Metal-CD-Review: CRYSTAL EYES – Chained (2008)

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Alben-Titel: Dead City Dreaming
Künstler / Band: Crystal Eyes (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 21. November 2008
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Metal Heaven

Alben-Lineup:

Mikael Dahl – Guitars, Keyboards
Søren Nico Adamsen – Vocals
Paul Petterson – Guitars
Stefan Svantesson – Drums
Claes Wikander – Bass

Track-Liste:

1. Ride the Rainbow (04:48)
2. The Fire of Hades (05:53)
3. The Devil Inside (03:32)
4. Waves of War (05:05)
5. Dying in the Rain (04:33)
6. Fighting (04:22)
7. Shadow Rider (05:47)
8. Lonely Ball of Fate (04:28)
9. Guardian (03:45)

Sprenger der Ketten ?

CHAINED ist das sechste Studioalbum der schwedischen Power Metal-Combo CRYSTAL EYES – und das zweite in der seit 1992 stetig wachsenden Diskografie, auf dem der 2005 verpflichtete Leadsänger Søren Nico Adamsen zu hören ist. Der hatte auf dem Vorgänger DEAD CITY DREAMING (Review) seinen Einstand gegeben, und damit den Session-Vocalist Daniel Heiman (ex LOST HORIZON) sowie dessen Vorgänger Mikael Dahl abgelöst. Der wiederum hatte die Band niemals gänzlich verlassen, sondern war weiterhin als eigentliches Mastermind der CRYSTAL EYES tätig – wenn auch eher hintergründig. Und so bildet auch CHAINED diesbezüglich keine Ausnahme; das beinahe mit einem deckungsgleichen Lineup zu DEAD CITY DREAMING daherkommt – mit dem Neuzugang Paul Petterson an der Gitarre als einzigem Unterschied. Fakt ist jedenfalls eines: sofern man die teils sehr guten, mindestens aber überdurchschnittlich soliden Vorgänger gehört hat; wird einem auch bei den ersten Tönen dieses Albums klar, dass hier die CRYSTAL EYES am Werk waren. Die hier dargebotene Symbiose aus flotten Power Metal-Klängen, klassischen Heavy Metal-Bezügen und Einschüben aus dem melodischen Hardrock oder auch AOR stehen nach wie vor unmissverständlich für den vergleichsweise einzigartigen Sound der Band.

In Bezug auf das mittlerweile sechste Studioalbum ist dabei zunächst interessant, in welche Richtung die CRYSTAL EYES dieses Mal gehen würden. Sicher, die Zeiten des verspielten und explizit feucht-fröhlichen Power Metals wie er noch auf dem Debüt WORLD OF BLACK AND SILVER (Review) zu hören war, sind vorbei – doch wer wenn nicht die CRYSTAL EYES wären heutzutage noch für eine Überraschung gut ? Und die kommt dann auch tatsächlich, wenn auch nicht in einer ganz so prägnanten Form: CHAINED etabliert eine ganz ähnliche, klassisch-rockige Atmosphäre wie der Vorgänger DEAD CITY DREAMING – doch haben sich die Schweden dieses Mal wieder eine zusätzliche Portion Schwermetall gegönnt. So stampft CHAINED wieder etwas markanter daher; und überzeugt gleichzeitig wieder mit den altbekannten und definitiv hochzuhaltenden Stärken der Band. Das schmackige Riffing respektive der generell stark Gitarren-bezogene Sound, das gelungene Songwriting, die satte Produktion und eine gewisse; bereits mit dem Debütalbum etablierte Hymnen-Tauglichkeit sind auch auf CHAINED nicht zu knapp vertreten. Die Folge ist ein starkes Genre-Album, welches eben jene Genre-Grenzen nicht ganz so ernst nimmt und den Hörer immer wieder mit verschiedenen Eindrücken konfrontiert.

Doch so effektiv und gradlinig das Album erscheint, es hat mitunter ein Problem – zumindest wenn man so will. Trotz der vergleichsweise geringen Spielzeit von knapp über 40 Minuten und gerade einmal 9 enthaltener Titel hat man nicht das Gefühl, als würden wirkliche Ausnahme-Nummern präsentiert. Und wieder wird eine Parallele zum Vorgänger wach; schließlich könnte auch bei diesem das Gefühl entstanden sein, als würden die CRYSTAL EYES vielleicht ein wenig zu sehr auf Nummer sicher gehen. CHAINED wirkt zwar absolut ausgegoren und durchdacht; doch den einen ausschlaggebenden Effekt sucht man vergebens. Dabei sind gerade Titel wie RIDE THE RAINBOW oder WAVES OF WAR verdammt nah dran – es fehlt lediglich der zündende Funke. Vielleicht liegt es aber auch am Leadsänger Søren Nico Adamsen – der seine Sache zwar gut macht, auf diesem Album aber erstmals auch deutlich schwächere Momente zeigt. THE FIRE OF HADES, THE DEVIL INSIDE, DYING IN THE RAIN, SHADOW RIDER und LONELY BALL OF FATE sind außerdem allesamt Nummern im Midtempo mit ganz ähnlichen Strukturen – hier hätte es gerade in Anbetracht der knappen Spielzeit ruhig etwas mehr Abwechslung sein dürfen. Aber bitte nicht in Form einer abschließenden Ballade wie GUARDIAN – die den wohl schwächsten Moment das Albums markiert. Und das trotz dessen (oder gerade ?) da Mikael Dahl ausnahmsweise mal wieder das Gesangsszepter übernahm.

Schlussendlich: die Diskografie der CRYSTAL EYES hält so manches Schmuckstück bereit – ob CHAINED auch dazugehört, muss ein jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass es trotz der wieder angezogenen schwermetallischen Elemente und der gleichermaßen klassichen wie kräftigen Wirkung eher wenig Aufsehen erregen wird. Schklicht, da es insgesamt etwas zu unspektakulär daherkommt – und gerade im Vergleich mit den starken Vorgängern hintenan stehen muss. Neueisnteigern indes kann das reichlich egal sein – sie, und auch alle anderen die auf eine eher klassisch-gemäßigte Seite des Power Metal setzen; werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

Absolute Anspieltipps: RIDE THE RAINBOW, WAVES OF WAR, FIGHTING


70button

„Gut, aber: vielleicht wäre es wieder mal wieder an der Zeit für eine Sound-technische Revolution.“

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