Metal-CD-Review: DRAKKAR – Run With The Wolf (2015)

drakkar_run-with-the-wolf_500

Alben-Titel: Run With The Wolf
Künstler / Band: Drakkar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 16. März 2015
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: My Kingdom Music

Alben-Lineup:

Dario Beretta – Guitars
Corrado Solarino – Keyboards
Davide Dell’Orto – Vocals
Simone Cappato – Bass

Track-Liste:

1. Rise of the Dark Lords (01:24)
2. Under the Banners of War (04:47)
3. Run with the Wolf (04:23)
4. Watcher on the Wall (04:31)
5. Ride the Storm (04:35)
6. Burning (04:50)
7. Southern Cross (04:09)
8. Gods of Thunder (05:13)
9. Invincible (04:33)
10. Call of the Dragonblood (07:01)

Wer ist hier der Wolf, und wer der Gejagte ?

DRAKKAR ist eine seit 1995 bestehende Power Metal-Combo aus Italien. Eine, die nach ihrer Blütezeit um die Jahrtausendwende plötzlich von der Bildfläche verschwunden war – und erst mit dem 2012’er Album WHEN LIGBHTNING STRIKES (Review) ein durchaus fulminantes Comeback feierte. Dieses Mal hat es glücklicherweise nicht ganz so lange gedauert, bis die Italiener wieder mit einem Album von sich hören ließen – RUN WITH THE WOLF heißt der neueste, 10 Titel starke Ableger in der Diskografie. Mit diesem Werk scheinen die Jungs sich und ihrem bisherigen Werdegang auch treu zu bleiben – die ganz große Überraschung fällt aus; dafür gibt es eine potentiell hochkarätige Mischung aus fetzig-schroffen Soundelementen a’la RAZORBLADE GOD und auch schon auf WHEN LIGHTNING STRIKES vertretenen Eindrücken einer gleichermaßen Hymnen-produzierenden wie das Genre an seiner Basis bedienenden italienischen Band. So werden nicht nur explizite Fans eines Power Metal der Marke Italy voll auf ihre Kosten kommen – sondern auch all jene, die sich seit jeher der europäischen Spielart im allgemeinen zugetan fühlten.

Dennoch ist etwas anders an und auf RUN WITH THE WOLF – vermutlich wäre hier hauptsächlich der Fakt zu nennen, das DRAKKAR etwas gemäßigter an Werk gehen. Das bedeutet in erster Linie, dass das Tempo eher gedrosselt erscheint – viele der auf dem Album enthaltenen Nummern präsentieren sich als kraftvolle Midtempo-Stampfer. Auch das gelingt den Italienern recht gut – zumal hier und da doch noch die nötigen Uptempo-Passagen eingebaut werden und das Ganze zusätzlich zu den ohnehin starken Riffs noch etwas Bumms bekommt. Ebenfalls neu, respektive so stark wie nie zuvor vertreten sind allerlei Keyboard-Elemente – die dem Ganzen einstweilen einen dezent Retro-lastigen Anstrich verpassen; wie etwa im Titeltrack RUN WITH THE WOLF. Im Gegensatz zum bärenstarken Vorgänger aber ist in diesem Fall nicht alles Gold, was glänzt – was doch etwas überraschend ist.

Beispielsweise wird der nun noch etwas schroffere Leadgesang von Davide Dell’Orto nicht jedermann zusagen. Im besten Fall könnte man ihn als markant, rau und kräftig bezeichnen; im schlimmsten als angestrengt und dezent nervig – zumal seine Performance mit nur wenigen Variationen ausgestattet ist. Immerhin bleibt es bei dem Vorteil, dass es sich eben nicht um einen typischen, klischeehaft agierenden Frontmann handelt. für Freunde einer etwas härteren Gangart respektive eines etwas aggressiveren gesanglichen Anstriches könnte DRAKKAR’s Frontmann daher genau das richtige sein – doch wer es eher melodisch oder auf eine wie-auch-immer geartete Weise emotional mag; der wird hier in die Röhre gucken. Ebenfalls nicht ganz so gut ausgefallen sind die einstweilen in den Ohrwurm-tauglichen Refrains anberaumten Chorgesänge – die erschreckend platt und nach einer Hinterhof-Laune klingen. Das konnten DRAKKAR schon wesentlich besser, selbst auf ihren früheren bzw. ersten Alben. Und auch Experimente wie das volkstümliche SOUTHERN CROSS wirken eher bemüht und fremdartig, als dass sie wirklich zünden.

Fazit: RUN WITH THE WOLF wird alle Freunde einer etwas härteren Gangart des italienischen Power Metal zufriedenstellen – doch wer erwartet, eine Fortsetzung zu WHEN LIGHTNING STRIKES serviert zu bekommen, könnte enttäuscht werden. Dafür wirkt das vorliegende Album einfach zu wenig variabel, zu wenig aussagekräftig und eventuell auch etwas zu beliebig. Da werden sich DRAKKAR in Zukunft etwas mehr einfallen lassen müssen, insbesondere wenn sie mit anderen direkten oder indirekten Konkurrenten wie DERDIAN mithalten wollen. Denn jene potentielle Vergleichscombo hat sich vor allem mit ihren letzten beiden Alben derart gemausert, dass RUN WITH THE WOLF dagegen nur wie ein laues Lüftchen wirkt und klingt.

Absolute Anspieltipps: UNDER THE BANNERS OF WAR, WATCHER ON THE WALL, BURNING


60button

„Trotz der aufgefahrenen metallischen Schlagkraft lässt dieses Release etwas vermissen.“

Advertisements

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s