Metal-CD-Review: POWERWOLF – Blessed & Possessed (2015)

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Alben-Titel: Blessed & Possessed
Künstler / Band: Powerwolf (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 18. Juli 2015
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Napalm Records

Alben-Lineup:

Charles Greywolf – Bass, Guitars
Matthew Greywolf – Guitars
Falk Maria Schlegel – Keyboards
Attila Dorn – Vocals
Roel van Helden – Drums

Track-Liste:

1. Blessed & Possessed (04:42)
2. Dead Until Dark (03:50)
3. Army of the Night (03:23)
4. Armata Strigoi (03:59)
5. We Are the Wild (03:41)
6. Higher than Heaven (03:31)
7. Christ & Combat (03:40)
8. Sanctus Dominus (03:23)
9. Sacramental Sister (04:37)
10. All You Can Bleed (03:44)
11. Let There Be Night (07:20)

Die Wölfe heulen wieder.

Gut 2 Jahre nach dem schmackigen PREACHERS OF THE NIGHT (Review) geht erneut ein markantes Wolfsgeheul durchs Land – und sicherlich auch die Charts. POWERWOLF sind zurück, und haben mit ihrem neuen Langspieler BLESSED & POSSESSED wieder einiges hinsichtlich eines unverwechselbaren, enorm Hymnen-lastigen Power Metals zu bieten.

Dabei berufen sich POWERWOLF vor allem auf ihre bereits reichlich zur Schau gestellten Fertigkeiten – die sich natürlich auch musikalisch greifen lassen; wohl aber am besten an der einzigartigen Position der Band festzumachen sind. Denn was ALESTORM für den sogenannten Pirate Metal sind, sind POWERWOLF als regelrechte Wolfsjünger für die internationale Power Metal-Szene – die mit ihrer speziellen Spielart zunächst nur eine Nische bedient haben; dann aber plötzlich senkrecht durchgestartet sind. Wohl auch, da die einzelnen Bandmitglieder das was sie machen geradezu zu leben scheinen, ihren Fans stets treu geblieben sind – und das Marketing es auf den Punkt trifft. So werden POWERWOLF auch in Zukunft keine Probleme haben, eine gewisse Hörerschaft zu erreichen – momentan scheint die Breite derselben sogar jeden bisher erdenklichen Rahmen zu sprengen. Die Band ist in aller Munde – und auch das neue Album BLESSED & POSSESSED hat beste Voraussetzungen zu einem Kassenschlager zu werden. Allerdings ganz ohne, und das ist das besondere; dass man einen wie auch immer gearteten Ausverkauf oder eine fehlgeleitete Kommerzialisierung vermuten müsste. POWERWOLF sind eben POWERWOLF – und machen schlicht das, was sie lieben. Dass sich das auch noch gut verkauft, ist natürlich ein netter Effekt.

Im Vordergrund sollte aber weiterhin die Musik selbst stehen – über die sich bekanntlich wie immer streiten lässt. Und wenn einige tatsächlich den Verdacht haben, dass sich POWERWOLF etwas zu glattgeschliffen und prätentiös geben, dann ist das so hinzunehmen. Teilweise mag es sogar stimmen, denn BLESSED & POSSESSED ist alles – nur kein aufregendes Überraschungspaket. Speziell, wenn man bereits einige der Vorgängeralben besitzt; kann einen das hier präsentierte Material zumindest nicht mehr hinsichtlich des Überraschungseffekts vom Hocker reißen. Die typischen POWERWOLF-Trademarks sind schließlich nach wie vor vertreten, und das nicht zu knapp. Seien es die immer wieder zum Einsatz kommenden Orgel-Klänge, die gleichermaßen sakral wie dämonisch angehauchten Texte inklusive einiger hervorstechender Schlagwörter (wie oft ein Sanctus oder Christus in den Texten vorkommt, ist gar nicht mehr zu zählen), die typisch flotte Instrumentierung oder der gesangsstarke Frontmann Attila Dorn als Prediger dem man nur allzu gerne lauscht – BLESSED & POSSESSED ist einwandfrei als POWERWOLF-Album durch und durch zu identifizieren.

