Metal-CD-Review: SHADOWS OF STEEL – Shadows Of Steel (1997)

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Alben-Titel: Shadows Of Steel
Künstler / Band: Shadows Of Steel (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1997
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Frank Andiver – Drums
Wild Steel – Vocals
Steve Vawamas – Bass
Andre La Fisic – Guitars
Andrew McPauls – Keyboards

Track-Liste:

1. Countdown (01:20)
2. Shadows of Steel (05:24)
3. The Playing Room IV (07:24)
4. Journey (03:27)
5. Out of the Darkness (03:50)
6. The Island (04:08)
7. Storied Windows (04:40)
8. Winterland (03:26)
9. Day as Lions (04:27)
10. Fly Away (05:25)
11. Kingdom (04:25)
12. Gone with the Wind (04:38)

Nur ein weiterer HELLOWEEN-Abklatsch ?

Es gibt sie bekanntlich nicht gerade selten – mehr oder weniger explizite Nachahmer von europäischen Kult-Combos a’la HELLOWEEN. Jene Feststellung allein beinhaltet jedoch noch kein aussagekräftiges Urteil – warum sollte man nicht Vorbilder haben dürfen, und diverse Einflüsse auch in seine Musik einfließen lassen ? Gesetzt natürlich dem Fall, dass man nicht bloß kopiert sondern seine Vorbilder eher als eine der potentiell vielen Inspirationsquellen ansieht. Dann gilt es nur noch, einen möglichst charmanten Ansatz zu finden und sich im besten Fall später weiterzuentwickeln und auf eigenen Beinen zu stehen – etwa so, wie es auch INSANIA gemacht haben. Deren erstes und vor allem zweites Album SUNRISE IN RIVERLAND haben schließlich ebenfalls starke HELLOWEEN-Parallelen, waren aber bereits alles andere als schlecht – bevor die Combo mit ihrem dritten Album (Review) ein wahres Meisterwerk abgeliefert haben, dass überraschenderweise völlig unverwechselbar klang.

Im Falle des Debütalbums von SHADOWS OF STEEL sieht die Sache aber offenbar etwas anders aus. Auch dieses Werk schreit förmlich nach allzu offensichtlichen Parallelen zur deutschen Kult-Combo – allerdings ohne, dass man deren Klasse auch nur ansatzweise erreichen kann. Allzu eigenständig oder nennenswert innovativ ist das enthaltene Material also schon mal nicht – doch es kommen noch weitere Probleme hinzu. Und die liegen in erster Linie im ominöse Frontmann der Band begründet, der stets eine Maske und den Künstlernamen WILD STEEL trägt. Da dies ein retrospektives Review ist, kann in diesem Falle weiter ausgeholt werden: viele Jahre nach diesem allerersten Auftritt auf einem Power Metal-Album überhaupt (zuvor war es nur eine Demo) veröffentlichte der Italiener mit seiner eigenen Band ein weiteres Genre-Album namens WILD STEEL (Review) – das schon eher nach etwas handfestem klang und auch heute noch nicht zu verachten ist. Doch die hier abgelieferte, immerhin knapp 10 Jahre ältere Leistung… lässt sich im Grunde kaum schmerzfrei hören. Vielmehr wirkt es, als würde der Frontmann hier verdächtig schief, unsicher und völlig unabhängig von den Instrumentierungen singen – mit einem entsprechend disharmonischen Ergebnis, und ganz und gar katastrophalen Auswüchsen in den höheren Lagen.

Hinzu kommt, dass die Texte wahrlich nichts neues bieten, weder für damalige noch heutige Verhältnisse – und sogar vergleichsweise unglaubwürdig und gekünstelt dargeboten werden. Was bleibt, ist der Instrumentalpart – der sich schon eher hören lässt; was bei näherer Betrachtung aber auch kein großes Wunder ist. Schließlich hatte die Band Unterstützung von einigen erfahrenen und talentierten Mitgliedern von LABYRINTH – Frank Andiver, Andre De Paoli, Olaf Thörsen und Cristiano Bertocchi. Doch auch das reicht hier einfach nicht aus, um über den insgesamt verdächtig mittelmäßigen Gesamteindruck hinwegzutäuschen. Speziell die Soli sind hie und da ganz nett, das oftmals flotte Grundtempo und die soliden Drums machen Laune – doch die Reizüberflutung durch das omnipräsente Keyboard und die generell eher ausbleibende Kraft machen vieles zunichte. Letztendlich bleibt es so nur bei einer handvoll zündender Nummern – wie etwa dem Opener oder dem einzigen wirklich herausragenden Titel des Albums; THE PLAYING ROOM IV. Hier gibt es dann auch schon wesentlich mehr zu entdecken – was speziell bei geradezu grausigen Balladen a’la THE ISLAND oder WINTERLAND keineswegs der Fall ist. Doch die eher erschreckenden Momente hören niemals auf: während KINGDOM in den ersten Sekunden noch recht vielversprechend beginnt, wird man sich kurz darauf nur noch Fremdschämen.

Fazit: Ob man nun Parallelen zu HELLOWEEN oder LABYRINTH ziehen will, was in Anbetracht der Besetzung etwas näher liegt – SHADOWS OF STEEL lassen eine eigene Identität vermissen, und wirken selbst als Neben- oder Spaßprojekt einiger talentierter Musiker viel zu blass und kraftlos. Der wahre Knackpunkt liegt im Leadgesang begraben, der hier wahrlich unter aller Kanone ist – aber auch die Instrumentalstrukturen reißen nicht viel; zumal sie oftmals stark vom süß-süffigen Keyboard dominiert werden. Den absoluten Tiefpunkt des Albums markieren aber ohne Zweifel die Balladen; die wohl zu den schrecklichsten gehören was das Genre jemals hervorgebracht hat.

Absolute Anspieltipps: SHADOWS OF STEEL, THE PLAYING ROOM IV, STORIED WINDOWS


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„SHADOWS OF STEEL klingen vielmehr nach LABYRINTH als nach HELLOWEEN – aber auch das macht es nicht besser.“

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