Filmkritik: „Mostly Ghostly – Die GeisterMeister“ (2008)

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Originaltitel: Mostly Ghostly
Regie: Richard Correll
Mit: Madison Pettis, Sterling Beaumon, Luke Benward u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 94 Minuten
FSK: ab 6 freigegeben
Genre: Familie, Fantasy
Tags: Kinder | Geister | Kontakt | Dämonen | Kampf

Die Geister, die ich niemals rief.

Kurzinhalt: Der junge Max (Sterling Beaumon) hat sich schon seit längerem dem Hobby der Zauberkunst verschrieben – was seinem sportbegeisterten Vater und speziell seinem älteren Bruder Colin (Adam Hicks) eher auf die Nerven geht. Eines Tages, und zur Überraschung aller erscheinen Max aber tatsächlich zwei Geister – die Geschwister Nicky (Luke Benward) und Tara (Madison Pettis). Diese beiden wissen selbst nicht so Recht wie ihnen geschieht – und bitten den zunächst reichlich verdutzten Max um Hilfe. Nach und nach stellt sich heraus, dass das Schicksal der beiden Geschwister eng mit einer möglichen Rückkehr einer Horde besonders mächtiger, böser Geister zusammenhängt. Schließlich waren ihre Eltern einst Verfechter des Guten – und hatten alle bisherigen Ambitionen der bösen Mächte im Keim erstickt; indem die bösen Geister in einer Art magischen Kammer festgehalten wurden. Das Problem: der Anführer der Geisterschergen tüftelt bereits an einem Plan um wieder freizukommen – und um endlich wieder Angst und Schrecken auf der Erde verbreiten zu können.

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Wie es der bereits vor dem eigentlichen Filmtitel angeführte Name R.L. Stine vermuten lässt; basiert MOSTLY GHOSTLY auf einer recht erfolgreichen Kinder- und Jugendbuchreihe, welche sich mit in kindgerechter Form mit gleichermaßen außergewöhnlichen wie spannenden Phänomen befasst. Zumindest, wenn man zur entsprechenden Zielgruppe gehört – was bei einem Kauf der Bücher schon fast automatisch der Fall sein sollte. In Bezug auf die Verfilmung von Richard Correll aber könnte es durchaus sein, dass auch andere zugreifen – ob nun aus Zufall oder mit der Absicht, der Familie einen möglichst unterhaltsamen Filmabend zu bescheren. Davon sollte man allerdings dringend abraten – denn MOSTLY GHOSTLY präsentiert sich in vielerlei Hinsicht als zutiefst misslungener Kinderfilm mit einem oberflächlich-bunten Fantasyanstrich.

Dabei spielt es auch kaum eine Rolle, welche gedachten Boni man dem Film auch zugute kommen lässt – denn selbstverständlich verdienen auch reine Kinderfilme für ein deutlich jüngeres Publikum, dass sie sowohl mit einem nennenswerten Inhalt als auch handwerklich ansprechenden Aspekten versehen werden. Zwar ist es beileibe kein Muss, dass die Filme auch immer etwaige pädagogisch wertvolle Ansätze offerieren – denn auch Kinder wollen einstweilen einfach nur unterhalten werden. Doch wenn ein Film nicht nur erschreckend belanglos; sondern vor allem auch hinsichtlich seiner Inszenierung geradezu stümperhaft wirkt – dann sollte man es sich schon genau überlegen, ob man seinen Kindern tatsächlich einen Film wie MOSTLY GHOSTLY vorsetzen möchte. Vorsetzen ist hier schließlich auch ein passendes Stichwort: erwachsenen Zuschauern dürfte das hier dargebotene schnell etwas zu bunt werden; womit der gelungene Filmabend im Kreise der Familie schon einmal gehörig ins Wasser fällt.

Doch selbst wenn man es schafft das Ganze aus einer eher kindlichen Perspektive zu betrachten, einen Großteil der sonst geltenden Ansprüche zurückzuschrauben und nicht zwingend an alternative (und zumeist ungleich bessere und für alle Generationen geeignete) Kinderfilme denkt – fällt MOSTLY GHOSTLY durch alle nur erdenklichen Qualitäts-Raster. Und damit ist beileibe nicht nur die inhaltliche Ebene gemeint, die mit ihrer Geschichte um einen Magie-begeisterten Außenseiter zumindest ansatzweise Potential erkennen lässt. Stärker als alles andere betroffen sind beispielsweise die Dialoge – die nicht nur durch das enttäuschen was gesagt wird; sondern hauptsächlich dadurch wie es gesagt wird. Jede gängige Soap-Opera oder ein selbst inszeniertes Laientheater schafft es, sinnigeres von sich geben – und das vor allem glaubwürdiger. Einen Hinweis darauf liefern auch die ständigen Pausen zwischen den Sätzen – höflicherweise lässt man einander stets großzügig ausreden; was zur Folge hat dass die wortkargen Dialoge nur noch hölzerner wirken.

Ebenso gravierend hat es dann auch jene Elemente getroffen, die den eigentlichen Kern des Films ausmachen: gemeint ist das allgemeine Witz- und Unterhaltungspotential. Zwar kann man sich nicht darüber beklagen, dass dieser nicht für ein deutlich jüngeres Publikum geeignet wäre – doch wirken viele der Ideen erschreckend ausgelutscht und plump dargeboten. So gibt es auch einen immer wiederkehrenden Doppelwitz, der die ein oder andere amüsante Angelegenheit innerhalb eines kurzen Zeitraums wiederholt. Das bedeutet folglich, dass selbst ein alles andere als neuer, aber zweckdienlicher Grusel-Moment in Form eines Zurückschreckens vor einem Schul-Skelett zweimal hintereinander präsentiert wird – was recht einfallslos erscheint und die ohnehin enorm problematischen Charakterporträts negativ unterstreicht. Die aus dem Geister-Dasein der Charaktere hervorgehenden Spielereien braucht man dann ebenfalls kaum erwähnen.

Stichwort Charaktere und etwaige Grusel-Faktoren: kurioserweise scheint sich das hier dargebotene doch ein wenig mit der eigentlich angepeilten Zielgruppe zu beißen; denn speziell die deutlich düstereren Szenen in einer Gruft, sich aufspaltende Hunde und Ratten denen jeweils Geister entspringen, eine zu Eis erstarrte Frau oder abgetrennte Köpfe gehören dann wohl doch nicht zum guten Ton eines für alle Altersklassen geeigneten Kinderfilms.

Fazit: Ob nun als Buchverfilmung oder vollkommen unabhängig betrachtet – MOSTLY GHOSTLY macht alles falsch, was in Bezug auf einen Kinderfilm nur falsch machen kann; und kann somit als Paradebeispiel für alle angehenden Regisseure, Drehbuchautoren und andere Filmschaffende betrachtet werden. Dies ist dann leider Gottes auch der einzige positive Aspekt, den man aus der kruden Geister-Geschichte ziehen kann – für alles andere sorgen die miese, unoriginelle Story samt ihrer hanebüchenen Umsetzung, die peinlichen Dialoge, die unterirdischen Gags, die schlechten Effekte (Stichwort Traumsequenzen) und die verheizten (Kinder-)Darsteller.

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„Der Tiefpunkt des modernen Kinderfilms.“

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