Das macht indes nichts, beziehungsweise ist von vielen auch genau so gewollt – wobei der ausschlaggebende Effekt ohnehin nicht mehr im Überraschungsfaktor oder der Erwartung besonders innovativer Elemente zu suchen ist. Wobei das Stichwort der Überraschung doch nicht ganz außen vor zu lassen ist – nur, dass die Aufregung auf einer anderen Ebenen entsteht. So weiß man als Hörer zwar in etwa, was einen auf BLESSED & POSSESSED erwarten wird – nicht jedoch, dass die einzelnen Titel trotz ganz ähnlicher Zutaten wie bei den Vorgängeralben noch einmal ein stückweit aussagekräftiger geworden sind. Wie POWERWOLF das schaffen, ist die wirklich große Frage. Anderen Bands gelingt es schließlich nicht oder zumindest nicht so lange, ein Konzept auf einem derart hohen Niveau umzusetzen, ohne groß von der einst eingeschlagenen Route abzuweichen.

Fakt ist, dass BLESSED  & POSSESSED vor Hymnen strotzt, die sofort ins Ohr gehen – sich aber dennoch nicht allzu plump anhören und tatsächlich eine gewisse Tiefe entwickeln. Und das sogar noch ein stückweit mehr als auf den Vorgängeralben. Sei es aufgrund des Gesamtkonzeptes, der Mischung aus absolut Party-tauglichen, dabei aber stets etwas düsteren und mysteriösen Atmosphäre oder schlicht aufgrund der perfekten handwerklichen Umsetzung – was es auch ist, POWERWOLF haben wieder einmal ins schwarze getroffen. Demnach wird man auf dem Album auch keinen Lücken-Füller finden, sondern nur aneinandergereihte Gassenhauer – die eigentlich immer Laune machen.

An sich entspräche das in etwa dem Urteil, das auch das Vorgängeralbum erhielt – mit zwei kleinen aber feinen Unterschieden. Denn wie gesagt klingen die Nummern auf BLESSED & POSSESSED noch etwas ausgefeilter als auf den Vorgängern – und, dass ist nicht zu verhehlen; es finden sich auch noch eine handvoll Über-Titel. Während der Alben-Auftakt also gleichermaßen POWERWOLF-typisch wie stark ausfällt, gewinnt das Album gegen Mitte noch einmal ordentlich an Durchschlagskraft – mit Nummern wie dem wuchtigen HIGHER THAN HEAVEN und dem furiosen CHRIST AND COMBAT.

Wie man es auch dreht und wendet, am neuen POWERWOLF-Album gibt es kaum etwas auszusetzen. Der einzige Grund das Album zu vernachlässigen könnte schlicht darin zu finden sein, dass man des allgemeinen POWERWOLF-Sounds überdrüssig ist – denn etwas gänzlich neues wird einem gerade mit einem Blick auf die Vorgänger nicht geboten. Wer aber genau das ohnehin nicht will, und weiterhin erleben möchte wie POWERWOLF voller Herzblut eine ganz spezielle Power Metal-Sparte bedienen – der sollte respektive muss bei BLESSED & POSSESSED einfach zugreifen. Ob nun in der Standard-Edition oder der erweiterten – die auf einer zweiten CD noch eine großzügige handvoll Cover-Versionen markanter Klassiker von JUDAS PRIEST, SAVATAGE, RUNNING WILD und einigen mehr beinhaltet. Bleibt zu fragen: alles was in den Charts ist, ist belanglose Massenware ? Wohl kaum, POWERWOLF sei Dank.

Absolute Anspieltipps: ARMY OF THE NIGHT, ARMATA STRIGOI, HIGHER THAN HEAVEN, CHRIST AND COMBAT


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„Die Wölfe sind so wild wie eh und je – mindestens.“

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