Metal-CD-Review: AT THE DAWN – Land In Sight (2015)

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Alben-Titel: Land In Sight
Künstler / Band: At The Dawn (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. April 2015
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Bakerteam Records

Alben-Lineup:

Vittorio Zappone – Bass
Mattia Ughi – Drums
Michele Viaggi – Guitars
Michele Vinci – Guitars
Stefano De Marco – Vocals
Marco Iaffaldano – Keyboards

Track-Liste:

1. Through a Darkened Sky (05:29)
2. Land in Sight (06:05)
3. Siren Call (04:55)
4. The Deserter (05:42)
5. Ouverture (01:21)
6. The Offense (01:09)
7. The Revenge (04:11)
8. The Day When Heroes Die (05:01)
9. Tiger Within (04:44)
10. Ladyhawke (06:05)
11. A Crow with No Wings (05:06)
12. Revelations (Iron Maiden cover) (06:56)

Endlich wieder Land in Sicht.

Es gibt zwei hauptsächliche Merkmale, um sich im Genre des Power Metal (und nicht nur da) zu profilieren. Entweder man versucht über die instrumentale Schiene Akzente zu setzen; oder aber die gesangliche – wobei man im besten Fall gleich beides kombiniert. Weitere Aspekte, wie etwa in Bezug auf die Präsentation oder den behandelten Inhalt sollte man ebenfalls nicht außen vor lassen – doch hilft das oftmals nichts, wenn die Grundvoraussetzungen nicht erfüllt sind. Im Falle der Italiener von AT THE DAWN und ihrem mittlerweile zweiten Silberling LAND IN SIGHT gilt es dabei zunächst, eher unspektakuläres festzuhalten – das Album präsentiert sich als eine der zahlreichen typischen Veröffentlichungen aus den Gefilden des italienischen Power Metal.

Das gilt vor allem in Bezug auf die instrumentellen Kompositionen und die Struktur des Albums. Eines aber fällt dann doch auf: der Leadgesang von Stefano De Marco ist tatsächlich einer, den man im Genre nicht alltäglich hört. Am ehesten präsentiert er eine gefühlte Mischung und Bandbreite eines Mikael Holst (TIMELESS MIRACLE), eines Alexander Yurov (ECLIPSE HUNTER) und eines L.G. Persson (THE STORYTELLER). Die Chancen stehen also gut, mit AT THE DAWN zumindest ein gesanglich erfrischendes Genre-Werk vorgesetzt zu bekommen.

Davon abgesehen heißt es aber eher: LAND IN SIGHT bietet absolut typische Genre-Kost. Keine schlechte oder anderweitig hintenan-stehende (die Produktion ist beispielsweise über alle Zweifel erhaben), beileibe nicht – aber eben auch keine außergewöhnlich gute oder nachhaltig beeindruckende. Das zeigt bereits der Opener THROUGH A DARKENED SYK mit Nachdruck auf: die Nummer ist mit ihrem verschwörerischen Auftakt, den Tempi-Wechseln und den mehr als soliden Leistungen aller Beteiligten angenehm – sichert sich aber bestenfalls nur einen Platz im oberen Mittelfeld. Das gleiche gilt auch für den Titeltrack LAND IN SIGHT, der schon mit einem weitaus stärkeren Refrain punkten kann – das hie und da auftauchende Piep-Geräusch der Marke Krankenhaus (welches beabsichtigt ist) nervt aber eher in der sonst gelungenen instrumentellen Komposition.

SIREN CALL indes ist der erste Titel, der das Artwork und den Alben-Titel explizit aufgreift – und dabei auch noch eine intensive Atmosphäre heraufbeschwört. Es beginnt mit dem Knarren eines Bootes, den leisen akustischen Gitarrenklängen und einer sanften Performance des Leadsängers – bis die Nummer immer schmackiger wird und mit einem höchst gelungenen Refrain auftrumpft. Sehr gut war die Entscheidung, hier einen weiblichen Gesang sowie allerlei Ruhepausen einzubauen. DESERTER stampft mal gemächlich, mal etwas aggressiver vor sich her – und zeigt vor allem auf, wie gut AT THE DAWN mit dem Keyboard umgehen respektive es in ihre Kompositionen einbauen können. Und auch die Gitarren lassen sich hören. Hie und da lassen AT THE DAWN eben doch durchblicken was sie alles in Petto haben – und sei es nur theoretisch.

Nicht ganz so gut schneiden dann die beiden Zwischenspiele OUVERTURE und THE OFFENSE ab. Auf ersteres hätte man besser gleich komplett verzichtet, und zweiteres hätte man genauso gut als Auftakt für THE REVENGER verwenden können. Denn hier handelt es sich wieder um eine der ansprechenderen Nummern mit starken, eindringlichen Strophen – schade nur, dass der Refrain (trotz der erneuten weiblichen Unterstützung) vergleichsweise nichtssagend ist. Ähnliches ist dann auch auf die noch verbleibenden Nummern zu beziehen, von denen ebenfalls keine wirklich zündet – im Sinne eines markanten Aha-Erlebnisses, versteht sich. Als leicht überdurchschnittliche Power Metal-Kost mit kleineren progressiven Ansätzen kann das Ganze allemal fungieren.

Fazit: Ein wenig fühlt sich LAND IN SIGHT an wie nichts Halbes und nichts Ganzes. Der Leadgesang ist erfrischend und erscheint passig, die Leistungen an den Instrumenten lassen sich hören; und auch die sonstigen Voraussetzungen (beispielsweise in Bezug auf die Produktion) scheinen gegeben. Das Potential zu größeren Heldentaten ist also definitiv vorhanden – fraglich bleibt, warum sich LAND IN SIGHT dennoch so anfühlt, als bliebe es dezent hinter seinen Möglichkeiten zurück. Hauptsächlich wird es wohl am Songwriting liegen, dass schlichtweg nicht besonders effektiv ist – und die möglicherweise angestrebte Wirkung nicht so transportiert, wie es AT THE DAWN gerne hätten. Immerhin gilt in diesem Falle eines: die Band sollte unbedingt am Ball bleiben und weiter an ihrer Musik feilen; alles andere wäre eine Verschwendung von Talent. Man darf gespannt sein auf möglicherweise noch kommende Releases…

Absolute Anspieltipps: THROUGH A DARKENED SKY, SIREN CALL, THE DESERTER


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„Technisch und handwerklich einwandfrei – aber ohne wirkliche Highlights.“

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