Metal-CD-Review: QUINTA ENMIENDA – Ne Bis In Idem (2010)

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Alben-Titel: Ne Bis In Idem
Künstler / Band: Quinta Enmienda (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 21. Mai 2010
Land: Spanien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Miguel González – Vocals, Guitars
Daniel Martínez – Guitars
Sergio Martínez – Bass
Iván Méndez – Drums
Patxi – Keyboards

Track-Liste:

1. Intro (01:47)
2. Mi libertad (05:12)
3. El viejo código (04:55)
4. Dulce prisión (04:59)
5. Oscuro amanecer (06:41)
6. Desde el infierno (06:12)
7. Exiliado (05:18)
8. Prisionero (03:55)
9. Quinta enmienda (09:33)

Die Geister der Vergangenheit.

Nicht nur in den Gefilden des Power Metal lohnt es sich oftmals, beherzt zurückzuschauen. Im Vordergrund steht dabei sicherlich die Frage, wie und wann es überhaupt zur Gründung einer bestimmten Band kam – und ob es möglicherweise noch anderes offizielles Material gibt als das, was man schon kennt. So, oder so ähnlich verhält es sich auch im Falle der Spanischen Power Metal-Combo QUINTA ENMIENDA. Im Jahre 2007 gegründet, hielt man sich zunächst noch mit diversen Cover-Versionen über Wasser und avancierte langsam aber sicher zu einem echten Geheimtipp – bis sich die Band nach einer Namensänderung im Jahre 2012 plötzlich PHOENIX RISING / FIRE & ASHES nannte. Die Bandmitglieder blieben indes die selben, sodass die Namensänderung allein keine  allzu großen Auswirkungen gehabt haben sollte. Aber offenbar hat dieser Vorgang doch noch in gewisser Früchte getragen, und zwar in Form eines waschechten Genre-Highlights und eines der vielleicht besten Alben des Metal-Jahres 2012: MMXII (Review). Jenes scheinbar aus dem Nichts aufgetauchte Werk interpretierten folglich einige als Debütalbum – was insofern obsolet ist als dass es ja noch NE BIS IN IDEM gibt, das eigentliche Debütalbum der Band.

Natürlich fällt es vergleichsweise schwer, ein Album wie dieses aus der Retrospektive zu betrachten – zumal MMXII mit seinem recht speziellen, gleichermaßen bombastischen wie Riff-orientierten Sound und den ausschließlich englischen Lyrics einen markanten Eindruck hinterließ. Fest steht aber, dass man mit NE BIS IN IDEM noch eine etwas andere Schiene fuhr. Eine wenn man so will gemäßigtere, bodenständigere – die die Band noch nicht wirklich von der Masse abhob, aber zweifelsohne angenehm ist. Und das ist noch untertrieben formuliert. Auch, da das Album keinen einzigen Lückenfüller bereithält und man mit dem Intro und den 8 folgenden Nummern von der ersten bis zur letzten Sekunde aus dem musikalischen Vollen schöpfte. Bemerkenswert ist hierbei vor allem der Faktor der transportierten Emotionalität, die auch ohne explizit balladeske Momente voll zum Tragen kommt – hauptsächlich aufgrund der starken, unverwechselbaren Leistung von Leadsänger Miguel González.

Richtig Laune machen aber auch die flotten Instrumental-Kompositionen – die ohne größere Schnörkel auskommen und in erster Linie durch das starke Riffing getragen werden. Nimmt man nun noch ein Gespür für schmackige Refrains hinzu, addiert die hervorragenden Soli und den nur dezenten, angenehm hintergründigen Einsatz des Keyboards (stark: EL VIEJO CODIGO); so erhält man eine Ansammlung von rundum gelungenen Genre-Nummern. Solchen, die eines gewissen hymnischen Anspruches nicht entbehren – wie man es mit Highlights a’la OSCURO AMANECER mit Nachdruck aufzeigt. Wenn man Fehler respektive Schwächen sucht, wird man sie weniger in Bezug auf die Titel im Gesamten finden – sondern eher hinsichtlich kleinerer Details. DESDE EL INFIERNO beispielsweise hat neben seiner merkwürdigen Rhythmik auch einen eher störenden Tempowechsel anzubieten; scheint zudem gesanglich nicht optimal inszeniert – während PRISIONERO mit einem gewöhnungsbedürftigen weiblichen Gastgesang daherkommt.

Vielleicht also ist das, was PHOENIX RISING hier als frühere QUINTA ENMIENDA auf die Beine gestellt haben; nicht ganz so einzigartig und unverwechselbar wie das Material des späteren MMXII – und doch spricht bereits NE BIS IN IDEM Bände. Speziell natürlich als Debütalbum, welches es locker mit der theoretischen Konkurrenz in Form von Bands wie TIERRA SANTA oder DUNEDAIN aufnehmen konnte und noch immer kann. Der Leadgesang ist erfrischend anders und über weite Strecken stilsicher, die Instrumentalparts sind schön griffig, die Soli ein Highlight für sich – und selbst die Produktionsqualität ist herausragend. Viel besser kann man ein Debüt wahrlich nicht inszenieren; was wohl mit ein Grund war warum man die Band später bei Sonic Attack unter Vertrag nahm.

Absolute Anspieltipps: MI LIBERTAD, OSCURO AMANECER, EXILIADO


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„Spanisches Feuer trifft auf hochkarätigen Power Metal – ein absoluter Geheimtipp.“

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