Metal-CD-Review: WUTHERING HEIGHTS – Salt (2010)

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Alben-Titel: Salt
Künstler / Band: Wuthering Heights (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 12. April 2010
Land: Dänemark
Stil / Genre: Power / Folk / Progressive Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Erik Ravn – Guitars, Keyboards, Bass, Vocals (backing)
Andreas Lindahl – Keyboards
Teddy Möller – Bass, Guitars, Vocals (backing)
Martin Arendal – Guitars
Morten Gade Sørensen – Drums
Nils Patrik Johansson – Vocals (lead and backing)

Track-Liste:

1. Away! (01:27)
2. The Desperate Poet (06:28)
3. The Mad Sailor (06:19)
4. The Last Tribe (Mother Earth) (07:54)
5. Tears (05:55)
6. Weather the Storm (06:53)
7. The Field (05:58)
8. Water of Life (02:06)
9. Lost at Sea (16:38)

Geschichten von Seebären und solchen, die es werden wollen.

SALT ist der eher ungewöhnliche Titel des mittlerweile fünften Studioalbums der WUTHERING HEIGHTS. Hierbei handelt es sich um eine dänische Combo um Band-Mastermind Erik Ravn, die sich einer interessanten Symbiose aus den Genres des Power-, Folk- und Progressive Metal verschrieben hat. Und um eine Combo, die gerne mal vergessen wird wenn es um die Diskussion der potentiell hochkarätigsten Genrebands geht – doch speziell ihre Alben TO TRAVEL FOR EVERMORE (noch mit dem damaligen Leadsänger Kristian Andrén, Review) und THE SHADOW CABINET (Review) sprechen diesbezüglich wohl Bände. SALT ist nun das dritte Album der Band, welches von der Gesangsperformance des seit 2003 bei der Band aktiven Leadsängers Nils Patrik Johansson garniert wird. So ist auch dieses mal von einer vergleichsweise außergewöhnlichen Leistung auszugehen – und von einer markanten Frontstimme, die einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen wird.

Doch ist es vor allem das Spiel mit verschiedensten Stimmungen und Emotionen, welches bemerkenswert erscheint: auch wenn das Album insgesamt eher düster wirkt (zumindest düsterer als ein TO TRAVEL FOR EVERMORE), steht SALT hinsichtlich seiner etablierten Atmosphäre niemals still. Vielmehr wird die gesamte Bandbreite an allen erdenklichen Emotionen abgearbeitet. Mal innerhalb eines einzelnen Titels (wie im Opener THE DESPERATE POET), und mal in Bezug auf das große Ganze. Stichwort DESPERATE POET: hier handelt es sich um eine der vielleicht herausragendsten Nummern der Band überhaupt; auch weil sie als etwas andere Genre-Hymne hinsichtlich des Dilemmas vieler Künstler und Songwriter verstanden werden kann. Begonnen wird die Reise indes mit dem stimmigen Intro AWAY – das durch die aufkeimende Stimmung von Seefahrer-Abenteuern und Piraterie schnell auf ein Konzeptalbum schließen lässt. Was SALT auch in gewisser Weise ist – aber auf eine merklich andere Weise als beispielsweise bei den Kollegen von ALESTORM.

So ist auch MAD SAILOR eine Nummer, die man automatisch mit raubeinigen Seebären in Verbindung bringen wird – mit einer etablierten Stimmung, die man gleichermaßen als kräftig und packend wie auch als fröhlich und schunkelnd beschreiben könnte. Dieses Wechselspiel wird sich auch durch die folgenden Nummern ziehen – auf eine Art und Weise, die sich nur schwer beschreiben lässt, aber ihre Wirkung definitiv nicht verfehlt. Einerseits werden Erinnerungen an die glorreichen Anfänge des Genres in Europa wach, andererseits bleiben die WUTHERING HEIGHTS eine der einzigartigsten Genrebands überhaupt – eine, die auch einen gewissen Anspruch nicht vermissen lässt und sich durch ein exzellentes Songwriting auszeichnet.

Und doch scheint dem Album etwas zu fehlen – etwas, dass speziell den Vorgänger THE SHADOW CABINET so explizit auszeichnete. Was genau das ist, ist schwer zu sagen – vielleicht ist es schlicht eine gewisse Form der Gleichförmigkeit, die vor allem auf den kaum variablen Leadgesang von Nils Patrik Johansson zurückzuführen ist. Denn der tönt grundsätzlich immer gleich – mit Ausnahme von einigen selteneren balladesken Momenten wie in WEATHER THE STORM. Das muss und kann dann nicht jedem gefallen – sodass man sich im schlimmsten Fall schneller an der Stimme sattgehört haben wird als einem lieb ist. Auf THE SHADOW CABINET wirkte man dem noch zusätzlich entgegen, indem man die Nummern etwas verspielter gestaltete und immer wieder mit herausragenden Highlights (und sei es durch hochtrabende Refrains) versah – auf SALT scheint alles etwas angeglichener und somit auch etwas weniger spektakulär; speziell im späteren Albenverlauf.

Fazit: SALT stellt beileibe keine Negativentwicklung der Band dar – kann dem spektakulären Vorgänger THE SHADOW CABINET aber nicht mehr ganz das Wasser reichen. Vielmehr scheint es, als wäre man mit diesem Album etwas zu sehr auf Nummer sicher gegangen. Das Ergebnis ist noch immer eine mehr als nur solide Power Metal-Kost mit einem dezent progressiven Touch – doch die wirklichen Aha-Momente, die alles andere umpustende Gesamtwirkung bleiben diesmal aus.

Absolute Anspieltipps: AWAY, THE DESPERATE POET, THE MAD SAILOR


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„Ein wenig ist die Luft raus – doch es handelt sich noch immer um großartige, vergleichsweise anspruchsvolle Power Metal-Kost.“

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