Metal-CD-Review: ANCIENT BARDS – The Alliance Of The Kings (2010)

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Alben-Titel: The Alliance Of Kings
Künstler / Band: Ancient Bards (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 26. Februar 2010
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Limb Music GmbH

Alben-Lineup:

Sara Squadrani – Vocals
Daniele Mazza – Keyboards, Barbarian Choir
Claudio Pietronik – Guitars
Fabio Balducci – Guitars
Martino Garattoni – Bass
Alessandro Carichini – Drums

Track-Liste:

1. Prelude (01:55)
2. The Birth of Evil (05:31)
3. Four Magic Elements (04:59)
4. Only the Brave (06:15)
5. Frozen Mind (07:24)
6. Nightfall in Icy Forest (01:17)
7. Lode al Padre (06:26)
8. Daltor the Dragonhunter (08:42)
9. Farewell My Hero (06:51)
10. Faithful to Destiny (08:45)

Der Beginn einer ganz und gar großartigen Geschichte.

THE ALLIANCE OF KINGS ist das Debütalbum der 2006 gegründeten Symphonic Power Metal-Combo ANCIENT BARDS – jener Band, die sich spätestens mit dem Nachfolger SOULLESS CHILD einen weltweiten Namen machte und zahlreiche Konkurrenzbands verdrängte. Gründe dafür gibt es reichlich, wie es auch in den jeweiligen Reviews zu SOULLES CHILD (Link) oder auch A NEW DAWN ENDING (Link) nachzulesen ist – aber auch der eigentliche Startschuss der Band aus dem Jahre 2010 ist ein Album, welches in keiner Metal-Sammlung fehlen sollte. Insbesondere dann nicht, wenn man generell auf Bands steht deren Markenzeichen ein markanter weiblicher Leadgesangspart ist – und die trotz aller theoretischen Möglichkeiten weniger dem Kitsch verfallen, als man es eventuell vermuten würde. Die Kompositionen der ANCIENT BARDS wirken pompös und druckvoll, aber eben auch nicht sonderlich künstlich oder konstruiert – der eher organische Eindruck bezieht sich hier auch auf das häufig eingesetzte Keyboard. Das Ergebnis sind somit Stücke, die man zu Recht in das Genre des Symphonic Power Metal einordnet – und die, wie schon die Werke von Kollegen wie DRAGONLAND eine enorme Faszinationskraft entfalten können.

Mit einer Klimbimm-Musik a’la SKYLARK hat das Ganze also wenig zu tun – auch wenn die ANCIENT BARDS ebenfalls aus Italien stammen. In Anbetracht der durchaus furiosen Soli (wobei nicht nur die Gitarren eine entsprechende Bühne erhalten, sondern auch das Keyboard und insbesondere der Bass) lassen sich wenn überhaupt Parallelen zu anderen Genre-Großmeistern wie LUCA TURILLI ziehen – allerdings ganz ohne dass man eine wie auch immer geartete Nachahmung vermuten müsste. Die ANCIENT BARDS klingen schließlich frisch und eigenständig genug, um als ernsthafte Konkurrenzband wahrgenommen zu werden. Und THE ALLIANCE OF KINGS ist das erste diesbezügliche Anschauungsbeispiel – ein Album, das extrem eingängig und prunkvoll ausgefallen ist; andererseits aber auch eine gewisse musikalische Tiefe nicht vermissen lässt. Die entsteht vornehmlich aus den perfekt aufeinander abgestimmten Instrumenten und dem Mix im Gesamten, der überraschenderweise keinerlei Wünsche offen lässt – und weniger aus den textlichen Inhalten. Aber nicht nur, dass alle Instrumente die Aufmerksamkeit bekommen die ihnen zusteht; auch die satte und äußerst fein abgestimmte Produktion trägt einen nicht unerheblichen Teil zum Funktionieren des Albums bei.

Dass dann auch noch eine geballte Ladung Kraft obendrauf kommt, macht die Sache fast perfekt. Titel wie THE BIRTH OF EVIL oder ONLY THE BRAVE gehen einfach stark nach vorne und machen entsprechend Laune; während die eigentliche Stärke der ANCIENT BARDS aber in den etwas verschachtelteren und abwechslungsreicheren Nummern liegen. FROZEN MIND, DALTOR THE DRAGONHUNTER oder FAITHFUL TO DESTINY sind wahre Mammut-Stücke mit zahlreichen Variationen, die man erst einmal für sich entdecken muss. Ein potentieller Knackpunkt ist sicherlich, dass die Nummern vergleichsweise lang sind – vieles bewegt sich hier locker über der 6-Minuten-Marke – doch da die ANCIENT BARDS immer wieder den ein oder anderen musikalischen Kniff aus dem Ärmel schütteln, entsteht erst gar kein Leerlauf. Seien es die eingestreuten symphonischen Instrumentalpassagen, die fetzigen Soli, die üppigen Chorelemente, die gnadenlos guten Refrains – irgendetwas gibt es immer zu bewundern. Sicher ist dergleichen auch typisch für das Genre, die ganz große Überraschung bleibt eher aus – vor allem in Bezug auf die Lyrics und die einstweilen doch etwas befremdliche Aussprache. Doch ist es hier vor allem das spürbare Engagement und die daraus resultierende schiere Perfektion, die begeistert. Man kennt es: bei anderen Bands wünscht man sich mal einen anderen Leadsänger, mal eine andere Stimmlage, mal etwas mehr Abwechslung; oder schlicht eine bessere Produktionsqualität… was bei den ANCIENT BARDS und ihrem THE ALLIANCE OF KINGS noch großartig zu verbessern wäre, steht dagegen in den Sternen.

Fazit: Wer generell ein Auge auf das Genre des Symphonic Power Metal geworfen hat und dabei nichts gegen einen weiblichen Leadgesang einzuwenden hat – einen, der nicht wirklich als klassisch zu bezeichnen ist, aber dennoch vor Kraft und Ausdrucksstärke trotzt – der dürfte mit den ANCIENT BARDS richtig beraten sein. Zwar könnte man theoretische Parallelen zu Bands wie DRAGONLAND oder RHAPSODY OF FIRE ziehen – doch liegen diese hauptsächlich darin begründet, dass man dasselbe Genre bedient. Die ANCIENT BARDS klingen niemals so, als würden sie sich explizit auf ein potentielles Vorbild besinnen – sondern vielmehr so, als würden sie das was sie hier präsentieren in allen Facetten spüren und leben. Möglich ist, dass es dem ein oder anderen doch etwas zu viel der Fantasy, des Pathos und einiger typischer Genre-Elemente sein könnte – doch wer damit kein Problem hat und den Symphonic Power Metal immer auch ein stückweit in der geistigen Nähe eines theoretischen Filmsoundtracks wissen will (wobei man wieder bei LUCA TURILLI wäre), der wird hier womöglich sogar eine Offenbarung erleben.

Absolute Anspieltipps: THE BIRTH OF EVIL, LODE AL PADRE, FAITHFUL TO DESTINY


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„Der Einstieg war schon sensationell – alles andere ist bereits eine Legende.“

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