst schwer zu erfassende Problem (speziell, wenn man nicht weiß worauf man sich hier einlässt) ein ganz ähnliches. Eines das dazu führt, dass der Film weder als stumpfe Parodie auf andere Genre-Vorbilder richtig funktioniert, noch als eigenständiger Zombie-Episodenfilm überzeugt.

Das besondere, oder auch der Knackpunkt des Films: letztendlich ist ZOMBIEWORLD ein wenig von beidem. Der Film besteht tatsächlich aus mehreren Einzelepisoden, die durch einen zentralen Dreh- und Angelpunkt (einem Nachrichtensprecher, der von allerlei Zombie-Geschehen rund um die Welt berichtet) miteinander verbunden werden. Bei jenen Bildern aus dem Nachrichten-Studio handelt es sich auch um die aktuellsten, im Sinne des Projekts spezifisch gedrehten Szenen. Alle anderen sind stellenweise wesentlich älter, stammen von verschiedenen Regisseuren – und wurden hier für eine Art Zombie-Collabo-Projekt neu aufbereitet und zusammengeführt. So finden sich beispielsweise auch die bereits bekannten Kurzfilme FIST OF JESUS oder BRUTAL RELAX in ZOMBIEWORLD wieder – nur in einem etwas anderen Zusammenhang. 

So präsentiert sich ZOBMIEWORLD weniger als Film im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr als Sammelsurium von mehreren kleinen Zombie-Geschichten – über deren Einzel-Qualität man wahrlich streiten könnte. Das Angebot reicht hier schließlich von verdächtig laienhaft inszenierten Szenen mit passenden Looks (die man so eher im Fundus diverser Youtube-Clipmacher oder als Zwischensequenz für ein Videospiel vermuten würde), geht über immerhin ansatzweise unterhaltsame Zombie-Survival-Turorials als Genre-Persiflage und mündet einstweilen doch noch in vereinzelten Eindrücken einer großen Hochglanzproduktion. Das Problem: auch wenn diese einzelnen Abschnitte hie und da einen gewissen Fun-Faktor etablieren (was noch am ehesten für FIST OF JESUS als reine Fun-Splatter-Orgie gilt), verpuffen sie spätestens in der kruden Zusammenstellung des Projekts. Hier passt schlicht nichts zu- und aufeinander, weder in Bezug auf den Stil noch auf den Inhalt.

Sicher, allen Geschichten gemeinsam bleibt der Hintergrund einer Zombie-Apokalypse – doch hilft das nicht viel, wenn auf absolut blödelnde Comedy-Einlagen plötzlich bierernste Charakter-Momente folgen und man immer wieder aus dem somit kaum vorhandenen Filmfluss gerissen wird. Sicher ist es enorm mutig, überhaupt ein Projekt wie dieses auf die Beine stellen zu wollen – und zumindest Bill Oberst Jr. gibt sich als Nachrichtensprecher sichtlich Mühe, der fraglichen Zusammenstellung eine gewisse Würze zu verleihen. Um das Ganze zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu bringen reicht das allerdings nicht. Der Fehler, ZOMBIEWORLD als zusammenhängenden Film zu präsentieren – dem folglich ein jedwedes Gespür für Dramaturgie und eine generelle Harmonie der präsentierten Bilder abhanden gekommen ist – wiegt schlicht zu schwer.

Fazit: Wenn es nicht die sehr freie, sich letztendlich als absolut unpassend herausstellende Kombination verschiedener Einzel-Episoden (oder auch: Kurzfilme) ist, die die Zuschauer von ZOMBIEWORLD verschrecken wird – dann die teils gähnende Langeweile. Denn trotz der Mitarbeit zahlreicher Regisseure, der schnellen Aufeinanderfolge der einzelnen Episoden und der immerhin annehmbaren Darstellung des Nachrichten-Sprechers als Vernetzungspunkt der Geschichten offenbart ZOMBIEWORLD immer wieder Momente des Leerlaufs. Das liegt zweifelsohne an der stark schwankenden Qualität des ausgesuchten Materials – das teils so unterirdisch ist, dass im direkten Vergleich selbst diverse Hobbyfilme-Macher klar die Nase vorn haben. Und das gilt beileibe nicht nur für die teils hanebüchenen Animationen oder die eher schlechten als rechten Leistungen der beteiligten Darsteller. Was bleibt, ist ein ganz großes Fragezeichen. Was genau wollten die Macher mit einem Projekt wie ZOMBIEWORLD erreichen ? Vielleicht wollten sie tatsächlich nur eine besondere Zusammenstellung aus verschiedenen Genre-Kurzfilmen für alle beinharten Zombie-Fans präsentieren. Warum man dann aber keinerlei Qualitätskontrollen vorgenommen hat, bleibt schleierhaft. Das Ergebnis jedenfalls spricht eine eindeutige Sprache: die einzelnen Kurzfilme werden eher abgewertet als dass man ein Interesse für sie generieren könnte.

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„Ein mutiges, leider katastrophal fehlgeschlagenes Projekt.“

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