Metal-CD-Review: DRAGON GUARDIAN – Shonen Kishi To 3 Nin No Shojo No Eiyushi (2015)

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Alben-Titel: 少年騎士と3人の少女の英雄詩
Künstler / Band: Dragon Guardian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 16. September 2015
Land: Japan
Stil / Genre: Power Metal
Label: Kadokawa

Alben-Lineup:

Arthur Brave – Guitars, Keyboards, Arrangements

Track-Liste:

1. Awakening (01:41)
2. The Story Of A Boy Yearning For Legendary Heroes (03:48)
3. The Legendary Dragon Princess (04:48)
4. The Beginning Of A Destined Party (05:29)
5. The Adventure In Search Of The Encore (04:39)
6. The Former Demon Lord (01:06)
7. Tower Of The Blazing Cliff, Jio (04:06)
8. Hidden Power: The Ancient Art Of Summoning (03:41)
9. The Decisive Battle With The Demon General Of Flame (04:33)
10. The Knight Of Reincarnation (03:11)

Definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.

Die Power Metaller mit den Manga-Artworks sind zurück ! DRAGON GUARDIAN legen, nachdem sie bereits zu Beginn des Jahres mit den KNIGHTS OF ROUND eine EP (Review) abgeliefert haben; endlich wieder ein vollwertiges Studioalbum nach. Das endlich kommt dabei gar nicht mal von ungefähr, schließlich wagt die Combo um Band-Mastermind Arthur Brave immer mal wieder das ein oder andere Experiment – sodass die Diskografie zwar gut bestückt ist, jedoch nicht immer nur glanzvolles zu bieten hat. Insbesondere die eher elektronisch angehauchten EP’s FAIRYTALE (Review) und POLYPHONY (Review) schnitten dabei vergleichsweise schlecht ab – sodass es nach dem doch überraschend guten SEIMAKEN VALKYRIAS aus dem Jahre 2011 (Review) endlich mal wieder Zeit für ein rundum stimmiges Album ist.

Dieses lauscht natürlich – und wie bei DRAGON GUARDIAN typisch – auf einen hierzulande nicht auszusprechenden Namen, und wird weder großartig beworben noch mit zusätzlichen Informationen für internationale Fans ausgestattet. Auch das ist leider typisch für die japanische Combo, die noch weitaus mehr potentielle Interessenten erreichen könnte wenn sie zumindest an einem internationalen Webauftritt arbeiten würde – doch das ist ein anderes Thema. Grob übersetzt horcht das neue Album auf den Titel EIN HEROISCHES GEDICHT EINES JUNGEN UND DREIER MÄDCHEN, und behandelt wie im DRAGON GUARDIAN-Canon üblich allerlei fantastisch angehauchte Heldensagen respektive den Wunsch, eben solche Heldentaten zu begehen. Eingedeutschte Titel wie diese klingen allerdings etwas merkwürdig, sodass die Nummern im folgenden mit dem Versuch einer englischen Übersetzung beschrieben werden – was es am ehesten treffen sollte.

Markant, und direkt auffällig ist in diesem Fall; dass sich DRAGON GUARDIAN wieder stärker auf ihren ursprünglichen Sound beziehen – und sich das Album so deutlich von den einstweilen ärgerlichen Sound-Experimenten der EP’s und Collabo-Veröffentlichungen distanziert. Das ist nur gut so – denn das Ergebnis lässt sich allemal hören. Während das Intro AWAKENING schlicht typisch für DRAGON GUARDIAN ist und eine angenehme symphonische Atmosphäre etabliert, geht es mit dem Opener THE STORY OF A BOY YEARNING FOR LEGENDARY HEROES (eine Titelbezeichnung, die genau so auch von GLORYHAMMER stammen könnte) sogleich richtig in die Vollen. Will heißen: Arthur Brave zeigt einmal mehr, was er in Petto hat – und überzeugt nicht nur mit seinem Gitarrenspiel, sondern auch mit dem Gespür für eine angenehme Symbiose aus schwermetallischen, symphonischen und einstweilen auch J-Pop-orientierten Elementen.

Oder sollte man eher sagen, solche die internationale Hörer dezent an die J-Pop-Kultur erinnern ? Schließlich ist das hier dargebotene Material zweifelsfrei als Power Metal zu erkennen. Doch speziell der Fokus auf die weibliche Gesangsstimme, die stets ohne zusätzliche Chöre oder andere Spielereien auskommt; lässt das Ganze dann doch etwas weicher wirken. Eben das könnte man auch als Kritikpunkt auslegen – zumal DRAGON GUARDIAN in der Vergangenheit zumindest noch den ein oder anderen Hintergrundchor oder aber längere Sprechpassagen in ihre Kompositionen eingebaut haben. In der vorliegenden Form fehlt es dem Ganzen somit durchaus etwas an Biss, und vor allem auch Abwechslung. Dabei soll die Qualität des weiblichen Gesangs nicht in den Schatten gestellt werden – denn der ist ausgezeichnet. Dennoch: ein wenig mehr Geschichten-erzählen (im besten Fall im Dialog zwischen männlichen und weiblichen Charakteren wie dereinst) wäre sicher nicht verkehrt gewesen. So verliert das Album vor allem gegen Ende hin deutlich an Kraft und Originalität. Demnach hätte es noch so viel besser werden können – wenn man schlicht ein wenig mehr an der Verpackung und Präsentation des Materials gearbeitet hätte. In der vorliegenden, gefühlt etwas lieblosen Fassung aber rieseln die 10 Titel vor allem nach dem starken, vieles vorweg nehmenden Opener eher gemächlich vor sich her – und bieten im Endeffekt nur wenig Abwechslung. Das ist beileibe Schade – da Arthur Brave zwischendurch immer wieder durchscheinen lässt, dass er sein Handwerk mehr als nur versteht. Die hie und da eingestreuten Instrumentalpassagen mit seinen Soli sowie den schmackigen symphonischen Arrangements geraten so zu den wahren Lichtblicken des Albums.

Absolute Anspieltipps: THE STORY OF A BOY […], THE ADVENTURE […], THE DECEISIVE BATTLE […]


70button

„Solide Symbiose aus weiblichem Gesang, symphonischen Elementen und einem starken Arthur Brave.“

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