Metal-CD-Review: CRYSTAL EYES – Killer (2014)

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Alben-Titel: Killer
Künstler / Band: Crystal Eyes (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 25. Juli 2014
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Massacre Records

Alben-Lineup:

Mikael Dahl – Vocals, Guitars, Keyboards
Stefan Svantesson – Drums
Claes Wikander – Bass, Vocals (backing)
Niclas Karlsson – Guitars

Track-Liste:

1. Killer (04:08)
2. Warrior (04:18)
3. Hail the Fallen (04:21)
4. Solar Mariner (04:28)
5. Forgotten Realms (05:53)
6. Spotlight Rebel (03:44)
7. The Lord of Chaos (03:19)
8. Dreamers on Trial (04:26)
9. Dogs on Holy Ground (03:52)

Wer wird denn gleich zum Killer werden…

Die schwedische Power Metal-Combo CRYSTAL EYES war schon immer eine, mit der man rechnen musste. Und eine, die als eine der wenigsten Genre-Bands überhaupt auf eine rundum gelungene Gesamt-Diskografie zurückblicken kann. Schließlich gab es bei den immerhin sechs Studio-Alben vor dem aktuellsten Werk KILLER keinen expliziten Ausfall – sondern bestenfalls Schwankungen, die die Alben mal sehr nah an den Genre-Thron brachten (WORLD OF BLACK AND SILVER), und mal etwas weiter davon entfernten (CONFESSIONS OF THE MAKER). Ein Problem aber hatte die Band; eines, das eventuell auch mit den eben genannten Schwankungen verbunden ist: sie musste mit einigen markanten Lineup-Wechseln zurechtkommen. Vornehmlich beziehen sich diese auf einen der wichtigsten Posten, den Leadgesang – der einst von Gründungsmitglied Mikael Dahl (3 Alben), danach von Session-Vocalist Daniel Heiman (1 Album) und dem späteren Neuzugang Søren Nico Adamsen (2 Alben) besetzt wurde. Umso spannender war die Frage, wer nun auf KILLER das Gesangszepter in der Hand halten würde.

Die Antwort ist relativ überraschend: es ist wieder Mikael Dahl, der der Band seit den ersten Stunden respektive dem Gründungsjahr 1992 die Treue hält (Gitarre, Keyboards) und nun seine Mitarbeit wieder deutlich ausweitet. Ob man Entscheidungen wie diese nachvollziehen kann oder will sei einmal dahingestellt – doch kann man mit dem Ergebnis (welches nun hoffentlich von endgültiger Dauer ist) allemal zufrieden sein. Schließlich schien es schon immer so, als sei Mikael Dahl der richtige Mann für diesen Posten. Das ist das eine – das andere ist, dass er hinsichtlich seiner Leistung und vor allem stimmlichen Bandbreite einen riesigen Sprung gemacht hat. Vergleicht man den Gesang des Debüt-Albums mit dem des vorliegenden KILLER, müsste man meinen es handelte sich um zwei verschiedene Personen. Zwei Personen respektive Sänger mit unterschiedlichen Stärken – die nun auf KILLER erstmals zusammenkommen und einen harmonischen Gesamteindruck erzeugen.

KILLER, das ist das mittlerweile siebte Studio-Albun der Schweden – welches mit 9 vollwertigen Titeln und einem eher streitbaren Cover-Artwork daherkommt. Davon sollte man sich indes nicht täuschen lassen; denn die hier präsentierten Titel sind noch immer einwandfrei als Werke der CRYSTAL EYES zu erkennen. Das heißt de facto: auch auf dem siebten Album gehen die Schweden vergleichsweise klassisch, dabei aber immer angenehm zielgerichtet und effektiv vor. Die Symbiose aus stampfenden Heavy Metal-Klängen, beschwingten Power Metal-Nuancen und einer melodischen Hardrock-Attitüde geht eben noch immer auf – zumal die CRYSTAL EYES auch nach 5 Jahren Pause das Talent für ein außergewöhnlich gutes Songwriting nicht verloren haben. Das ist nur gut und richtig – sodass sich auch bei KILLER schnell herauskristallisiert dass es sich um alles, nur keinen Reinfall (das wäre dann auch der erste in der Diskografie) handeln würde.

So fällt bereits der Alben-Auftakt enorm stark aus: der Titeltrack KILLER ist die antreibende Hymne des Albums, die vor Kraft nur so strotzt und einen wenn man so will deutlich gereiften Mikael Dahl ins Rampenlicht rückt. Neben allen anderen zumeist vorzüglichen Sound-Elemente der Band, versteht sich – auch das schon immer prägnante, stilsichere und angenehm variable Riffing sowie die auf den Punkt getroffenen Soli sind wieder mit von der Partie. Die Folgenummer WARRIOR inszeniert sich dann ebenfalls als nach vorn preschende Hymne a’la IRON MAIDEN – die wiederum einen stärkeren Bezug zu den größtenteils klassischen Vorgängern etabliert und durch einen entsprechend zeitlosen Refrain punktet. Und es geht munter weiter: in HAIL THE FALLEN darf Mikael Dahl dann auch mal einen Ausflug in höhere Gesangslagen wagen; während die gesamte Aufmachung und speziell der Refrain der Nummer mit einem schön Power Metal-lastigen Anstrich daherkommt. Und dabei ein wenig nach HAMMERFALL klingt – nur in besser.

Und es geht munter weiter. SOLAR MARINER lässt erst gar keine Wünsche offen, während FORGOTTEN REALMS mit seinen balladesken Einschüben für die nötige Abwechslung sorgt und dabei ebenfalls eine recht gute Figur macht. Auch das rockige SPOTLIGHT REBEL, das angenehm kräftige THE LORD OF CHAOS, das deutlich ruhigere DREAMERS ON TRIAL und der Bass-lastige Rausschmeißer DOGS ON HOLY GROUND machen hauptsächlich aufgrund der markanten Gesangsleistung und der knackigen Instrumentierung Spaß.

Fazit: KILLER ist mit seinen knapp 38 Minuten recht kurz ausgefallen – serviert dafür aber vor allem in der ersten Alben-Hälfte ausschließlich gelungenes Genre-Material. Danach wird es etwas weniger spektakulär – aber dennoch. KILLER ist letztendlich wieder schneller, härter und treffsicherer als das vorherige CHAINED ausgefallen; bei dem es sich tatsächlich so anfühlte, als würden sich die CRYSTAL EYES aus irgendeinem Grund zurückhalten. Sofern das Lineup nun bleibt wie es ist, kann der Zukunft wohl getrost entgegenblicken und auf weitere starke Metal-Werke der Marke CRYSTAL EYES hoffen.

Absolute Anspieltipps: KILLER, WARRIOR, HAIL THE FALLEN, SOLAR MARINER


80button

„Mikael Dahl ist wieder zuhause angekommen – und das wirkt sich auch auf das Album aus.“

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