Filmkritik: „Zombiber“ (2014)

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Originaltitel: Zombiber
Regie: Jordan Rubin
Mit: Rachel Melvin, Cortney Palm, Lexi Atkins u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 85 Minuten
FSK: ab 16 / 18 freigegeben
Genre: Horror / Komödie
Tags: Biber | Kreaturen | Zombies | Haus | Jugendliche

Was gab es noch nicht… richtig, Biber-Zombies !

Kurzinhalt: Eigentlich wollten die Freundinnen Jenn (Lexi Atkins), Mary (Rachel Melvin) und Zoe (Cortney Palm) ein paar ruhige Tage in einem abgelegenen Ferienhaus verbringen – ganz ohne Männer. Doch dann erscheinen plötzlich doch noch ihre feierfreudigen Bekannten Tommy (Jake Weary), Buck (Peter Gilroy) und Sam (Hurch Dano) auf der Bildfläche, und mischen die Party gewaltig auf. Damit können sich die Freundinnen offenbar noch ganz gut arrangieren – doch alsbald gesellen sich noch weitere ungebetene Gäste hinzu; eine Horde wild gewordener Biber nämlich. Die scheinen aufgrund eines Chemie-Unfalls mutiert zu sein, und dadurch auch Jagd auf Menschen zu machen. Das Problem: ein Biss der Kreaturen scheint die Infektion direkt zu übertragen – weshalb sich die Truppe mit Ach und Krach versucht, im rustikalen Holzhaus zu verschanzen. Doch einer der Männer, der schon ungewollt auf Tuchfühlung mit den bissigen Nagern gegangen ist; benötigt dringend ärztliche Hilfe…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Als einer der neuesten Ableger der Tierhorror-Sparte fungiert Jordan Rubin’s ZOMBIBER – eine weitere Low Budget-Produktion, die frei nach dem Vorbild von ähnlichen Werken wie BLACK SHEEP eine ganz bestimmte Tierart mit der allseits beliebten Zombie-Thematik verknüpft. Dieses Mal sind es indes keine wild gewordenen Schafe, die mehrere junge Menschen oder gar ganze Ortschaften drangsalieren – sondern leicht tollwütige Biber, was nicht minder kurios erscheint. Und auch wenn ein größerer Überraschungseffekt in Anbetracht des von Billigproduktionen überlaufenen Genres ausbleibt; scheint man in ZOMBIBER zunächst vieles richtig zu machen – was für einen entsprechend stimmigen Einstieg und eine steigende Motivationskurve im Sinne eines unterhaltsamen Trashfilm-Abends sorgt. Vor allem die angenehme, sich durch so gut wie alle Szenen ziehende Selbstironie und die überraschend professionelle Machart hinterlassen dabei einen besonders positiven Eindruck.

Aber auch gewisse Aspekte der Handarbeit (wie in Bezug auf das Design der mutierten Biber oder die recht aufwendig erscheinenden Splatter-Szenen) und der Hang zu explizit überzeichneten Dialogen weisen darauf hin, dass es sich hier durchaus um ein feucht-fröhliches Film-Fest handeln müsste – zumindest für eingefleischte Genre-Fans, die nicht allzu viel Tiefgang erwarten. Müsste ist allerdings auch das Stichwort, denn unglücklicherweise haben es die Macher verpasst die offensichtlich vorhandene (Narren-)Freiheit in Bezug auf wirklich alle Bereiche des Films auszuleben. Das bedeutet: abgesehen von den zunächst erfrischend makaberen Dialogen und einigen optischen Elementen (und eventuell auch einer gewissen Freizügigkeit im Vergleich mit anderen US-Produktionen) präsentiert sich ZOMBIBER als absolut typischer, zu gewaltigen Prozentzahlen austauschbarer Horrortrasher. Dies führt nicht nur dazu, dass sich der Film schnell meilenweit von einem wie auch immer gearteten Kultstatus entfernt – sondern auch dazu, dass er sich trotz der knappen Spieldauer von guten 70 Minuten schnell abzunutzen droht.

Gründe dafür finden sich schließlich zuhauf; wobei diese bereits mit der alles andere als innovativen Einstiegsszene (und dem eigentlichen Grund für die Mutation) beginnen. Eine aus verdächtig vielen Filmen bekannte Lastwagenszene wie diese könnte bestenfalls noch als Hommage an das Genre durchgehen – während viele der späteren Elemente (wie die Verfolgung durch die Biber, oder die Umwandlung der infizierten Menschen) nur noch ermüdend wirken; und durch das tendenzielle Overacting und die Ausrichtung der Charaktere an gängige 08/15-Schemen sogar regelrecht nerven können. Das gleiche gilt grob auch für alle potentiellen Grusel- und Ekelmomente – die man so schon zig mal gesehen hat, und die trotz der Detailverliebtheit der Macher niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken können. ZOMBIBER ist somit alles andere als innovativ oder geistreich; was abzusehen war – doch auch als potentielle Spaßgranate taugt er nur äußerst bedingt. Besonders natürlich dann, wenn man ihn mit weitaus stimmigeren und originelleren Genre-Kreationen wie BLACK SHEEP vergleicht.

Fazit: Trotz der guten Ausschöpfung des niedrigen Budgets, der insgesamt stimmigen Optik und allerlei gelungenen handwerklichen Aspekten kann oder will der Funke einfach nicht so Recht überspringen. Wohl schlicht, da sich ZOMBIBER eher als 70-minütige Hommage an gängige Genre-Werke denn als eigenständig funktionierender Film inszeniert und so gut wie keine eigenen Ideen auffährt. In Bezug auf die Story, den Handlungsverlauf, die Charaktere und die expliziten Auseinandersetzungen zwischen Tier und Mensch bleibt der Film entsprechend überraschungsarm – und bedient großzügig alle Genre-Klischees, die sich ein jeder schnell aus den Fingern saugen könnte. Immerhin verhindert der deutliche Hang zur Selbstironie und der offensichtliche Tribut an Genre-Granaten wie BRAINDEAD oder eben BLACK SHEEP schlimmeres. ZOMBIBER kann demnach nicht wirklich die Erwartungen erfüllen, die man möglicherweise an den Film gestellt hat – aber noch als durchschnittliche Genre-Kost für einen dezent angeheiterten Filmabend angesehen werden.

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„Im besten Fall kann ZOMBIBER als ganzheitliche Genre-Hommage angesehen werden – im schlimmsten als dreist-billige Kopie. In beiden Fällen reicht es jedoch nicht, um mit entsprechend vorgelegten Kult-Werken mitzuhalten.“

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: „Zombiber“ (2014)

  1. Trash…mit Alkohol noch leidlich witzig ertragbar. Würde ihn mit mind. 0,5 – 1 Punkt schlechter bewerten. Schnelles Fazit: 4/10. Black Sheep ist besser, der fährt den Karren nicht gleich komplett an die Wand.

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