Metal-CD-Review: WATERLAND – Our Nation (2015)

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Alben-Titel: Our Nation
Künstler / Band: Waterland (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 31. Januar 2015
Land: Portugal
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Miguel Gomes – Guitars
Tó Silva – Keyboards
Tiago Moreira – Drums
Ivan Batista Bass
Paulo Pires – Vocals
Miriam Dias – Vocals

Track-Liste:

1. Destiny III (05:01)
2. Fire Burning (05:51)
3. Our Nation (04:00)
4. Dreams We Lost (04:18)
5. Another Star (05:05)
6. Room 45 (04:20)
7. Secrets of Mind (05:35)
8. Demons Eyes (03:50)
9. Starlight (03:20)
10. Back to Beginning (03:40)
11. Land of Dreams (04:20)
12. Legions of New Times (05:45)
13. Until the End (05:27)

Geschichten aus dem Land des Wassers.

Die aus Portugal stammenden WATERLAND haben sich mit ihrer bisherigen Diskografie wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Sei es nun die 2008’er Demo WATERLAND (Review) oder das erste, ebenfalls in kompletter Eigenregie veröffentlichte Album VIRTUAL TIME (Review) – der zweistimmige Leadgesang war einschläfernd, die Texte geradezu lächerlich, die Melodien viel zu verkitscht, die Handhabung der Instrumente dilettantisch, die Produktion schlecht. Überhaupt ließ sich das dargebotene eher in den Gefilden eines seichten Elektro-Pops denn im Bereich des Heavy Metal verorten. Dies führte zu Recht zu einigen entsprechend vernichtenden Reviews – und zu einem merkwürdigen Schattendasein der Band. Doch 2015 soll das alles ganz anders werden…

Immerhin bereitete man sich dieses Mal entsprechend vor – auch mit einem offenbar dringend nötigen Lineup-Wechsel. Marco Alves (Ex-ORATORY) beispielsweise war als WATERLAND-Sänger nur noch ein Schatten seiner selbst – was auch für alle anderen zwischenzeitlich beteiligten Sänger wie Bruno Gomes, Paulo Loureiro oder Sofia Alexandra galt. Von 2011 bis 2014 hatte man sogar noch eine weitere unbekannte namens Belisa Campinho verpflichtet… sodass man heute von fünf ehemaligen WATERLAND-Sängern ausgehen kann, was doch eher nachdenklich stimmt und an das anfängliche Durcheinander bei CARDIANT erinnert. Es wird also spannend bleiben – denn ob der 2013 hinzugezogene Paulo Pires und die 2014 rekrutierte Miriam Dias tatsächlich länger in der Band bleiben werden, ist ungewiss. Immerhin sind sie nun auf OUR NATION vertreten – und schneiden dabei deutlich besser ab als ihre Vorgänger.

Doch ob dies tatsächlich große Auswirkungen auf den WATERLAND-Sound hat, wird sich zeigen. Denn: WATERLAND haben noch immer mit markanten Problemen zu kämpfen, was sich bereits im Opener DESTINY III (der immerhin besser ist als die beiden Vorgänger) oder der Folgenummer FIRE BURNING bemerkbar macht. Und das nicht zu knapp – und trotz dessen, dass der Auftakt der Nummer recht stark daherkommt und mit den eingeworfenen Growls einen frischen Wind versprüht. Doch was danach folgt, gleicht einem Trauerspiel: wieder sind es die ewig gleichen, lamentierenden Gesänge die das Klangbild dominieren. Fakt ist, dass keine andere Power Metal-Band so kraftlos und damit auch belanglos klingt – offenbar hat sich trotz der Jahre zwischen den Releases und des neuen Lineups noch immer nichts an den markantesten Problemfeldern der Band getan. Rein Instrumenten-technisch sieht es glücklicherweise nicht mehr ganz so wild aus – aber auch hier gilt: andere machen es wesentlich besser. So bleibt OUR NATION nicht viel mehr, als mit einer ohnehin umstrittenen Ausrichtung des Genres zu punkten: einem quitsch-fidelen Happy Metal der Marke FREEDOM CALL meets DREAMTALE. Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass WATERLAND ihr Handwerk eben nicht perfekt verstehen und man so stets droht, einer gewissen Lächerlichkeit zu verfallen.

