Metal-CD-Review: SKYLARK – Wings (2004)

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Alben-Titel: Wings
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 17. Mai 2004
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Fabio Dozzo – Vocals
Kiara – Vocals
Eddy Antonini – Piano, Keyboards, Harpsichord
Carlos Cantatore – Drums, Percussion
Roberto „Brodo“ Potenti – Bass
Fabrizio „Pota“ Romani – Guitars

Track-Liste:

1. Rainbow in the Dark (09:07)
2. Summer of 2001 (05:12)
3. Another Reason to Believe (05:26)
4. Belzebú 2 (09:36)
5. Faded Fantasy (03:47)
6. Last Ride (09:00)
7. A Stupid Song (05:53)
8. When Love and Hate Collide (Def Leppard cover) (04:22)

Und sie haben es schon wieder getan.

WINGS ist das sechste offizielle Studioalbum der italienischen Symphonic Power Metaller um Eddy Antonini – und ein Album, welches (wie im übrigen schon die zahlreichen Vorgänger) auf einen runden Produktionspart der Band hoffen lässt. Schließlich existierten SKYLARK schon gute 10 Jahre – wobei es die Band noch immer nicht geschafft hat, nach mehr als nur einer beliebigen aufstrebenden Newcomer-Band im Demosound-Gewand zu klingen. Aber vielleicht kann man ja nun alles richten – zumal WINGS erstmals nicht unter dem bisherigen Label der Band (UNDERGROUND SYMPHONY), sondern über die weitaus bekannteren und größeren SCARLET RECORDS erscheint. Ein Blick auf das Alben-Cover indes verheißt nicht unbedingt gutes – zumal ein derart kitschiges Konzept nicht unbedingt für eine markante Weiterentwicklung der Band zu sprechen scheint. Erst Recht nicht in Anbetracht der bisherigen Bandhistorie, für die der Begriff des Kitschs wohl eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hat.

Doch so schön man auch über das potentielle Für und Wider von WINGS philosophieren könnte – spätestens nach den ersten angespielten Sekunden braucht man gar nicht mehr allzu lange um den heißen Brei herumzureden. WINGS stellt keine musikalische oder inhaltliche Weiterentwicklung, geschweige denn Verbesserung der bisherigen Spielart dar – sondern setzt die bisherige, vergleichsweise karge SKYLARK-Diskografie der zu vernachlässigenden Releases müde fort. Selbst die oftmals diskutierte Produktionsqualität hat noch immer nicht ein akzeptables Niveau erreicht – in Bezug auf WINGS gibt es zwar Veränderungen zum bisherigen Soundgewand, aber keine spürbaren Verbesserungen. So wirkt der gesamte Mix etwas weniger matschig, etwas klarer und differenzierter – doch allein die Abmischung des Gesangs in Kombination mit dem klar überstrapazierten Keyboard und dem schwachbrüstigen Drumming lassen es wieder entstehen; das gute alte Gefühl einer (zu) schnell arrangierten Demo-CD. Und das darf bei einer nunmehr 10 Jahre bestehenden Band einfach nicht passieren.

Dabei sind sogar neue Tiefpunkte hinzugekommen, wie etwa die eingebrachten Hintergrundgesänge – die in etwa das gleiche qualitative Niveau offenbaren wie die eigentliche Gesangsperformance von Leadsänger Fabio Dozzo. Aber auch das Konzept des Albums offeriert nicht viel neues. Selbst die Nummern, die potentiell zumindest hart gesottenen Genre-Fans Spaß machen könnten (SUMMER OF 2001) – vielleicht auch einfach nur, weil sie etwas schneller sind – zünden überhaupt nicht. Denn auch sie werden vergleichsweise grottig präsentiert, also etwa mit allerlei Hall-Effekten, miesen Gesängen oder einem erschreckend dünnen instrumentalen Backup versehen. Doch es geht noch weiter: seien es der extrem kitschige und plumpe Opener RAINBOW IN THE DARK, das gesanglich nicht von dieser Welt stammende ANOTHER REASON TO BELIEVE, das merkwürdig tönende FADED FANTASY – es ist schlicht unglaublich, dass Werke wie diese überhaupt einen Weg auf einen wie auch immer gearteten Silberling gefunden haben. Kurios ist, dass sich ausgerechnet der STUPID SONGals einer der gelungeneren Titel erweist, auch wenn das nicht mehr viel zu bedeuten hat. Den einzigen Titel, den man sich zumindest im Sinne einer halbwegs hörbaren Ballade geben kann, ist WHEN LOVE AND HATE COLLIDE – vielleicht auch da hier ausnahmsweise mal nicht Fabio Dozzo singt, sondern eine gewisse Kiara. Und auch die Gefahr von schlecht abgemischten Metal-Elementen (man höre nur einmal das offenbar etwas ältere CRYSTAL LAKE) ergibt sich aufgrund der minimalistischen Struktur nicht.

Aber insgesamt bleibt es dabei: wie schon zuvor bleiben dem WINGS-Album nur einige vergleichsweise interessante Gitarren- und Keyboardsoli, während man so gut wie alles andere getrost vernachlässigen kann. Vielleicht wäre das arg kitschige und inhaltlich müde bis peinliche Konzept noch gar kein so großes Problem; würde die Musik auch nur ansatzweise so präsentiert werden als hätte man zumindest von der reinen Akustik her ein gutes Gefühl. Doch vom erschreckenden Leadgesang über die weichgespülten Kompositionen (weniger Metal, mehr Keyboards und Pop) bis hin zur nach wie vor plumpen Produktion bleibt alles beim alten respektive schlechten. Das zusätzlich schlimme ist, dass dies bereits auf den vorherigen Alben der Fall war und man einfach nichts dazugelernt hat – was eine entsprechende Wertung unausweichlich macht.

Absolute Anspieltipps: WHEN LOVE AND HATE COLLIDE


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„Ein weiterer Tiefpunkt in der SKYLARK-Diskografie.“

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