Filmkritik: „Star Wars: Episode 3 – Die Rache Der Sith“ (2005)

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Originaltitel: Star Wars: Episode III – Revenge Of The Sith
Regie: George Lucas
Mit: Hayden Christensen, Ewan McGregor, Natalie Portman u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 140 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Science Fiction, Abenteuer, Fantasy
Tags: Jedi | Sith | Kampf | Krieg | Imperium | Schlacht

Nicht immer leicht die Kurve zu kriegen ist.

Kurzinhalt: Nach den gewaltigen Klonkriegen spitzt sich die Lage im STAR WARS-Universum immer weiter zu. Analog zu den politischen Wirren wurde nun auch Kanzler Palpatine von einem gewissen General Grievous entführt – woraufhin die beiden Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) und Anakin Skywalker (Hayden Christensen) eine Rettungsmission starten. Im Zuge derer kommt es auch zu einem überraschenden Kampf mit Count Dooku (Christopher Lee), der gerade noch geschlagen werden kann. Doch trotz vieler kleinerer Siege für die Jedi zeichnet sich etwas schreckliches ab: die Lage immer unkontrollierbarer, und speziell Anakin sorgt bei seinen Jedi-Gefolgsleuten immer wieder für Kopfschütteln. Schließlich vertieft er sich immer mehr in dunkle Visionen, die sich mit dem potentiellen Tod seiner schwangeren Frau Padme (Natalie Portman) beschäftigen. Auch scheint er zu glauben, seine Fähigkeiten würden nicht richtig eingeschätzt – sodass Konflikte vorprogrammiert sind. Überdies hat Anakin einen unerwarteten, vermeintlich verständnisvollen Gesprächspartner gefunden: den gerade erst befreiten Kanzler Palpatine. Der hört dem besorgten Anakin nicht nur zu; sondern erzählt ihm auch kurzerhand von allerlei Praktiken, die sicher nicht mit dem Ehrenkodex der Jedi vereinbar sind. Doch offenbar würde Anakin alles geben, um seine geliebte Padme nicht zu verlieren…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Nachdem sich STAR WARS-Schöpfer George Lucas mit Episode 1 (Review) und Episode 2 (Review) alles andere als einen großen Gefallen getan hat, blieb ihm nur noch eine Möglichkeit potentielle Fehler der jüngeren Vergangenheit wieder wettzumachen – oder die Fans zumindest wieder einigermaßen versöhnlich zu stimmen. Schließlich wagten es viele derer schon gar nicht mehr zu hoffen, mit EPISODE 3 als abschließenden Teil der großen STAR WARS-Prequelreihe endlich wieder einen der gelungeneren Franchise-Filme zu sehen. Die Enttäuschung über Teil 1 als regelrechten Kinderfilm; und Teil 2 als relativ seelenloses Effekt-Spektakel war schlicht zu groß – und die Erwartungen an Teil 3 entsprechend gedämpft.

Dass EPISODE 3 dann aber doch noch für eine Überraschung sorgen würde, damit hätten wohl die wenigsten gerechnet. Zwar ist die Überraschung abermals durch eine gewisse Ärgerlichkeit gekennzeichnet – doch dieses Mal in einer etwas anderen, gar erhofften Form. Anders, und ein gewisses Lob sicher nicht verhehlend gesprochen: EPISODE 3 zeigte auf, wie gut auch die beiden Vorgänger hätten sein können, sollen – und vielleicht auch müssen. Nicht nur, dass der Abschlussteil der Trilogie die beiden vorherigen Werke in jeder Hinsicht übertrifft – auch davon abgesehen und einzeln betrachtet handelt es sich um einen sehr guten STAR WARS-Film. Wenn man so will und großzügig ist, vielleicht sogar um einen der in einem Atemzug mit den drei Originalteilen genannt werden kann. Ob man dafür nun George Lucas oder aber den Fans danken sollte; deren Meinung er im Laufe der Entstehungsjahre der 3 Prequels vielleicht doch noch an sich herankommen ließ – sei einmal dahingestellt.

Letztendlich spielt es ohnehin nur eine untergeordnete Rolle – EPISODE 3 ist schließlich längst Geschichte, sowie sicher auch das STAR WARS-Franchise wie man es bisher von George Lucas kannte. Umso angenehmer ist es daher zu sehen, dass er zumindest im letzten Teil seiner Prequel-Reihe wieder aus dem Vollen schöpfte – speziell, indem er in Episode 1 und 2 angedeutete Elemente endlich vollständig auserzählte. Dies führt gleichzeitig zu einem weiteren enormen Dämpfer für die zuvor schon nicht gerade gut dastehenden Episoden: in Anbetracht von EPISODE 3 könnte man sie sogar vollständig vernachlässigen. Das gilt vor allem für den Informationsgehalt und die markante Wandlung Anakin’s – die entscheidend für das Franchise war und ist, und dabei auch bestens mit dem dritten Teil allein nachvollzogen werden kann.

