Metal-CD-Review: PHOENIX RISING – Versus (2014)

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Alben-Titel: Versus
Künstler / Band: Phoenix Rising (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 18. Oktober 2014
Land: Spanien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Sonic Attack Records

Alben-Lineup:

Sergio Martínez – Bass
Iván Méndez – Drums
Daniel Martínez – Guitars (lead)
Jesús Martín – Keyboards, Orchestration
Miguel González – Vocals, Guitars

Track-Liste:

1. Fuego y Cenizas
2. Phoenix
3. Reflejos de gloria
4. Afterlife
5. Sueños de Cristal
6. Luzbel
7. Días de Terror
8. Versus
9. Corzones de Hierro
10. Energía Vital
11. El Nombre Del Viento

Eine Gegenüberstellung der besonderen Art.

Es war eines der Überraschungs-Alben des Jahres 2012 – MMXII (Review), das Debütalbum einer bis dato unbekannten spanischen Power Metal-Band namens PHOENIX RISING. Obwohl, von einem Debüt ist eigentlich gar nicht zu sprechen – schließlich hatte die Band schon zuvor ein Album veröffentlicht; allerdings noch unter dem Namen QUINTA ENMIENDA. Ende 2014 folgte jedenfalls das heiß erwartete Drittwerk VERSUS – das vor allem auf den ersten Blick, respektive beim Besehen der Track-Liste eine Besonderheit kennzeichnet. In der Tat haben sich PHOENIX RISING entschieden, nach dem auf Englisch eingesungenen MMXII wieder auf ihre Landessprache zurückzugreifen – was sicher einer kleinen Umgewöhnungsphase bedarf. So sollte man es zumindest meinen – doch glücklicherweise ist auch das auf VERSUS dargebotene Material – und trotz möglicher Sprachbarrieren – ein wunderbar schmackiger Power Metal der allerersten Güteklasse.

So liegt die Vermutung nahe dass PHOENIX RISING ihrem Plattenlabel einen Gefallen getan haben, indem sie MMXII als quasi-internationales Album und damit einer breiteren potentiellen Käuferschicht präsentierten – und ihnen auf dem Nachfolger größere Freiheiten zugestanden wurden. Interessanterweise gab es aber schon auf MMXII wenig zu bemängeln. Wenn überhaupt den sicher nicht jedermann ansprechenden Leadgesang, der vor allem in den höheren Lagen etwas anstrengend werden konnte – aber nicht wie vermutet Probleme mit den englischen Lyrics oder der Aussprache offenbarte. Immerhin: diese Probleme können auf VERSUS erst gar nicht auftauchen, sodass man durchaus von einem noch ‚echteren‘ Eindruck ausgehen kann. Tatsächlich scheint sich Leadsänger Miguel González auch davon abgesehen weiterentwickelt zu haben. Seine Stimmfarbe bleibt markant und einzigartig; er singt nun vermehrt in gemäßigten Lagen und bleibt so weitestgehend stilsicher.

Mindestens ebenso stark im Fokus stehen die instrumentalen Kompositionen, mit den PHOENIX RISING schon auf MMXII für ein markantes Aufhorchen sorgen konnten. Während die allgemeine Soundkulisse aus antreibenden Metal-Elementen und symphonischen Einschüben weiterhin gnadenlos gut aufgeht, hat VERSUS diesbezüglich sogar einen kleinen Vorteil: viele Elemente klingen nicht mehr ganz so aufgesetzt oder künstlich; wie es beim Vorgänger eventuell hie und da noch der Fall war. Stark ist auch der neue Hintergrund- respektive Chorgesang, der Nummern wie SUENOS DE CRYSTAL erst zu dem macht was sie sind. Auch die furiosen Gitarren-Soli, wie etwa in LUZBEL liefern dem geneigten Power Metal-Fan reichlich Stoff zum Abfeiern. Überhaupt haben PHOENIX RISING das Tempo merklich angezogen, während sie hie und da doch noch balladeskere Momente einschieben – wie etwa in Bezug auf den Titeltrack VERSUS.

Der gehört aber gleichzeitig auch zu den schwächsten Momenten des Albums – was sicher auch daran liegt, dass Miguel González einfach keine ausreichend breit gefächerte Stimme besitzt, um auch eine gelungene Power-Ballade auf die Beine stellen zu können. So sollte man sich eher auf die Hymnen des Albums besinnen – von denen es wahrlich einige gibt. Seien es CORAZONES DE HIERRO, ENERGIA VITAL; oder aber der überlange Rausschmeißer EL NOMBRE DEL VIENTO – hier zeigen PHOENIX RISING, was in ihnen schlummert. Schade ist nur, dass ausgerechnet das episch aufgemachte NOMBRE DEL VIENTO mit einer unpassend wirkenden Erzählstimme, sowie einem eher störenden Abschluss (in  Form eines langen Fadeouts inklusive einer folgenden Akustik-Passage) kredenzt wird. Mit einigen kleinen aber feinen Entscheidungen wäre auch hier noch ein stückweit mehr drin gewesen.

Fazit: Es gilt sich dezent umzustellen – und die neuen alten PHOENIX RISING nun auch komplett auf Spanisch kennenzulernen. Trotz potentieller Sprachbarrieren hat das insofern einen Vorteil, als das der Überraschungseffekt ähnlich ausfallen wird wie beim Vorgänger MMXII. Und der ist so gesehen bemerkenswert – auch wenn das Vorgängeralbum noch knapp die Nase vorn hat. Fest steht jedenfalls: langsam aber sicher können PHOENIX RISING in einem Atemzug neben Genre-Größen wie WARCRY, TIERRA SANTA, AVALANCH und ROBERTO RIONDAS ALQUIMIA genannt werden. Nur müsste sich die Band in Zukunft entscheiden, wie sie sich präsentieren möchte – zweisprachig zu fahren scheint nicht die beste Option zu sein. Man darf also gespannt sein, ob das nächste Album auf Englisch oder Spanisch eingesungen wird…

Absolute Anspieltipps: PHOENIX, SUENOS DE CRYSTAL, ENERGIA VITAL


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„Auch in ihrer Landessprache sind PHOENIX RISING ein Genuss – der Vorgänger war aber noch etwas stärker.“

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