Metal-CD-Review: MAJESTY – Generation Steel (2015)

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Alben-Titel: Generation Steel
Künstler / Band: Majesty (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 20. März 2015
Land: Deutschland
Stil / Genre: Heavy / Power Metal
Label: NoiseArt Records

Alben-Lineup:

Alex Voß – Bass
Tarek „Metal Son“ Maghary – Guitars, Vocals, Keyboards
Jan Raddatz – Drums
Tristan Visser – Guitars
Robin Hadamovsky – Guitars

Track-Liste:

1. Hawks Will Fly (05:13)
2. Generation Steel (04:51)
3. Circle of Rage (04:22)
4. Shout at the World (05:32)
5. Damnation Hero (04:27)
6. Children of the Dark (05:48)
7. The Last Reward (06:18)
8. Knights of the Empire (04:33
9. Rulers of the World (05:09)
10. War for Metal (05:31)

Vom True Metal zum…

Stillstand ist ein Wort, welches manche Bands nicht zu kennen scheinen. Zumindest wenn es um die schiere Anzahl an immer neuen Veröffentlichungen geht, und nicht zwingend um musikalische Weiterentwicklung – wie im Falle der deutschen True-Metaller von MAJESTY. Dabei befand sich die Band zunächst noch in einer Art Experimentierphase (MAJESTY waren von 2008 bis 2001 als METALFORCE unterwegs), bevor es 2013 mit gleich zwei Studioalben wieder richtig losgehen sollte. Und nun folgt der bereits siebte Langspieler GENERATION STEEL – abermals in einem für die Band typischen Gewand aus einem heroischem, das Genre zelebrierendem True Metal und entsprechenden Inhalten. Das dürfte eingeschworene Fans freuen – während einige andere durchaus Probleme mit dem vergleichsweise einfach gestrickten Konzept der Band haben könnten. Einer Band, die eine der deutsche Pendanten zu MANOWAR ist – mit dem Unterschied, dass MAJESTY ihre Blütezeit noch nicht hinter sich haben. Die Frage ist nur, ob sie überhaupt noch kommen wird.

Denn speziell der Alben-Auftakt fällt mit HAWKS WILL FLY alles andere als glorreich aus. Das Riffing klingt eher monoton und müde, der Refrain uninspiriert; und ganz generell entsteht das Gefühl, als hätten MAJESTY hier einfach nicht aus dem Vollen geschöpft. Ausgerechnet diese Nummer wurde dann auch noch als Videosingle ausgekoppelt – eine mehr als fragliche Entscheidung. Tatsächlich scheint sich jener Eindruck auch über das gesamte weitere Album auszudehnen – wobei ein riesiges Problem entsteht. MAJESTY produzieren einen gradlinigen, schnörkellosen True Metal mit einfachen Texten und eingängigen Strukturen; was sicherlich nicht jedermanns Sache aber doch ein potentiell funktionierendes Konzept ist – nur passiert auf GENERATION STEEL etwas, was nicht hätte passieren dürfen. Vielen Titeln fehlt es einfach an Kraft – ein Satz, mit dem man dieses Review auch durchaus abschließen könnte; kommt es bei einem Album wie diesem doch gerade darauf an. Auf eine Kraft, die Titel wie GENERATION STEEL auch tatsächlich mit einer hör- und bestenfalls spürbaren Portion Schwermetall ausstatten müsste – doch bleibt dergleichen vollständig aus. Es reicht eben nicht nur, ein entsprechendes Lineup an den Start zu bringen – auch Ideen müssen vorhanden sein.

Somit liegt es eben nicht nur am ausbleibenden Tempo, welches dann auch mit Titeln wie CIRCLE OF RAGE serviert wird. Bis auf das Verlangen, einstweilen doch zum Takt mitzuwippen bringt auch diese Vorgehensweise keine größeren Zugewinne mit sich; es überwiegen schlicht zu viele bereits bekannte, klischeehafte und müde präsentierte Elemente. Ebenfalls scheint es, als dass etwaige Produktions- und Abmischungsfaktoren erstmals explizit gegen die Band zu arbeiten scheinen – die gesamte Hintergrundkulisse aus Riffs, Bass und Schlagzeug klingt merkwürdig matschig und undifferenziert. Der Leadgesang ist nach wie vor solide und perfekt auf das Genre zugeschnitten – wobei es allerdings schnell ermüdend werden kann, einer relativ gemäßigten Stimme wie der von Tarek „Metal Son“ Maghary zu lauschen; einem Sänger der nur selten aus den vorgegebenen Bahnen herausbricht. Sicher, ein paar hymnische Refrains (wie in SHOUT AT THE WORLD) sind auch dieses Mal mit von der Partie – aber wenn das gesamte Drumherum vergleichsweise monoton, unspektakulär und mit sich immer wieder wiederholenden Klischee-Begriffen (Vorsicht vor den berühmt-berüchtigten Adlern und Falken, dem Himmel und noch so viel mehr) inszeniert wird, hilft auch das nicht viel. Ebenfalls merkwürdig ist, dass ausgerechnet MAJESTY den interessanterweise immer mehr schwächelnden Gitarrensound mithilfe des hie und da eingesetzten Keyboards oder aber nicht wirklich gut in Szene gesetzten Chor-Elementen kaschieren wollen.

Fazit: Man über das Konzept des True Metal denken was man will – aber wenn man sich schon dazu entscheidet mit dieser Spielart unterwegs zu sein und auch eine gewisse Vorbildfunktion einnimmt; sollte das Ganze auch Hand und Fuß haben. Das bedeutet nicht nur, dass eine Band wie MAJESTY möglichst glaubwürdig agieren sollte – sondern auch; und das ist wohl eines der essentiellsten Elemente des Genres, dass die einzelnen Stücke mit einem gewissen Bumms durch die Boxen rauschen. Das ist bei GENERATION STEEL leider nicht der Fall – womit der vielversprechende Alben-Titel dem eigentlichen Inhalt knallhart widerspricht. Was auch immer hier passiert ist – der allgemeine Soundeindruck ist vergleichsweise kraftlos und verwaschen, die Textinhalte sind nicht nur öde sondern werden auch so verpackt. Und noch einmal: es fehlt an Power; etwas, was den Hörer auch nur ansatzweise und über die ca. 50 Minuten Laufzeit mitreißen könnte. Zwei oder drei Titel können alleinstehend noch Laune machen – der Rest ist zu vernachlässigen.

Absolute Anspieltipps: CIRCLE OF RAGE, CHILDREN OF THE DARK


40button

„Simpel darf das Ganze ja ruhig sein – aber bitte auch anständig verpackt.“

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