So kommt man auch nicht umher zu vermuten, dass sich George Lucas viele seiner besseren Ideen für den dritten Teil aufgehoben hat – entweder weil er noch ein Ass im Ärmel haben wollte, oder weil es sich aufgrund des Erzählkanons schlicht so angeboten hat. Schließlich musste erst der dritte Teil die Brücke konsequent zum vierten schlagen – was Lucas überdies vorzüglich gelungen ist. Szenen aus Episode 2, in denen man einstweilen eher verkrampft (wie etwa, als man einen Todesstern-Plan zeigte); können so getrost vergessen werden. Die Highlights – oder eher das worauf viele Fans gewartet haben – kommen schließlich erst jetzt. Anakin begeht schwere Verzweiflungstaten, distanziert sich markant von seinem einstigen Mentor Obi-Wan, wird schwer verwundet und wird erneut getauft… bis er dann auch tatsächlich zum ersten Male seine markante Maske aufgesetzt bekommt. In solchen Momenten; von denen EPISODE 3 glücklicherweise zahlreiche hat, kommt es dann wieder hoch – das gute alte STAR WARS-Gefühl.

Aber nicht nur das Porträt der einzelnen Figuren fällt in EPISODE 3 wesentlich ausführlicher, stimmiger und wenn man so will auch zielgerichteter aus als in den beiden Vorgängern. Auch die allgemeine Atmosphäre profitiert von den Bestreben, alles bisher zurückgehaltene möglichst sinnig in der letzten Phase der Prequel-Reihe zu verarbeiten – sogar ohne dass Hektik aufkommt. EPISODE 3 ist somit wieder angenehm spannend, temporeich – und bietet zudem viele Szenen mit einer Gänsehaut-Garantie – etwa als Kanzler Palpatine sein wahres Ich offenbart. Auch wenn der Informationsgehalt vergleichsweise hoch ist, es überall etwas zu entdecken gibt – kommen dieses mal auch die Action-Szenen nicht zu kurz.

Erneut gilt: sie führen dazu, dass so gut wie alles in Episode 1 und 2 gezeigte vollständig verpufft. Das gilt dann tatsächlich auch für alle entsprechenden Szenen; beispielsweise wenn mehrere Jedi auftreten (ein Genuss nach der eher kläglich-künstlichen Massenszene in der Arena aus Episode 2), wenn Yoda gegen einen ebenbürtigen Gegner antritt (was endlich auch mit gescheiten Animationen funktioniert) oder wenn man Weltraumsequenzen sowie größere Kämpfe sieht (die nun auch ohne größere Portionen Kitsch auskommen). Kurzum: die Action-Einalgen aus EPISODE 3 sind wesentlich greifbarer, wirken bedrohlicher und werden in einem weitaus sinnigeren Kontext verpackt als in den beiden vorherigen Episoden.

Die technische Komponente des Films ist in etwa mit den der vorherigen zu vergleichen – nur, dass sich Lucas dieses Mal weitaus deutlicher an den Originalfilmen orientierte und damit den Wunsch vieler Fans erhörte. Kitschig mag das Gezeigte einstweilen noch immer wirken – aber nun wieder in einem erträglichen Maße. EPISODE 3 ist somit deutlich weniger bunt, weniger künstlich, weniger beliebig ausgefallen – von den endlich wieder greifbaren Kulissen (nach der sterilen Computerwelt aus Episode 2) gar nicht erst zu sprechen. Der Soundtrack ist stimmig wie eh und je; die Darsteller machen indes ebenfalls einen markanten Sprung nach vorn – wohl, da sie endlich richtig gefordert werden und das Drehbuch sie nicht mehr zurückhält.

Fazit: Es kann Entwarnung gegeben werden. EPISODE 3 hat nur noch wenig mit seinen direkten Vorgängern am Hut – glücklicherweise. Alle ausschlaggebenden Elemente, ob sie nun als Brücke zu EPISODE 4 fungieren oder nicht; werden endlich vollständig ausgeführt und sogar mit einer gewissen Eleganz inszeniert – was einer wahren Wohltat  entspricht. Speziell natürlich nach dem STAR WARS-Fiasko namens EPISODE 1 und 2 – die man schlussendlich ignorieren kann oder vielleicht auch sollte, will man in einen störungsfreien Genuss des STAR WARS-Universums kommen. Wie es sich mit der bald erscheinenden siebten Episode verhalten wird, steht bekanntlich noch in den Sternen… vielleicht reicht es aber auch, dass mit EPISODE 4, 5, 6 und nun auch 3 Geschichte geschrieben wurde.

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„Mit Abstand die beste der ersten drei STAR WARS-Episoden.“

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