Metal-CD-Review: CRYSTAL EYES – Dead City Dreaming (2006)

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Alben-Titel: Dead City Dreaming
Künstler / Band: Crystal Eyes (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 3. November 2006
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Heavy Fidelity

Alben-Lineup:

Søren Nico Adamsen – Vocals
Stefan Svantesson – Drums
Claes Wikander – Bass
Mikael Dahl – Guitars, Keyboards, Vocals (on „The Halls of Valhalla“)

Track-Liste:

1. Dead City Dreaming (04:42)
2. Into the Light (03:41)
3. The Narrow Mind (04:03)
4. Wall of Stars (04:56)
5. Battlefield (04:12)
6. The Quest Remains (03:26)
7. Dawn Dancer (04:25)
8. Roads of Loneliness (03:52)
9. Temple of Immortal Shame (04:21)
10. The Halls of Valhalla (07:18)

Geschichten aus der toten Stadt.

DEAD CITY DREAMING ist das fünfte Studioalbum aus dem Hause CRYSTAL EYES, einer schwedischen Band die seit 1992 besteht – aber erst um die Jahrtausendwende und mit dem Debütalbum WORLD OF BLACK AND SILVER (Review) so richtig durchstartete. Bereits auf dem 2003’er CRYSTAL EYES-Album VENGEANCE DESCENDING (Review) zeichnete sich dann ab, was mit CONFESSIONS OF THE MAKER (Review) endgültig Realität wurde: Leadsänger Mikael Dahl gab seinen hauptsächlichen Posten ab, zunächst noch an seinen Kollegen Daniel Heiman. Die Folge war ein noch immer gutes, allerdings längst nicht mehr so aussagekräftiges Album – woraufhin das Leadgesangszepter erneut herumging. In Bezug auf DEAD CITY DREAMING landete es dann überraschenderweise bei Søren Nico Adamsen, einem (zumindest bis dato) recht unbeschriebenen Blatt. Mikeal Dahl bleibt der Band aber weiterhin treu und sorgte auch in diesem Fall dafür, dass das Album zweifelsfrei als eines der CRYSTAL EYES zu erkennen ist. Wie schon beim Vorgänger sollten es 10 vollwertige Titel ohne Zwischenspiele sein, die den nötigen Ausschlag geben.

Und die ersten Eindrücke könnten beileibe nicht besser sein, haben sich die CRYSTAL EYES erneut auf ihre Stärken berufen. Die liegen vornehmlich in einem schön schroffen und abwechslungsreichen Riffing – dass sich durch alle Titel zieht und dafür sorgt, dass man das so gut wie überhaupt nicht eingesetzte Keyboard nicht vermissen wird. Demnach herrscht wie schon bei VENGEANCE DESCENDING wieder ein eher klassischer Gesamteindruck vor, der aus vergleichsweise schnörkellosen und angenehm melodischen Heavy Metal-Nummern generiert wird. Und auch der gewisse hymnische Faktor ist DEAD CITY DREAMING nicht abhanden gekommen – viele der Nummern gehen schnell ins Ohr, drängen sich dabei aber keinesfalls durch einen wie auch immer gearteten Kitsch auf. Søren Nico Adamsen macht seine Sache ebenfalls sehr gut – was dennoch nicht gänzlich davor ablenkt, dass man mit Mikael Dahl (der spätestens auf VENGEANCE DESCENDING zeigte, was er kann) eigentlich schon immer den perfekten Frontmann hatte. Sei es drum, viele Bands haben den ein oder anderen Lineup-Wechsel zu verkraften; wobei die Auswirkungen bei den CRYSTAL EYES glücklicherweise vergleichsweise marginal waren. Hauptsächlich da Mikael Dahl der Band weiterhin erhalten blieb und dafür sorgte, dass man sich rein Sound-technisch immer treu blieb; komme was wolle.

Wenn man schon ein Problem an DEAD CITY DREAMING ausmachen möchte, läge dies ohnehin in einem gänzlich anderen Bereich begründet. Und der bezieht sich vornehmlich auf die gefühlte Ausdruckskraft und vielleicht auch Härte des Albums. Wenn schon mit CONFESSIONS OF THE MAKER in eine, man nenne es einmal etwas seichtere Richtung driftete; vollendet man dieses Wagnis spätestens mit DEAD CITY DREAMING. Vergleicht man die hier etablierte Stimmung mit den ersten Alben, so ist noch immer eine enorme Spielfreude zu spüren – doch wirkt das Ganze nun deutlich harmloser und unspektakulärer. Will heißen: wirkliche Tempo- oder Kraftausbrüche sind kaum vorgesehen, das Ganze ist nun vermehrt als melodischer Hardrock denn als energetischer Power Metal einzustufen. Das ist indes noch kein Urteil, sondern lediglich eine Feststellung – die man speziell wenn man gewisse Erwartungen an das Album hegt beachten sollte.

Doch ob nun frech und variantenreich wie damals, oder etwas mehr auf Nummer sicher wie auf DEAD CITY DREAMING – die CRYSTAL EYES gaben und geben sich vor allem in Bezug auf das Songwriting keine Blöße. Die Nummern sind wenn man so will äußerst effektiv geschrieben – und lassen nur allzu selten den Wunsch nach einer dringend benötigten Veränderung aufkommen. Die starke Präsenz der Gitarren erledigt beinahe alles übrige – sodass auch eher getragene Titel wie INTO THE LIGHT oder WALL OF STARS mit den nötigen Ecken und Kanten versehen werden. Und auch wenn das Album insgesamt nicht unbedingt vor einer explosionsartigen Kraft strotzt hat man dennoch eine handvoll Nummern einkalkuliert, mit denen man deutlicher vorprescht – wie beim starken BATTLEFIELD oder der überraschend flotten Genre-Hymne DAWN DANCER.

Fazit: DEAD CITY DREAMING nähert sich als erstes CRYSTAL EYES-Album expliziter an die Gefilde des Hardrock und AOR an – und macht dabei noch immer eine verdammt gute Figur. Eine insgesamt deutlich weniger bissige zwar, das sollte erwähnt werden – und doch entfaltet das Ganze eine respektable Wirkung. Vor allem natürlich dann wenn man die interessante Diskografie der Band im gesamten, und den Werdegang der CRYSTAL EYES als einen eher wechselhaften und lebendigen betrachtet. Manchmal sind es der Veränderungen zu viele, manchmal fährt man sich im Laufe einer Bandgeschichte Sound-technisch fest – die CRYSTAL EYES scheinen zumindest in Bezug auf DEAD CITY DREAMING das exakte Mittelmaß gefunden zu haben.

Absolute Anspieltipps: INTO THE LIGHT, BATTLEFIELD, THE QUEST REMAINS, DAWN DANCER


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„Etwas glattgeschliffener und unspektakulärer als die Vorgänger – aber dennoch verdammt stark; wenn auch auf eine andere Art und Weise.“

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