Und so folgt, was folgen muss: eine Nummer wie OUR NATION verliert spätestens nach der ersten kunterbunten Minute ihren Reiz, DREAMS WE LOST scheint nur aus einem (und dazu gar nicht mal so guten) Refrain zu bestehen, mit dem munter wummernden ANOTHER STAR scheint man eine Brücke zu LIFE IN ANOTHER STAR von ORATORY schlagen zu wollen – was ebenfalls misslingt. Denn es gibt noch einen weiteren interessanten Faktor: je weiter das Album voranschreitet, desto heftiger wird der Keyboardeinsatz. Doch ist das, was Tó Silva (ebenfalls Ex-ORATORY) hier vorlegt; leider nicht sonderlich bodenständig oder atmosphärisch. Immerhin sind seine Soli akzeptabel – doch sind sie nicht viel mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wie makaber der Leadgesang von WATERLAND tatsächlich ist, hört man dann spätestens in einer quasi-Ballade wie ROOM 45 – der dazu noch mit einem merkwürdig stampfenden Drumming-Part daherkommt. Oder aber in SECRETS OF MIND, in dem den kraftlosen Frontstimmen einige Growls entgegengeworfenen werden. Oder aber in der Ballade LAND OF DREAMS, die an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten ist. Oder…

Immerhin: DEMONS EYES klingt als erste Nummer des Albums überhaupt nach einem halbwegs anständigen Titel. Ein satter und variabler Drumming-Part, schön schroffe Gitarren inklusive eines guten Solos und eine etwas düstere Atmosphäre geben einen Hinweis darauf, wie WATERLAND klingen könnten; wenn sie es nur wollten. Aber auch hier gilt: der Leadgesang schneidet im Vergleich zu den durchaus passigen Growls gnadenlos schlecht ab. Was nach einer solchen vergleichsweise soliden Nummer folgt, war dann allerdings auch abzusehen: noch mehr von dem, was das Album bis dahin zu bieten hatte. Überall regnet es poppig anmutende Refrains, die wenn sie nicht so kraftlos dargeboten würden eventuell zum Mitsingen anregen würden; an jeder Ecke finden sich kitschige Keyboard-Elemente und noch viel mehr belanglose Gesänge. Eine Nummer wie BACK TO BEGINNING würde vielleicht sogar Spaß machen – würde sie als Isntrumental dargeboten. LEGIONS OF NEW TIMES ist dann schon eher erträglich, UNTIL THE END wäre vielleicht ebenfalls nicht verkehrt – wäre das Keyboard nicht derart aufdringlich.

Man darf sich demnach wohl nicht vom Schein trügen lassen. Trotz des interessanten Artworks, des neuen Lineups und der selbstbewussten Eigen-Vermarktung über Social-Media-Plattformen hat sich letztendlich verdächtig wenig am WATERLAND-Sound getan. Noch immer gibt es arge Probleme mit dem Leadgesang, der trotz der regelrechten Duette von Paulo Pires und Miriam Dias sowie den oftmals eingestreuten Hintergrundgesängen so kraftlos klingt, dass es wehtut. Noch immer bedient man sowohl mit den Texten als auch Melodien die ärgsten Genre-Klischees – die aufgrund des noch immer präsenten laienhaften Gesamteindrucks keinerlei Wirkung entfalten. Viel zu poppige Melodien, zu wenig Härte und ein äußerst gewöhnungsbedürftiger Stil runden das Ganze dann nach unten hin ab. OUR NATION kann bestenfalls Liebhabern supersüßer Melodiebögen empfohlen werden – die im gleichen Atemzug aber auf handwerklich bemerkenswerte Leistungen verzichten können.

Absolute Anspieltipps: DEMON’S EYES, LEGIONS OF NEW TIMES


„Eine dezente Verbesserung ist definitiv festzustellen – aber Land kommt noch keines in Sicht.“

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