Metal-CD-Review: BLOODBOUND – Stormborn (2014)

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Alben-Titel: Stormborn
Künstler / Band: Bloodbound (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 21. November 2014
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Tomas Olsson – Guitars
Fredrik Bergh – Keyboards, Vocals (additional)
Pelle Åkerlind – Drums
Henrik Olsson – Guitars (rhythm)
Patrik „Pata“ Johansson – Vocals
Anders Broman – Bass

Track-Liste:

1. Bloodtale (01:43)
2. Satanic Panic (04:30)
3. Iron Throne (03:36)
4. Nightmares from the Grave (05:13)
5. Stormborn (05:50)
6. We Raise the Dead (03:55)
7. Made of Steel (03:52)
8. Blood of My Blood (03:51)
9. When the Kingdom Will Fall (05:39)
10. Seven Hells (04:01)
11. When All Lights Fail (04:08)

Aus dem Sturm geboren, um über die (Metal-)Welt zu herrschen.

STORMBORN ist das nunmehr sechste Studioalbum der schwedischen Power Metal-Combo BLOODBOUND – einer vergleichsweise aktiven Band, die seit ihrer Gründung im Jahre 2004 schon für einige hochkarätige Genre-Schmankerl gesorgt hat. Während das letztaktuelle Album IN THE NAME OF METAL dann ein wenig mit dem bisherigen musikalischen Konzept zu brechen schien und dementsprechend einige Gemüter erhitzte, könnte nun auch STORMBORN zu geteilten Meinungen führen. Verantwortlich dafür sind hauptsächlich zwei Gründe: zum einen handelt es sich um ein Konzeptalbum, welches einen expliziten Bezug auf die Fantasy-Welt von GAME OF THRONES nimmt – und zum anderen sind erstmals auf einem BLOODBOUND-Album überdeutliche Parallelen zu anderen Genrebands zu hören; ob beabsichtigt oder nicht. Sicher ist es im allgemeinen schwierig, sich in der Masse an Bands überhaupt noch durch gewisse Alleinstellungsmerkmale zu charakterisieren – doch wenn das Ganze wie in diesem Fall auffällig nach dem musikalischen Schaffen einer oder mehrerer anderer Band schreit, stimmt das zumindest nachdenklich.

Welche Band das in erster Linie ist, wird man noch nicht im Intro und im Opener SATANIC PANIC heraushören – doch spätestens mit Titeln wie IRON THRONE oder STORMBORN wird es offenbar. Die Chorarrangements, die symphonisch-bombastischen Keyboardklänge und die eher stampfende Gesamtwirkung; ja sogar einige der inhaltlichen Passagen – vieles klingt hier verdächtig nach den ebenfalls schwedischen SABATON. Das muss nicht zwangsläufig etwas schlechtes bedeuten, es sei nur im Sinne der Vollständigkeit vermerkt – ebenso wie andere, nicht ganz so auffällige Parallelen zu POWERWOLF; wobei diesbezüglich vor allem die Refrains gemeint sind. Fakt ist also, dass BLOODBOUND das Rad hier keineswegs neu erfinden – aber dennoch macht STORMBORN einen Heidenspaß. Und genau das wird wohl auch das Ziel gewesen sein: sperrig oder nennenswert andersartig wird keiner der Titel inszeniert; die Nummern leben von einer expliziten Eingängigkeit und dem Hang zum hymnischen. So wird man auch schnell einen Einstieg in das Album finden und sich eingewöhnen – im Gegensatz zu vielen anderen Alben braucht das Album absolut keine Vorlaufzeit um zu zünden. Und das hat wie immer positive, aber auch negative Folgen.

So ist es grundsätzlich angenehm, dass so gut wie alle Nummern als alleinstehend funktionierende Hymnen aufgemacht sind. Das knackige Gitarrenspiel, die satten Melodien, die Ohrwurm-tauglichen Refrains sowie die mehr als nur solide Gesangsleistung von Patrik „Pata“ Johansson (die im Opener SATANIC PANIC sogar leicht HALFORDeske Züge annimmt) lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass BLOODBOUND ihr Handwerk verstehen; und sich schnell in die Herzen vieler Genrefans zu spielen wissen. Sofern dies nicht schon zuvor und mit den früheren Alben geschehen ist, versteht sich – doch STORMBORN hat zweifelsohne das Zeug dazu, noch mehr Hörer auf die Band aufmerksam zu machen. Die Kehrseite der Medaille kann dagegen mit den bereits erwähnten Parallelen beschrieben werden, die dazu führen dass wirkliche Aha-Momente ausbleiben – und mit der Tatsache, dass STORMBORN Gefahr läuft, sich vergleichsweise schnell abzunutzen.

Schlussendlich: wer eine musikalische Revolution oder einen ausgeprägten Tiefgang erwartet, sollte einen riesengroßen Bogen um BLOODBOUND und speziell STORMBORN machen. Wer dagegen von sich behaupten würde das übergeordnete Genre in all seinen Facetten zu feiern, und auch schon mal den ein oder anderen Boxenstopp bei Combos wie SABATON, POWERWOLF oder HAMMERFALL eingelegt hat, der sollte zugreifen – und sich auf eine nicht unbedingt sensationelle, aber doch erquickende Verbindung allerlei Elemente freuen, die diese Bands seit jeher auszeichnen.

Absolute Anspieltipps: SATANIC PANIC, IRON THRONE, BLOOD OF MY BLOOD


80button

„Kraftvoll produziert, handwerklich überragend und verdächtig eingängig – ein Fest für alle Genre-Fans.“

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