Metal-CD-Review: EMERALD SUN – Metal Dome (2015)

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Alben-Titel: Metal Dome
Künstler / Band: Emerald Sun (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 22. Mai 2015
Land: Griechenland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Fastball Music

Alben-Lineup:

Fotis „Sheriff“ Toumanides – Bass
George Baltas – Drums
Paul Georgiadis – Guitars
Johnnie Athanasiadi – Guitars
Sefis Gioldasis – Keyboards
Stelios „Theo“ Tsakirides – Vocals

Track-Liste:

1. Screamers in the Storm (05:16)
2. Metal Dome (05:52)
3. Black Pearl (05:29)
4. Freedom Call (06:14)
5. Racing with Destiny (05:11)
6. No More Fear (04:28)
7. Mere Reflection (04:40)
8. Dust and Bones (03:46)
9. Blood on Your Name (05:02)
10. Legacy of Night (04:24)
11. You Won’t Break Me Down (05:10)
12. Call of Nature (04:45)

Gefangen in der Zeitschleife.

Irgendwie ist es ja schon angenehm, alle Jahre wieder ein neues Album von EMERALD SUN in den Händen halten zu können. Auf ihrem mittlerweile vierten Langspieler (oder streng genommen dritten, wertet man THE STORY BEGINS als Demo) geben sich die Griechen spielfreudig wie eh und je – und inszenieren auch dieses Mal wieder einen flotten Power Metal der eher klassischen Sorte. Klassisch, das bedeutet in diesem Fall dass vor allem ein gewisser Hymnen-Charakter bedient wird, und die Gitarren weitaus mehr zu sagen haben als beispielsweise das nur hie und da eingesetzte Keyboard.

Trotz allem aber scheint es, als hätten sich EMERALD SUN zwischen all den Jahren und den nur verdächtig überschaubaren Outputs dezent verrannt. Ihre Alben gehörten noch nie zur Meisterklasse des Power Metal, und auch METAL DOME wird daran nichts ändern. Dafür ist der Leadgesang von Stelios „Theo“ Tsakirides einfach zu kraftlos und gewöhnungsbedürftig, der Hymnen-Charakter trotz eingängiger Refrains und eines allgemein erhöhten Tempos beileibe nicht so hoch wie bei etwaigen Vergleichsbands a’la DRAKKAR, DOMINE oder den längst aufgelösten IRONWARE. Zudem hat METAL DOME an einem ganz anderen Problem zu knabbern, das man so nicht unbedingt hätte erwarten können: der Drum-Sound von George Baltas klingt gelinde gesagt mäßig; und in vor Doublebass-Attacken gespickten Stücken wie BLACK PEARL gar völlig fehl am Platze. Die Gitarren schneiden schon wesentlich besser ab, aber auch hier gilt: man kann sich nicht des Gefühls erwehren, dass andere es deutlich besser machen.

Doch auch vor einem weiteren Problem ist METAL DOME keinesfalls gefeit: die 12 enthaltenen Titel präsentieren sich relativ gleichförmig und unspektakulär; was nicht nur mit der eigentlichen Struktur (weder Intro noch Outro oder Zwischenspiele) oder der jeweiligen Spielzeit (5 Minuten als Schnittmenge, Ausbrüche gibt es keine) zusammenhängt. So sind zwar grundsätzlich alle Elemente vorhanden, die man für ein schmackiges Power Metal-Album dieser Genre-Ausrichtung braucht – doch irgendwie scheinen EMERALD SUN Probleme mit dem zündenden Funken als alles entscheidende Zutat zu haben. Die Nummern sind größtenteils flott, stampfend und laden zum Mitwippen ein – doch überwiegt die gefühlte Belanglosigkeit, das letzte Quäntchen (Ausdrucks-)Stärke.

So kommt es, dass ausgerechnet eine Ballade wie MERE REFLECTION für das erste Aufhorchen sorgt – schlicht weil es sich um die einzige Nummer handelt die sich merklich von den anderen abhebt. Doch abgesehen vom etwas anderen Klangeindruck kann man kaum positives über diesen Ausflug berichten: es überwiegt klar das Gefühl, dass die Ballade aus eher obligatorischen Gründen hier platziert wurde; und nicht weil sie besonders wertig wäre. Überhaupt ist das Ganze wenig emotional – der ausnahmsweise mal tiefe Leadgesang klingt plump, die Wirkung ist insgesamt einschläfernd. Da haben unzählige der auf anderen Alben vorhandenen Balladen mehr Bumms – trotz oftmals deutlich höherer Kitsch-Anteile.

Alle Titel, die sich um besagte Ballade herum bewegen offenbaren zumindest nicht ganz so explizite Anhaltspunkte in Bezug auf eine eher vernichtende Kritik. Abgesehen vom Titeltrack vielleicht, der trotz eines gewissen stampfenden Ansatzes verdammt lustlos klingt – speziell im Refrain, der wie eine schwachbrüstige Version früherer MANOWAR-Hymnen klingt. Doch ganz egal wo man auch ansetzt, die Nummern verschwinden ebenso schnell wieder aus den Gehörgängen, wie sie hineingerauscht sind. Auch hat man immer wieder diverse Vergleichsbands vor Augen, was auf zweierlei Faktoren hinweist: zum einen erfinden DRAKKAR das Genre alles andere neu, und zum anderen können sie den jeweiligen Bands einfach nicht das Wasser reichen. Als Beispiel sei hier das stark Keyboard-untermalte, fast schon poppige BLOOD ON YOUR NAME gennant, das gewisse Parallelen zu CARDIANT aufweist. Mit Ausnahme des Leadgesangs versteht sich, dem man in Bezug auf EMERALD SUN nicht viel mehr unterstellen kann als dass er einzigartig ist. Das ist zwar auch schon was, doch leider nur die halbe Miete…

Kurzum: manche Bands entwickeln sich im Laufe ihrer Karriere eher zum schlechten, beziehungsweise lassen die Qualität ihrer Alben markant schwanken. Wo kürzlich erst KALEDON, 4TH DIMENSION und DRAKKAR mit ihren neuesten Outputs scheiterten, liefern nun auch EMERALD SUN erstmals ein Album ab, welches so manchen gängigen Anspruch an das Genre erfüllt – davon abgesehen aber keinerlei Mehrwert besitzt. Die erschreckend langatmige Gesamtwirkung, der einstweilen nervige Drum-Sound, die gefühlte Belanglosigkeit und die expliziten Schwächen im balladesken Bereich runden das Ganze nach unten hin ab. Und das so sehr, dass es schwerfällt auch nur eine handvoll möglicher Anspieltipps zu nennen.

Absolute Anspieltipps: SCREAMERS IN THE STORM


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„Bestenfalls zur musikalischen Hintergrundberieslung geeignet.“

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