Metal-CD-Review: CONQUEST – Taste Of Life (2015)

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Alben-Titel: Taste Of Life
Künstler / Band: W. Angel’s Conquest (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 08. Juni 2015
Land: Ukraine
Stil / Genre: Power Metal
Label: Ferrum.com

Alben-Lineup:

Erland „Death Machine“ – Drums
W. Angel – Guitars, Vocals (backing)
Agnarr – Guitars
Konstantin „Laars“ Naumenko – Vocals

Track-Liste:

1. Revolution (04:36)
2. Mirror of Truth (04:10)
3. Sunrise (05:33)
4. Martian Gods (04:24)
5. Spirit of Freedom (07:20)
6. Fellowship (04:14)
7. Blooming Day (06:34)
8. Taste of Life (04:37)
9. Don’t Live Like a Slave (04:25)
10. The Road (06:42)

Geerdet und angekommen.

Es hat sich was getan im Hause CONQUEST – jener Band, die seit 2011 auf den Namenszusatz W. Angel’s hört. Wohl, um nicht zu riskieren dass die Band mit anderen gleichnamigen verwechselt wird – und, um die Position von W. Angel zu untermauern, der seines Zeichens das Mastermind der Band ist und ihr als einziges Gründungsmitglied seit 1996 die Treue hält. Nach dem letzten mehr als soliden Album IV (Review), auf dem W. Angel noch selbst den Posten des Leadsängers übernahm, wird er aus TASTE OF LIFE erstmals nennenswert entlastet – und zwar von Konstantin Naumenko; der vielen noch als Leadsänger des Genre-Geheimtipps SUNRISE in den Gehörgängen herumgeistert. Da es in letzter Zeit eher ruhig um die ebenfalls aus der Ukraine stammenden Power Metaller geworden ist, hatte Herr Naumenko wohl keine zeitlichen Probleme um mit in das große Genre-Projekt CONQUEST einzusteigen – was aufgrund seiner hervorragenden Gesangsleistung natürlich viele Vorteile, aber auch einen klitzekleinen Nachteil mit sich bringt.

Und der ist vornehmlich auf die Identität CONQUEST’s als solche zu beziehen. Denn: wann immer W. Angel nicht nur zur Gitarre, sondern eben auch zum Mikrofon griff; entstand etwas mitunter einzigartiges. Wenn das zu hoch gegriffen scheint, dann doch zumindest etwas unverwechselbares – was gerade im Bereich des überfluteten Power Metal-Genres beileibe keine Selbstverständlichkeit ist. Die Mitwirkung von Konstantin Naumenko hat so zwei Seiten: einerseits passt er verdächtig gut in das Konzept der Band – andererseits führt seine Anwesenheit; ganz egal wie gut er auch agiert, automatisch zu einer dezenten Schmälerung der Einzigartigkeit der Band. Trotz dieses kleinen Wermutstropfens erwartet Genre-Fans dennoch ein verdammt gutes Power Metal-Album – das vor allem hinsichtlich seiner furiosen Instrumentalparts glänzt. So gesehen ist es also schon fast wieder gut, dass man diesen eine vergleichsweise gemäßigte, geerdete Stimme entgegenstellte.

Rein musikalisch schöpfen CONQUEST ohnehin aus dem Vollen; und bleiben sich in dieser Hinsicht auch auf TASTE OF LIFE mehr als treu. Auch wenn sich das Tempo im Vergleich zu den früheren Releases verringert hat; strotzen die Kompositionen vor Kraft, Druck und Ausdrucksstärke – was vor allem auch auf den, man nenne ihn vernünftigen Umgang mit Melodien und den Einsatz des Keyboards zurückzuführen ist. Selbiges kommt im Verlauf das neuen CONQUEST-Albums zwar des öfteren zum Einsatz; auch um hie und da gewisse elektronische Elemente einzustreuen – doch schmälert es nicht die schwermetallische, antreibende Komponente des Albums. Überhaupt scheint TASTE OF LIFE ein rundum starkes, kompaktes Album geworden zu sein – es finden sich 10 vollwertige Titel einer mittleren Spieldauer, die ohne jegliche Zwischenspiele oder großes Tamtam präsentiert werden. Und wenn W. Angel und sein Bandkollege Agnarr dann auch noch zu den Gitarren greifen um das ein oder andere furiose Solo auf die Beine zu stellen gerät der Gesamteindruck schon beinahe perfekt – schon der Opener REVOLUTION lässt kaum Wünsche offen, auch nicht in Bezug auf das starke und angenehm variable Drumming von Erland Sivolapov.

Was dann folgt, ist schlicht ein Genuss für alle Fans des Genres – speziell für all jene, die keinen Wert auf Experimente legen und es gern sehen, wenn der Schuster bei seinen Leisten bleibt und sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnt. Das bedeutet: CONQUEST kredenzen dem Hörer zwar nichts neues oder bahnbrechendes – aber dafür eine einwandfrei dargebotene, zu jeder Zeit glaubwürdig präsentierte musikalische Kost. Eine angenehm abwechslungsreiche noch dazu – CONQUEST haben keine Probleme damit, sich sowohl im deftigen Uptempo-Bereich als auch in der Sparte der Balladen auszutoben. So gerät vor allem der Mittelteil des Albums interessant und ansprechend – was nach dem ohnehin starken Auftakt mit aneinandergereihten Stampfern wie MIRROR OF TRUTH, SUNRISE (ein Titel, der zumindest für Konstantin Naumenko zweideutig ausfällt) oder MARTIAN GODS als zusätzlicher Pluspunkt zu verstehen ist. Noch einmal wird klar: das hat Hand und Fuß, was CONQUEST hier abliefern. So sind auch die etwas langsameren, bei weitem nicht so spektakulären Nummern wie SPIRIT OF FREEDOM oder BLOOMING DAY zu verschmerzen.

Fazit: Auch wenn CONQUEST durch die Verpflichtung von Konstantin Naumenko gewisse Einbußen hinsichtlich ihrer musikalischen Einzigartigkeit zu verzeichnen haben, so machen sie das Beste aus den neu gewonnen Möglichkeiten – und präsentieren mit TASTE OF LIFE ein rundum gelungenes Genre-Album mit nur einigen wenigen zu vernachlässigenden Tracks. Eines, das schön kompakt ist und auch ohne das gewisse Etwas bestens funktioniert; wobei vor allem Fans von SUNRISE oder der früheren THE STORYTELLER angesprochen werden sollten.

Absolute Anspieltipps: REVOLUTION, SUNRISE, FELLOWSHIP, DON’T LIVE LIKE A SLAVE


70button

„Gesanglich solide, instrumental meist eine Wucht – CONQUEST können auch 2015 noch locker mitreden.“

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