Metal-CD-Review: DAMNATION ANGELS – The Valiant Fire (2015)

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Alben-Titel: The Valiant Fire
Künstler / Band: Damnation Angels (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. März 2015
Land: Großbritannien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Massacre Records

Alben-Lineup:

John Graney – Drums
Will Graney – Guitars, Orchestration, Vocals (backing)
PelleK – Vocals (lead)

Track-Liste:

1. Finding Requiem (07:04)
2. Icarus Syndrome (05:26)
3. This Is Who We Are (05:16)
4. The Frontiersman (09:26)
5. Closure (06:38)
6. The Passing (05:42)
7. Everlasting (07:36)
8. The Fire Inside (08:37)
9. Under an Ancient Sun (08:54)

Verdammt und zugenäht.

Nach dem Überraschungs- und Debütalbum BRINGER OF LIGHT (Review) aus dem Jahre 2012 sind sie wieder zurück – die aus Großbritannien stammenden DAMNATION ANGELS. Dabei war die bereits 2006 gegründete Combo schon vor 2013 im Bereich des symphonischen Power Metals unterwegs – etwa mit der Demo W.I.L.D. oder der späteren EP SHADOW SYMPHONY. Doch erst 2010 sollten die Weichen zwecks einer noch glorreicheren Zukunft gestellt werden – wohl auch, indem man das Multitalent PELLEK verpflichtete und damit den Leadgesangsposten neu besetzte. Dass der aus Norwegen stammende Per Fredrik Åsly (so sein bürgerlicher Name) noch zahlreiche weitere Projekte (unter anderem auch seinen gut bestückten Youtube-Channel) bedient, scheint den DAMNATION ANGELS dabei nicht zum Nachteil geraten. BRINGER OF LIGHT war in vielerlei Hinsicht ein Erfolg, und auch das neue Studioalbum THE VALIANT FIRE macht auf den ersten Blick eine gute Figur.

Und das liegt vor allem an der gelungenen Symbiose aus symphonischen und dezent progressiv angehauchten Klängen. THE VALIANT FIRE ist trotz der stets präsenten symphonischen Komponente kein allzu bombastisches Album geworden – sondern ein klanglich eher gemäßigtes, dass auch durch den selten ausschweifenden Leadgesang von PELLEK eine bodenständige Note verpasst bekommt. Eben das könnte aber auch zu einem Problem werden, welches hier besonders stark von den Vorlieben der Hörerschaft abhängt. Denn: THE VALIANT FIRE ist zwar ein rundum gelungenes Album geworden – aber eben auch ein sehr ruhiges. Wenn man so will sogar ein recht unspektakuläres – zumindest vergleichsweise, und wenn man auf eine eher pompöse, majestätische Genre-Auslegung aus ist. So macht speziell der Alben-Auftakt mit dem starken Opener FINDING REQUIEM oder dem bassigen, dezent an KAMELOT erinnernden ICARUS SYNDROME noch reichlich Laune – doch fehlt es den DAMNATION ANGELS im weiteren Verlauf an wirklich hervorstechenden, aussagekräftigen Nummern.

Die Grundzutaten sind zwar da – doch letztendlich kann man sich nicht des Gefühls erwehren, dass einem hier eben doch nur Standard-Ware präsentiert wird. Mit Ausnahme der doch erfrischenden (einstweilen etwas zu stark fokussierten) symphonischen Komponente, versteht sich – doch speziell in Bezug auf den Leadgesang, die Gitarren und das Schlagzeug gibt es nur verdächtig wenig zu entdecken. So gesehen haben sich die DAMNATION ANGELS auch keinen großen Gefallen damit getan, speziell im Mittelteil auf teils überlange Nummern zurückzugreifen – wie etwa das knapp 10-minütige THE FRONTIERSMEN. Überhaupt erscheinen die einzelnen Titel vergleichsweise lang, und dadurch nicht selten mit einigen Durststrecken versehen. Das Album wirkt mit seinen gerade einmal 9 vollwertigen Titeln zwar kompakt – doch beträgt die tatsächliche Spieldauer trotz allem 65 Minuten. Das ist nicht gerade wenig, erst Recht nicht wenn man auf etwaige Intros, Outros oder Zwischenspiele verzichtet – wobei gerade diesbezüglich mehr drin gewesen wäre. Entweder, man hätte den ein oder anderen Titel kürzen und so gesehen auf die jeweiligen Qualitäten reduzieren sollen – oder man hätte dafür sorgen müssen, dass schlicht etwas mehr los ist innerhalb der sich so etwas sperrig anfühlenden Titel.

Zumal auch die etablierten Stimmungen größtenteils deckungsgleich sind. THIS IS WHO WE ARE, THE FRONTIERSMAN, CLOSURE, EVERLASTING – beinahe alle Titel beinhalten gewisse balladeske Züge, wirken leicht düster und wenn man so will andächtig. Größere Ausbrüche aus diesen Konventionen gibt es nur selten zu bestaunen – was die DAMNATION ANGELS noch näher an Vergleichsbands wie KAMELOT heranrücken lässt, auch wenn die deutlich weniger symphonisch agieren. Auf dem Vorgängeralbum jedenfalls gaben sich die Briten noch wesentlich vielseitiger – schade, dass sich THE VALIANT FIRE letztendlich viel zu gleichförmig anhört. So bleibt es beinahe allein an zwei oder drei Nummern, um nach dem starken Auftakt noch für etwas Aufregung zu sorgen: THE PASSING überzeugt als noch balladeskere Nummer mit einem starken Refrain (derer hätten es gerne etwas mehr sein dürfen) und einem ansprechenden Instrumental-Mittelteil, THE FIRE INSIDE als durchaus episch angelegter Instrumental-Track mit reichlich Atmosphäre; und UNDER AN ANCIENT SUN als spannungsgeladener, abwechslungsreicher Rausschmeißer.

Sicher, an den rundum bombastischen Eindruck des Vorgängeralbums können die DAMNATION ANGELS mit THE VALIANT FIRE nicht mehr anknüpfen. Und das nicht nur, da ihnen der gewisse Überraschungseffekt abhanden gekommen ist – sondern schlicht, da das neue Album etwas zu gleichförmig und unspektakulär geraten ist. Aber: solide ist es immer noch, und als etwas gemäßigteres Album im Bereich des oftmals überstrapazierten Genres des symphonischen Power Metals eine willkommene Abwechslung – doch das gewisse Etwas fehlt. Anders gesagt: das Album beinhaltet zahlreiche Lückenfüller – jedoch nicht in Form einzelner Titel, sondern eher in Form vieler überflüssiger und langatmiger Passagen innerhalb der ellenlangen Kompositionen.

Absolute Anspieltipps: FINDING REQUIEM, THE PASSING, THE FIRE INSIDE


65button

„Nach dem gelungenen Debüt eher eine Enttäuschung – für Fans der Combo und speziell PELLEK aber sicher noch interessant genug.“

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